Längenausgleichsystem Schäden an Roboter-Funktionspaketen vermeiden

Erika ist ein Längenausgleichsystem, das mechanische Belastungen verringert, die während der Bewegungen von Roboterarmen auf Funktionspakete einwirken. Reiku hat es entwickelt.

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Erika verfährt Kabelschutzsysteme automatisch und nahezu belastungsfrei analog zur aktuellen Bewegung des Roboterarms.
Erika verfährt Kabelschutzsysteme automatisch und nahezu belastungsfrei analog zur aktuellen Bewegung des Roboterarms.
(Bilder: Reiku)

Roboter müssen im Produktionsablauf immer wieder entfernte Positionen erreichen und komplexe Bewegungen ausführen. Dazu sind Kabelreserven nötig.

Bei weniger extremen Bewegungen müssen diese in sicherer Entfernung zum Arbeitsbereich vorgehalten werden, um Kollisionen und Beschädigungen zu vermeiden. Das Handling dieser Kabelreserven sorgt immer wieder für Probleme in der Produktion. Konventionelle Kabelschutzsysteme verwenden Federn, Pneumatikzylinder oder Expander, gegen deren Widerstand die Kabelreserve bewegt wird.

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Mechanische Rückstellsysteme führen zu Ermüdungsbrüchen

„Von unseren Kunden kennen wir die Problematik sehr gut, die mit dem unumgänglichen Längenausgleich für Funktionspakete an Industrierobotern verbunden ist. Entsprechend dimensionierte Kabelschutzsysteme bieten die geforderte Beweglichkeit. Aber weil sie oft mit hohen Geschwindigkeiten gegen die Kraft der Rückstellsysteme bewegt werden, kommt es immer wieder zu Ermüdungsbrüchen und Abrissen im Bereich der Befestigungen. Daraus resultierende Kabelschäden haben häufig den Stillstand der Produktion zur Folge“, sagt Klaus-Peter Scholten, Projektleiter bei Reiku.

Um diese hohen mechanischen Belastungen zu verringern, hat das mittelständische Unternehmen das automatische Längenausgleichsystem Erika entwickelt.

Materialschonende Arbeitsweise verringert Krafteinwirkung

Erika verfährt Kabelschutzpakete automatisch synchron zur aktuellen Bewegung eines Roboterarms. Das System bewegt das schützende Paket entlang einer Linearführung. So gleicht es den Unterschied zwischen der maximalen und der jeweils tatsächlich erforderlichen Kabellänge aus. Diese materialschonende Arbeitsweise verringert die Krafteinwirkung auf die Pakete. Die Gefahr, die in den Paketen untergebrachte Leitungen, Pneumatik- und medienführende Schläuche zu beschädigen, sinkt. Das von Reiku zum Patent angemeldete System besteht aus fünf Grundelementen: Linearsystem, Elektromotor, Spindeltrieb, Schlitten und Kombibacke.

Linearsystem ist Kernstück von Erika

. Das Linearsystem ist das Kernstück von Erika und ist fest mit einem Aluminiumprofil verbunden und über einen Adapter auf unterschiedliche Robotersysteme montierbar. Die Linearführung, samt 24-V-Elektromotor und Spindeltrieb, ist im Bereich der Roboterachse 4 mit dem Roboterarm verschraubt. Der parallel zu diesem Roboterarm bewegte Schlitten samt Spannschelle und Kombibacke fixiert und transportiert das Wellrohr in axialer Richtung. Dabei ermöglicht die Kombibacke gegebenenfalls die Kopplung zweier Wellrohrqualitäten oder -profile.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht