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Wälzlager Schaeffler-Stiftung verleiht Innovation Award 2012

| Redakteur: Ute Drescher

Im Rahmen eines Festaktes hat die Schaeffler FAG Stiftung den Innovation Award 2012 sowie erstmals den Honorary Award 2012 verliehen. Mit diesem Award sollen Leistungen in Wissenschaft, Forschung und Lehre auf technisch-wissenschaftlichem Gebiet honoriert werden.

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(Bild: Drescher/konstruktionspraxis)

Preisgelder in Höhe von rund 50 000 Euro hat die Schaeffler FAG Stiftung mit dem Innovation Award 2012 insgesamt vergeben. Im Rahmen eines Festakts ehrte die Stiftung die Preisträger. Erstmals verlieh sie den Honorary Award mit einem Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro an die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) Bremen.

Mit diesem Award ehrt will die Stiftung langjährige Leistungen und Kompetenzen in Wissenschaft, Forschung und Lehre auf technisch-wissenschaftlichem Gebiet ehren. Die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) Bremen sieht ihre Kernaufgabe darin, in Forschungsvorhaben Erkenntnisse zu erarbeiten, die als Innovationen Eingang vor allem in die Metallverarbeitung und -bearbeitung finden. Alleinstellungsmerkmal des Instituts ist seine interdisziplinäre Ausrichtung. Im IWT arbeiten die sonst traditionell unabhängigen Fachdisziplinen Werkstofftechnik, Fertigungstechnik und Verfahrenstechnik unter einem Dach eng zusammen. Das sei "in Deutschland einmalig", wie Maria-Elisabeth Schaeffler in ihrer Festrede hervorhob.

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Der Innovation Award der Schaeffler-Stiftung ist in verschiedene Segmente unterteilt, darunter das Segment Advanced Manufacturing sowie das Segment Product Innovation. In diesem Segment ging der erste Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro an Dr.-Ing. Christoph Hentschke für die Dissertation „Prognose des Verschleißverhaltens langsam laufender Wälzlager unter Berücksichtigung der Reaktionsschichtbildung“.

Berechnungs- und Auslegungsmethodik für ungünstige Schmierstoff- und Betriebsbedingungen

Die Dissertation befasst sich mit einer Berechnungs- und Auslegungsmethodik für ungünstige Schmierstoff- und Betriebsbedingungen im Mischreibungsgebiet insbe-sondere von Großlagern. Mit der dargestellten Methode soll ermittelt werden, ob beim langsam laufenden Praxislager mit einem verschleißunkritischen Betrieb mit wirksamer Reaktionsschichtbildung oder mit kritischem Verschleiß bei nicht ausreichender Schichtbildung gerechnet werden muss.

Basierend auf dem recherchierten Stand der Technik stand die Frage im Mittelpunkt, inwieweit sich die Ergebnisse der etablierten FE8-Prüfung zur Schmier-stoffcharakterisierung auf Wälzlager größerer Dimension übertragen lassen. Im Hinblick auf die sehr anspruchsvolle Aufgabenstellung repräsentiert die Arbeit einen hohen Innovations- und Neuheitsgrad. Sie stellt die bisherigen Arbeiten der tribologischen Forschung aus den 60er bis 80er Jahren auf eine neue Ausgangsbasis. Die dargelegten Zusammenhänge können als Grundlage für künftige tribologische Forschung zur Wälzermüdung dienen.

Die Arbeit entstand am Institut für Maschinenelemente und Maschinengestaltung (IME) der RWTH Aachen, Prof. Dr. Peter W. Gold und Prof. Dr. G. Jacobs.

Verbesserung der Meerwasserbeständigkeit von Wälzlagerstahl

Den zweiten Preis mit einem Preisgeld von 3.000 Euro erhielt Dr.-Ing. Nikolaj Krasokha für den Forschungsbericht „Konzept zur Verbesserung der Meerwasserbeständigkeit von Wälzlagerstahl“. In der für die Zukunftstechnologie „Meerestechnik“ interessanten und wichtigen Studie befasst sich der Autor mit der Herstellung von Wälzlagern aus einem völlig neuen, korrosionsbeständigen Stahl mit stark verbesserter Widerstandsfähigkeit gegen Chlorkorrosion wie z. B. Meerwasser. Von besonderem Interesse ist dabei, dass nicht nur die Druckmetallurgie ins Auge gefasst wird, sondern auch die Vorteile des unter Normaldruck löslichen Stickstoffs aufgezeigt werden. Auf dem Wege einer Analyse gelingt es, neue Stähle zu beschreiben, die sich konventionell erschmelzen lassen, ohne die kostenintensive Druckmetallurgie einsetzen zu müssen. Ferner vervielfältigt sich durch die aufgezeigten Methoden die Korrosionsbeständigkeit der Stähle, was zu einer zusätzlichen erheblichen Kosteneinsparung führt.

Die Zielsetzung der Arbeit, nichtrostende Wälzlagerstähle zu verbessern und für den dauerhaften Einsatz in korrosiven Medien zu entwickeln, wurde erreicht und durch Analysen nachgewiesen. Die erforderliche Wärmebehandlung wird in berechneten Zustandsdiagrammen dargestellt, die einen hohen Programmieraufwand erforderten.

Der Forschungsbericht, den Dr.-Ing. Nikolaj Krasokha neben seiner Dissertation erarbeitete, entstand an der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Werkstofftechnik, Prof. em. Dr.-Ing. Hans Berns und Prof. Dr. Werner Theisen.

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