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Neue Methode zur optischen Analyse rotierender Bauteile am Beispiel der Schlupfmessung von Wälzlagern
Einen weiteren zweiter Preis (Preisgeld 3.000 Euro) erhielt Dr.-Ing. Sahar Mirzaei für die Dissertation „Entwicklung und Erprobung der Bildderotator-Messtechnik am Beispiel der Schlupfmessung von Wälzlagern“.
Die Autorin hat eine neue Methode zur optischen Analyse rotierender Bauteile am Beispiel der Schlupfmessung von Wälzlagern untersucht. Dabei hat sie eine neue Generation von Derotatoren zum Einsatz gebracht und hochinteressante Ergebnisse erzielt.
Derotatoren sind Geräte, die mit Hilfe rotierender Prismen oder Spiegel stehende Bilder sich drehender Gegenstände erzeugen. Eine besondere Bedeutung für die Lagerungstechnik haben solche Apparate, weil sie bestimmte Grundsatzuntersu-chungen an Rotativlagern auf optischem Weg ermöglichen. So lassen sich z. B. Rollen- und Käfigschlupf, Schwingungsverhalten und Temperaturverteilung untersuchen, ohne dass spezielle Sensoren am Lager angebracht werden müssten.
Der wesentliche Nutzen der Arbeit besteht darin, dass unter Einsatz eines Derotators die Analyse der Dynamik von Wälzlagern genauer und mit geringerem Aufwand durchführbar ist im Vergleich zu den bisherigen berührenden und berührungslosen Messverfahren. Außerdem lassen sich so jetzt auch Lager mit geringeren Baugrößen untersuchen sowie während des Betriebs ortsaufgelöst am Wälzkörper thermographische Messungen durchführen, was bislang nicht möglich war. Es wird eine Methode aufgezeigt, die es ermöglicht, verschleißarme Betriebszustände zu identifi-zieren, die Bauteillebensdauer zu erhöhen und die Ausfall-wahrscheinlichkeit zu verringern.
Die Arbeit entstand an der Leibniz Universität Hannover, Institut für Mess- und Regelungstechnik (IMR), Prof. Dr. Eduard Reithmeier.
Einen Anerkennungspreis mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro vergab die Stiftung an Dr.-Ing. Thomas Stahl für die Dissertation „Einfluss von Drehzahl- und Lastkollektiven auf die Entwicklung von Reibmoment und Temperatur in Wälzlagern“.
Temperatur und das Reibmoment von Wälzlagern bei instationären Betriebsbedingungen vorhersagen
Dr. Stahl hat in seiner Arbeit eine Methode entwickelt, um die Temperatur und das Reibmoment von Wälzlagern bei instationären Betriebsbedingungen vorherzusagen. Zusätzlich hat er einen Prüfstand konzipiert und aufgebaut, um seine Methode zu validieren.
Ziel der Arbeit war es, Konstrukteure in die Lage zu versetzen, durch genauere Kenntnisse der tatsächlichen Betriebsbedingungen, bereits in frühen Phasen des Produktionsprozesses eine optimierte Auslegung der Wälzlager vornehmen zu können. Um dies zu ermöglichen, müssen Reibmoment und Temperatur im Wälzlager unter realitätsnahen Betriebsbedingungen, d. h. unter Berücksichtigung von Drehzahl- und Lastkollektiven, frühzeitig bestimmt werden können. Als Ergebnis der Arbeit liegt ein analytisches Berechnungsmodell zur Bestimmung des Reibmoments unter instationären Betriebsbedingungen sowie dessen softwaretechnische Umsetzung in einem Berechnungsprogramm vor. Hierdurch können Reibung, Temperatur und Schmierungszustand über die gesamte Betriebszeit des Lagers genauer be-stimmt werden, so dass anschließend eine optimierte Auslegung der Lagerung erfolgen kann.
Die Arbeit entstand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Konstruktionstechnik, Prof. em. Dr.-Ing. Harald Meerkamm.
Weitere Preise gab es im Segment Market Strategy. Auch verschiedene Gymnasien wurden geehrt und mit einem Preisgeld bedacht. (ud)
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