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3D-Druck Neue FDM-Technologie ermöglicht das Drucken unbegrenzt langer Bauteile

| Redakteur: Katharina Juschkat

Stratasys hat in seiner Zentrale in den USA den 3D-Druck der nächsten Generation in Form zweier neuer Technologien der Öffentlichkeit vorgestellt. Von den Systemen soll vor allem die Luft- und Raumfahrtindustrie und die Automobilindustrie profitieren können. Mit den neuen Systemen fallen Stützstrukturen fast vollständig weg – und Anwender können unbegrenzt große Bauteile drucken.

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Stratasys stellte Ende August in seiner Zentrale gemeinsam mit den Partnern Siemens, Boeing und Ford FDM-Technologien vor, die neue Möglichkeiten für den 3D-Druck eröffnen sollen.
Stratasys stellte Ende August in seiner Zentrale gemeinsam mit den Partnern Siemens, Boeing und Ford FDM-Technologien vor, die neue Möglichkeiten für den 3D-Druck eröffnen sollen.
(Bild: K. Juschkat/konstruktionspraxis)

Stratasys, Unternehmen für Lösungen im Bereich 3D-Druck und Additive Fertigung, will bei der IMTS 2016 im Rahmen seiner Vision „Shaping what's next“ FDM-Technologien der nächsten Generation präsentieren. Die IMTS – International Manufacturing Technology Show – ist die größte Messe für Fertigungstechnologie in Nordamerika und findet vom 12. bis 17. September in Chicago statt. Vorab präsentierte das Unternehmen seine neuen Konzepte in seiner Zentrale in Eden Prairie, USA, der Presse. Wir waren vor Ort und haben uns ein Bild von den neuen Technologien gemacht.

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Mit dem Infinite-Build-3D-Demonstrator unbegrenzt lange Bauteile drucken

Gerade in der Luft- und Raumfahrtindustrie und der Automobilindustrie besteht großer Bedarf an leichten, thermoplastischen und gleichzeitig großen Bauteilen mit reproduzierbaren mechanischen Eigenschaften. Der jetzt entwickelte Infinite-Build-3D-Demonstrator von Stratasys will genau diese Anforderungen erfüllen. Der Drucker soll buchstäblich uneingeschränkt große Bauteile drucken können – daher der Name „Infinite Build”. Dabei druckt das System die Bauteile vertikal, wodurch sie in der Länge, also in Baurichtung, eine praktisch uneingeschränkte Bauteilgröße haben können.

Der Luft- und Raumfahrtriese Boeing hat dabei eine wichtige Rolle gespielt, um die Anforderungen und Spezifikationen der Anlage festzulegen. Boeing verwendet zurzeit einen Infinite-Build-3D-Demonstrator, um die Produktion von leichten Bauteilen mit geringem Volumen zu testen. Mit der Ford Motor Company ist auch ein Automobilhersteller dabei, neue Anwendungsmöglichkeiten für die Anlage auszutesten. Ford und Stratasys wollen gemeinsam neue Anwendungen für 3D-gedruckte Materialien in der Automobilindustrie testen und entwickeln, die aufgrund von Größenbeschränkungen bisher nicht möglich waren. So wollen die Unternehmen das Produktdesign beschleunigen.

Prototypen schneller und kostengünstiger herstellen

„Additive Fertigung ist für Boeing und unsere Kunden eine große Chance”, erklärt Darryl Davis, Präsident von Boeing Phantom Works. „Daher haben wir vor mehr als zehn Jahren eine strategische Zusammenarbeit mit Stratasys bei dieser Technologie begonnen. Wir suchen immer nach Möglichkeiten, die Kosten und das Gewicht von Luftfahrzeugstrukturen zu senken. Außerdem suchen wir nach neuen Wegen, um schneller Prototypen zu fertigen und neue Werkzeuge und Produkte zu testen, um sie unseren Kunden kostengünstiger und schneller anbieten zu können.” Mit dem Infinite-Build-3D-Demonstrator kann das Unternehmen viel größere Produkte in denkbar unbegrenzter Länge fertigen. „Damit haben wir ein bahnbrechendes Tool zur Ergänzung unserer additiven Fertigungsprozesse”, schließt Davis.

Der Director Vehicle Enterprise Sciences, Ford Research & Advanced Engineering, Mike Whitens, erklärt zu dem Infinite-Build-3D-Demonstrator: „3D-Druck eröffnet beste Aussichten für einen Wandel in der Automobilkonstruktion, da er neue Möglichkeiten bietet. Unsere Vision bei Ford ist es, schnell und qualitativ hochwertig Bauteile für die Automobilindustrie zu drucken. Wir sind auf die Chancen gespannt, die wir mit dem skalierbaren, vielseitigen Infinite-Build-Modell in Zukunft umsetzen können, und freuen uns, gemeinsam mit Stratasys an der Verwirklichung unserer Ziele zu arbeiten.”

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