Industrielle Messtechnik Messtechnikspezialist SIKO feiert 50-jähriges Jubiläum

Redakteur: Jan Vollmuth

SIKO mit Sitz in Buchenbach zählt heute zu den weltweit führenden Unternehmen für Winkel- und Längenmesssysteme. Seit 50 Jahren entwickelt und produziert SIKO aufbauend auf dieser Kernkompetenz Produkte für die Automatisierungs- und Antriebstechnik.

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Stehen heute an der Spitze von SIKO: Personalchefin Ursula Wandres und Geschäftsführer Horst Wandres.
Stehen heute an der Spitze von SIKO: Personalchefin Ursula Wandres und Geschäftsführer Horst Wandres.
(Bild: SIKO)

Das einstige Ein-Mann-Unternehmen ist heute ein kleiner Global-Player und beschäftigt weltweit rund 220 Mitarbeiter. Die Messsysteme werden in mehr als 30 Ländern angeboten, jüngst wurde in Singapur eine Vertriebsniederlassung eröffnet. Trotz internationaler Expansion steht das Unternehmen zu seinen badischen Wurzeln und insbesondere zu den Mitarbeitern, die damals wie heute den unternehmerischen Erfolg überhaupt erst ermöglichen.

„Der Ursprung von SIKO geht auf das Jahr 1963 zurück“, erinnert sich Diplom-Wirtschaftsingenieur Horst Wandres, heutiger Geschäftsführer und jüngster Sohn des Firmengründers Günther Wandres. Dem Gründer fiel der Entschluss zur Selbständigkeit nicht leicht: Günther Wandres leitete in Karlsruhe ein Unternehmen für Antriebstechnik, das verkauft werden sollte. Das Angebot einer neuen Position in einem Konzern bot für ihn keine Perspektive. Anstatt einer finanziellen Abfindung entschied er sich dafür, eine kleine Produktgruppe zu übernehmen, die nicht zum Kernbereich des Unternehmens gehörte: Handräder mit Positionsanzeigen, die vorwiegend zur Drehzahlregelung an stufenlosen Getrieben eingesetzt wurden.

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Unternehmensstart im Keller

Im Herbst 1963 wurden im Keller des Schwagers die ersten Positionsanzeigen montiert, die sofort sehr gefragt waren. Der Umsatz reichte jedoch nicht aus, die Familie zu ernähren, so dass zusätzlich Konstruktionsaufträge aller Art ausgeführt und zudem eine Industrievertretung für Getriebemotoren übernommen wurde. Dieser verdankt SIKO den Namen: „Süddeutsches Industrie Kontor Dr. Ing. G. Wandres“.

Trotz Verlegung der Produktion im Jahre 1964 nach Unteribental sorgte die hohe Nachfrage für chronischen Platzmangel. Eine räumliche Vergrößerung war unausweichlich. Für den Pragmatiker Günther Wandres war das Ausfüllen eines Bauantrages allerdings reine Zeitverschwendung. Gut geschützt durch den Ibentäler Wald wurde - meist nach Einbruch der Dunkelheit - die Erweiterung der Produktionsräume „in Eigenregie“ umgesetzt. „Heute völlig undenkbar“, schmunzelt Firmenchef Wandres, damals aber typisch für seinen Vater. Doch 1971 drohte der Firma das Aus. Die fehlende Baugenehmigung flog auf, das Landratsamt ordnete die sofortige Produktionseinstellung an und drohte mit dem unverzüglichen Abriss der Firmengebäude. In unmittelbarer Nähe, auf der Weihermatte in Buchenbach, wurde dann ein alternativer Firmensitz gefunden, wohin 1972 der Umzug erfolgte.

Erste digitale Positionsanzeigen

Mitte der 1970er Jahre wurde zusätzlich eine Transformatorenfertigung übernommen, die allerdings rund zehn Jahre später eingestellt wurde. Der Preisdruck aus Asien war für den deutschen Mittelständler einfach zu groß. Parallel kamen die ersten digitalen Positionsanzeigen auf den Markt. Das damalige Novum: Der Maschinenbediener konnte den Positionswert an seiner Maschinenspindel fortan digital und auf ein Zehntelmillimeter genau ablesen.

Nachdem sich die mechanischen Positionsanzeigen hervorragend etabliert hatten, investierte SIKO in die Entwicklung elektronischer Messsysteme für die Weg- und Winkelmessung. 1982 wurde der erste elektronische Hohlwellendrehgeber vorgestellt, dem in den Folgejahren eine ganze Palette von unterschiedlichen elektronischen Messwertgebern und Messanzeigen folgte. Das ausgeprägte Innovationsbewusstsein bei SIKO sollte sich auch in der zweiten Generation fortsetzen.

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