Roboterbasierte Automatisierung Robotik wird Mainstream

Autor: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Zielgruppen erreichen, die bisher wenig Erfahrung mit Robotik haben – das gehört zur Kuka Mission 2030. Das Unternehmen richtet sich damit verstärkt an Neueinsteiger und Anwender aus dem Mittelstand.

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Die modulare Simulationssoftware Kuka.Sim 4.0. leistet ihren Beitrag zu mehr Einfachheit.
Die modulare Simulationssoftware Kuka.Sim 4.0. leistet ihren Beitrag zu mehr Einfachheit.
(Bild: Kuka)

„Unsere Mission lautet, roboterbasierte Automatisierung einfacher, intuitiver und dadurch für immer mehr Menschen verfügbar zu machen. Der Schlüssel dazu liegt in der einfachen Inbetriebnahme und Programmierung“, sagt Benjamin Baumann, Product Architect „The Robot X-perience” bei Kuka anlässlich einer Fachpressekonferenz. Robotik soll sogar Mainstream werden. Heute gehe ein Unternehmen davon aus, dass Mitarbeiter einen Führerschein haben und ein Fahrzeug fahren können. „So selbstverständlich soll in Zukunft auch der Umgang mit Robotik werden.“

Folgerichtig, dass die einfache Handhabung der Produkte dabei eines der wichtigsten strategischen Ziele ist. Entwicklungen wie das neue Kuka Betriebssystem iiQKA oder die Simulationssoftware Kuka.Sim sollen dazu beitragen, das Benutzererlebnis so intuitiv, leistungsstark und schnell wie möglich zu gestalten.

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Simulationssoftware: Roboterzellen leichter planen

Genau darauf zielt die neue Version Kuka.Sim 4.0. ab. Für Anwender bedeutet das: mehr Funktionalität, weniger Zeitaufwand. Denn es lassen sich Details und Abläufe von Roboterapplikationen schon vor der Inbetriebnahme realistisch simulieren und anschließend zu 100 Prozent auf die echte Steuerung übertragen.

„Die Simulationssoftware erweckt Roboterapplikationen zum Leben noch bevor die echte Anlage in Betrieb genommen wird. Mit der Software verkürzen wir die Zeit für eine Inbetriebnahme vor Ort und können kostspielige Fehler im Feld vermeiden“, erläutert Produktmanager Maik Arnzen die wesentlichen Eigenschaften.

Mehr Planungssicherheit durch Vielzahl von Möglichkeiten

Neben den Import von CAD-Daten ermöglicht die neue Version die einfache Offline-Programmierung des Roboters und eine schnelle Taktzeitanalyse. Außerdem lassen sich Sicherheitsräume 3D-grafisch konfigurieren und das Stoppverhalten der Roboter simulieren. „Die benötigte Gesamtfläche der Zelle kann somit bei der Planung wesentlich reduziert werden“, sagt der Experte.

Kuka.Sim 4.0 erleichtert die Planung von Roboteranwendungen in vielen Branchen: von der Konsumgüterindustrie über die Elektronik- bis hin zur Automobilbranche, insbesondere für Zulieferer. Der neue Kuka Robot Language (KRL) Editor liefert zwei Anwender-Ansichten für die Programmierung des Roboters: eine für Experten und eine für Einsteiger. So erlaubt ein visueller Programmbaum die Programmierung selbst ohne KRL-Kenntnisse.

Anwender profitieren von einer neuen Einfachheit. Die 100-prozentige Datenkonsistenz stellt zudem sicher, dass die virtuelle und die reale Steuerung mit gleichen Daten arbeiten. Ab sofort unterstützt die Software auch die neuen KR Scara und KR Delta Roboter von Kuka.

Modulare Add-ons: Zeit sparen, realistisch planen

Mit dem Modelling-Add-on lässt sich eine individuelle Komponentenbibliothek aus eigenen CAD-Daten erstellen – etwa mit Kinematik, Sensorik, Materialfluss oder physikalischem Verhalten. Das neue Connectivity-Add-on ermöglicht es dem Anwender, die gesamte Zelle virtuell in Betrieb zu nehmen. So entsteht ein digitaler Zwilling, der für mehr Planungssicherheit sorgt.

Der Automatisierungsspezialist setzt dabei auf die Verhaltensemulatoren wie Win MOD und Simit. Mit dem Arc-Welding-Add-On beschleunigen Anwender ihre Offline-Programmierung für Schweißanwendungen: Es lassen sich beispielsweise Anfahrtspositionen oder die optimale Ausrichtung des Roboters für den Schweißprozess definieren.

Von einer 2D-Zeichnung zur 3D-Ansicht und zurück

Von den Exportmöglichkeiten bei Kuka.Sim 4.0 profitieren insbesondere Integratoren: Sie können die Simulation als 3D-PDF exportieren; der Anwender öffnet sie ganz einfach mit dem Acrobat Reader. Auch detaillierte Informationen in 2D für die mechanische Inbetriebnahme lassen sich über den Export bereitstellen.

Ein Highlight: die Produktpräsentation mittels Virtual-Reality-Brille. Über die Mobile Viewer App liefern auch Tablet und Smartphone von unterwegs Simulationsergebnisse. Interessenten können die Demoversion 30 Tage lang kostenlos testen.

Der Schlüssel für die Verbreitung roboterbasierter Automatisierung liegt also in der einfachen Inbetriebnahme und Programmierung. Dadurch können mehr Menschen, Unternehmen und Märkte die Vorteile dieser Technologie und vorantreiben.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Ines Stotz

Dipl. -Ing. Ines Stotz

Fachredakteurin Automatisierung, Maschinenbau-Ingenieurin, Fachjournalistin seit 2001; Vogel Communications Group