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Online Diagnostics Network Predictive Maintenance macht Wartung in der Gummiindustrie effizienter

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Weniger Energieverbrauch und eine vorausschauende Wartungsstrategie: Diese Ziele verfolgte die Gummiwerk KRAIBURG GmbH & Co. KG bei der Einführung eines neuen Walzwerks. Predictive Maintenance mit dem Online Diagnostics Network (ODiN) und ein Frequenzumrichter von Rexroth haben beides möglich gemacht.

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Die Walzwerke von Kraiburg laufen fast durchgängig im Dreischichtbetrieb. Daher spielt die Maschinenverfügbarkeit eine extrem wichtige Rolle.
Die Walzwerke von Kraiburg laufen fast durchgängig im Dreischichtbetrieb. Daher spielt die Maschinenverfügbarkeit eine extrem wichtige Rolle.
(Bild: Bosch Rexroth)

Kautschukmischungen werden unter anderem in den Walzwerken der Gummiwerke Kraiburg GmbH & Co. KG hergestellt. Dort bewegen hydraulische Hägglunds-Radialkolbenmotoren von Bosch Rexroth die Walzwerke, die die Gummimischungen homogenisieren und auswalzen. Als Kraiburg ein neues Walzwerk in den Maschinenpark einführen wollte, standen ein zukunftsorientiertes Wartungskonzept sowie eine hohe Energieeffizienz im Fokus.

„Da unsere Walzwerke fast durchgängig im Dreischichtbetrieb laufen, spielt die Maschinenverfügbarkeit eine extrem wichtige Rolle“, erklärt Günther Beisser, der bei Kraiburg in der Anlagenplanung arbeitet. „Schließlich verzögern Ausfälle bei einer einzigen Maschine den gesamten Produktionsprozess und verursachen so am Ende extrem hohe Kosten.“ Um das zu verhindern, werden Maschinen üblicherweise nach einer bestimmten Anzahl an Betriebsstunden gewartet. Wie das anders gehen kann, wollte das Unternehmen beim neuen Walzwerk herausfinden und machte deshalb bei der Wartung einen Schritt in Richtung Zukunft.

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Vorausschauend handeln

Mit Angeboten zur Zustandsüberwachung und vorausschauenden Wartung will Bosch Rexroth verschiedenste Optionen bieten, welche individuell gestaltet werden können. Die Möglichkeiten reichen dabei von der Ausstattung der Anlagen mit intelligenten Sensoren und Komponenten über die Implementierung von Zustandsüberwachung beim Kunden bis hin zu der Analyse der Daten durch Bosch Rexroth.

Kraiburg setzt für seine neue Anlage auf Odin (Online Diagnostics Network) von Rexroth. Kerngedanke dieses Dienstleistungspakets ist es, Wartungsarbeiten durch das Zusammenspiel von Sensorik, Cloud-basierten Anwendungen und Machine-Learning-Methoden auszuführen – bevor ein Stillstand eintritt. Bei Kraiburg erfassen in der Anlage Sensoren Daten zum Ölbehälter, den Pumpen, Motoren und dem elek­trischen Antrieb. Gemessen werden unter anderem Temperaturen, Ölstände, Volumenströme und Drücke. Die Daten werden an Bosch Rexroth geschickt und dort analysiert.

Ausgeklügeltes Monitoring

Nach der Installation des neuen Walzwerks sammelte Odin in einer Trainingsphase Daten zu allen überwachten Komponenten. Auf Grundlage dieser Daten ermittelte ein Algorithmus einen „Gesundheitszustand“ für das Walzwerk. Nach der Einlernphase überwacht Odin kontinuierlich diesen Health Index des Walzwerks. Bricht nur ein einzelner Messwert aus dem Toleranzband aus, führt das nicht unbedingt zu einer Warnung, da Verschleiß selten mit einem einzigen Si­gnal erfasst werden kann. Verschlechtert sich der Health Index aber, weil sich die Daten mehrerer Sensoren verändern, warnt das System – selbst wenn die einzelnen Veränderungen innerhalb der definierten Grenzen liegen.

Dabei zeigt der Health Index nicht nur den Zustand des überwachten Aggregats an, sondern auch schleichende Veränderungen der vor- und nachgelagerten Bauteile. Wenn Bewegungen über die Zeit länger dauern oder mehr Kraft erfordern, ist das ein Hinweis auf einen Verschleiß in der Mechanik oder Hydraulik. Odin gibt entsprechende Hinweise und hilft, konkrete Handlungsempfehlungen zu erstellen. (br)

Hannover Messe 2017: Halle 23, Stand 19

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