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Antriebskette Rollenketten geschmiert ohne Schmiermittel

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Die Rollenkette stellt eine wesentliche Komponente für viele Antriebs- und Fördersysteme dar und bietet auch heute noch eine der effizientesten Methoden zur Kraftübertragung. In diesem Anwendungsfall aus der Papierindustrie half die wartungsfreie „Lambda“-Kette von Tsubaki, die Produktion rentabler zu machen.

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Die intensive F-u-E-Strategie von Tsubaki stellt sicher, dass alle seine Kettenprodukte kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Die intensive F-u-E-Strategie von Tsubaki stellt sicher, dass alle seine Kettenprodukte kontinuierlich weiterentwickelt werden.
(Bild: Tsubaki)

Bei der Fertigung von Hygienepapier lässt ein marktführender Hersteller Papierrollen über ein Speichersystem einer Schnittmaschine zuführten. Dort werden sie auf Länge zugeschnitten. Diese Schneidemaschine war ursprünglich mit einer geschmierten Standard-Kette ausgestattet. Da die Papierrollen allerdings Papierstaub mit sich führen und diesen durch die Bewegung an die Umgebung abgeben, kam es zu Problemen im Produktionsablauf. Die Schmierung auf der Kette wirkte wie ein Magnet für den Papierstaub, der sich an und besonders in den Kettengelenken absetzte. Diese setzten sich mit der Zeit so zu, dass das Nachschmiermittel nicht mehr eindringen konnte. Somit fehlte die notwendige Schmierung im Kettengelenk, was zum frühzeitigen Verschleiß führte und zudem die Beweglichkeit der Gelenke einschränkte.

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Lambda-Kette reduziert Wartungsaufwand

Zur Lösung des Problems empfahl Tsubaki die Schneidemaschine auf die wartungsarme Lambda-Kette umzurüsten. In der Maschine befördern zwei Ketten parallel die Papierrollen. Damit diese optimal zueinander eingestellt sind, gibt es von Tsubaki den sogenannten „Match-and-Tag“-Service. Dieser optionale Prozess stimmt parallellaufende Ketten so aufeinander ab, dass die Ketten mit einer Genauigkeit und minimalen Längentoleranz von max. 0,5 mm Differenz zueinander parallel laufen. Die Lambda-Kette verhindert fortan die Kontamination von Produkt und Maschine und reduziert die sich in den Gelenken absetzende Staubmenge. Der Wartungsaufwand ist reduziert und die Standzeit erhöht.

Die wartungsarme Rollenkette muss zeitlebens nicht geschmiert werden. Dies gelingt durch spezielle ölimprägnierte Sinterbuchsen. Sie sorgen im Kettengelenk dafür, dass immer ausreichend Schmierstoff vorhanden ist. Durch die Selbstschmierung ergibt sich eine hohe Standzeit der Kette. Das nicht vorhandene Schmiersystem reduziert die Betriebskosten. Zudem entfällt die durch Schmiermittel verursachte Kontamination, was die Umwelt freut.

Materialauswahl und Konstruktion optimiert

Die grundlegende Design-Philosophie der Lambda-Kette wurde seit ihrer Einführung beibehalten. Auch wenn es seitdem äußerlich kaum nennenswerte Veränderungen gab, verbesserten die Entwickler regelmäßig die Performance der Kette. So optimierten sie beispielsweise Materialauswahl und Fertigungsverfahren. Dabei zielten die Weiterentwicklungen darauf ab, eine nahezu perfekte Rundheit der Buchsen für eine optimale Kraftübertragung zu erhalten und mehr Schmierstoff in die Sinterbuchse zu bringen.

Die wartungsfreien Lambda-Ketten finden heute Anwendung als Standardausführung oder kundenspezifische Lösung. Beispielsweise gibt es eine Ausführung mit dem lebensmittelkonformen NSF-H1-Schmierstoff oder eine für den Hochtemperaturbereich für mehr als 150 °C Umgebungstemperatur. Andere Varianten schützen mittels Abdichtung des Kettengelenks zusätzlich vor Verunreinigungen. Die Ketten können auch im ANSI oder BS/DIN-Standard mit Mitnehmer- oder Winkellaschen ausgestattet werden. (sh)

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