Handhabung Reger Flugverkehr unterm Hallendach

Redakteur: Jan Vollmuth

Mehr als nur Pizza liefern: Der Drohnengreifer von Röhm transportiert in Produktionshallen Werkzeuge oder anderes über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg ans Ziel. Der Greifer entstand in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und den Industrie-4.0-Experten von Digital Worx.

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Der Drohnengreifer von Röhm ermöglicht den mannlosen Transport von Werkzeugen oder sonstigen Erzeugnissen in Produktionshallen.
Der Drohnengreifer von Röhm ermöglicht den mannlosen Transport von Werkzeugen oder sonstigen Erzeugnissen in Produktionshallen.
(Bild: Röhm)

Die einen nutzen Drohnen, um aus luftiger Höhe die Erde zu fotografieren, andere wollen mit Hilfe der wendigen Fluggeräte Pakete ausliefern. Gerade Logistiker sehen in Drohnen eine vielversprechende Lösung für einen wirtschaftlichen Warentransport – auch in unzähligen Fertigungsbetrieben weltweit.

Bei solchen Handlingaufgaben reicht allerdings nicht, dass Drohnen von einem Punkt zum nächsten fliegen. Sie müssen darüber hinaus weitere Aufgaben erfüllen: So müssen Waren beispielsweise zuverlässig und passgenau gegriffen und innerhalb kürzester Zeit ohne menschliche Unterstützung an den Bestimmungsort gebracht werden.

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Waren zuverlässig ans Ziel bringen

Der neue Drohnengreifer von Röhm zeigt, dass diese Anforderungen der Logistik bereits heute erfüllt werden können. Für vielseitige Einsatzmöglichkeiten seiner Drohne hält der Greiftechnik-Spezialist ein indirektes und ein direktes Greifsystem im Programm. Beim indirekten Greifsystem fliegt die Drohne mit dem montierten Greifer das mit einem Adapterring versehene Objekt an. Das können beispielsweise rechteckige Behältnisse sein. Die optionalen Endschalter, die in 3 x 120° um den Greifer herum angeordnet sind, ermöglichen eine Überprüfung der korrekten Position des Greifers. Sobald alle drei Endschalter ein Signal senden, hervorgerufen durch die Auflage auf den Adapterring, kann der elektrisch angetriebene Servomotor angesteuert werden.

Beim direkten Greifsystem wiederum fliegt die Drohne mit dem montierten Greifer das Objekt direkt und zielgenau an. Dazu wird die Drohne zuvor genau positioniert. Bei der Landung wird das Eigengewicht der Drohne durch eine zentral angebrachte Dämpfung abgefedert, was für ein sanftes Aufsetzen der Drohne sorgt. Geichzeitig liegen die gekrümmten Greifflächen frei. Das Ausschwenken der Greifarme wird vom Servomotor geregelt. Einführschrägen an den Greiferarmen unterstützen den Greifvorgang.

Sanftes Andocken sichergestellt

Das System soll besonders wartungsfreundlich sein: Für einen reibungslosen Betriebsablauf ist keine Schmierung erforderlich, der langlebige Servoantrieb erfolgt elektrisch. Zum sanften Andocken auch an empfindliche Teile ist ein integriertes Dämpfungssystem enthalten. Außerdem können die Greiferbacken individuell an die zu greifenden Objekte angepasst werden: Sie werden von Röhm im additiven Verfahren gedruckt. So können selbst komplexe Formen gegriffen werden. Röhm bietet zudem eine teilweise Selbstzentrierung an, die das Handling weiter vereinfachen soll.

Logistikdrohnen werden nicht in jedem dieser Bereiche die einzige und ultimative Lösung darstellen, doch sie können in vielen Fällen den „Mix“ aus Liefermöglichkeiten zumindest sinnvoll erweitern. Auf mitunter großflächigen Firmengebäuden können die Drohnen täglich hunderte oder tausende „Auslieferungsflüge“ übernehmen. Das autonome Navigieren in Indoor-Umgebungen stellt durch die hohe Komplexität und Dynamik der Umgebung eine große Herausforderung dar. (jv)

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