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Rundschalttische Rundschalttische für den letzten Schliff

| Redakteur: Jan Vollmuth

Für höchste Flexibilität in der Schleif- und Polierbearbeitung setzt SHL Automatisierungstechnik auf Industrieroboter. Bei komplexen Geometrien sorgen Rundschalttische von Weiss und der Service des Unternehmens aus Buchen für glänzende Resultate.

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In den SHL-Anlagen führt ein Knickarmroboter die zu bearbeitenden Werkstücke an Polierscheiben und Schleifbändern entlang. Die Weiss-Rundschalttische schwenken die Schleif- und Poliermaschinen sogar während der Bearbeitung.
In den SHL-Anlagen führt ein Knickarmroboter die zu bearbeitenden Werkstücke an Polierscheiben und Schleifbändern entlang. Die Weiss-Rundschalttische schwenken die Schleif- und Poliermaschinen sogar während der Bearbeitung.
(Bild: Weiss)

Polieren und Schwerlast-Industrieroboter scheinen auf den ersten Blick nicht so recht zusammen zu passen. Und tatsächlich wirkt der mächtige Knickarmroboter in der Halle von SHL in Böttingen angesichts seiner delikaten Aufgabe – Polieren von Dachrelings und Zierleisten für Automobile – etwas über-dimensioniert: Er wuchtet ein riesiges Polieraggregat über die Werkstücke, die nach abgeschlossener Bearbeitung von einem Schwerlast-Rundschalttisch von Weiss gegen eine unbearbeitete Charge ausgetauscht werden. Doch der erste Eindruck täuscht, in diesem Fall steht nicht die schiere Kraft von Roboter und Rundschalttisch im Vordergrund, sondern deren Flexibilität.

Am Anfang stand ein unerhörter Vorschlag

Diese Flexibilität brachte die Gründer von SHL Automatisierungstechnik, die Herren Seelmann, Häring und Lehr, Ende der 80er Jahre auf eine Idee: Könnte man zum Schleifen, Entgraten und Polieren von Bauteilen nicht Industrieroboter einsetzen? Zur damaligen Zeit ein unerhörter Vorschlag. Roboter waren High-tech-Maschinen aus der Automobilindustrie, das automatisierte Schleifen und Polieren von Massenteilen übernahmen damals Kurven- oder CNC-gesteuerte Sondermaschinen.

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Doch Armaturen, Beschläge und Bauteile aus der Medizintechnik und dem Automobilbau wurden immer komplizierter, Freiformflächen hielten vermehrt Einzug und gleichzeitig mussten für steigende Variantenvielfalt und kleinere Serien wirtschaftliche Lösungen gefunden werden. So viel Flexibilität bietet nur ein Roboter. Eine Einsicht, die für SHL zum Erfolgsrezept wurde: Heute liefert das Unternehmen eine umfangreiche Palette von Roboter-, Schleif-, Polier- und Entgratanlagen in die unterschiedlichsten Branchen.

Eigenständige und flexible Lösung gesucht

Doch auch Roboter haben ihre Grenzen, bei allzu komplexen Geometrien scheitern selbst die Gelenkigsten unter ihnen. Um in die letzte Ecke und den letzten Radius zu kommen, müssen zusätzlich die Schleif- und Poliermaschinen, gegen die der Roboter die Werkstücke hält, geschwenkt werden können. Karl-Heinz Oberkampf, Produktionsleiter bei SHL, erinnert sich: „In den ersten Anlagen haben wir unsere Schleif- und Polierautomaten auf eine Eigenkonstruktion aus Getriebe, Gebern und Verriegelungsmechanismen gesetzt, was sehr aufwändig war. Mittelfristig suchten wir nach einer standardisierten, aber dennoch flexiblen Lösung.“

Da waren Herr Oberkampf und seine Kollegen bei Weiss in Buchen genau an der richtigen Adresse. Wolfgang Lehnert vom technischen Vertrieb bei Weiss : „Wir haben ein breites Angebot an Rundschalttischen. Bei gleichen Abmessungen und Belastungsdaten bieten wir sowohl fest getaktete als auch frei programmierbare Tische. Und darüber hinaus je nach Bedarf mit und ohne eigenem Antrieb. Damit können wir SHL und anderen Partnern nicht nur eine hohe Standardisierung bei der Auslegung und Konstruktion bieten, sondern gleichzeitig größtmögliche Flexibilität hinsichtlich des Antriebs und der Steuerung.“

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