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Oberflächenbeschichten Lackiergerecht konstruieren

| Autor / Redakteur: Rudolf Münnich und Alexander Bachl* / Dorothee Quitter

Eine optimale Beschichtungsqualität erfordert eine sorgfältige Abstimmung von Technologie, Materialien sowie Eigenschaften und Beschaffenheit der Bauteile.

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Kathodisches Tauchlackieren ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem die Flüssigkeit überall am Bauteil hingelangen und auch wieder ablaufen muss.
Kathodisches Tauchlackieren ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem die Flüssigkeit überall am Bauteil hingelangen und auch wieder ablaufen muss.
(Bild: Ebbinghaus Verbund)

Die Kathodische Tauchlack (KTL)-Beschichtung ist ein elektrochemisches Verfahren, bei dem Bauteile in einem Tauchbad mit elektrisch leitfähigem, wässrigen Tauchlack beschichtet werden. Die Schichtdicke, mit der der Lack auf dem Bauteil abgeschieden wird, ist abhängig von der Teilegeometrie und der Höhe der angelegten Spannung. Am Ende wird die Beschichtung in einem Trockenofen bei Temperaturen zwischen 150°C und 230°C eingebrannt. So entsteht eine lösemittel- und korrosionsbeständige, gegen Säuren und Laugen resistente Oberfläche. Um eine qualitativ hochwertige Beschichtung gewährleisten zu können, muss bereits im Vorfeld, bei der Konstruktion und der Vorbehandlung der Bauteile, einiges beachtet werden.

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Konstruktive Maßnahmen

Bei der Konstruktion eines Bauteils, das anschließend KTL beschichtet werden soll, muss bedacht werden, dass KTL ein Tauchverfahren ist, und die Flüssigkeit einerseits überall hin gelangen muss und andererseits vollständig und rasch vom Bauteil wieder ablaufen muss. Das bedeutet, die Bauteil-Geometrie muss hinsichtlich des Beschichtungsverfahrens optimiert werden. Die konstruktive Gestaltung der Werkstücke trägt erheblich zur Beschichtungsfähigkeit und damit zur Vermeidung unnötiger Kosten bei. Besonders Bohrungen, Hinterschneidungen, Aufdopplungen, enge Spalten, Nuten, Querschnittsübergänge, kleine Übergangsradien an Hohlkehlen und dergleichen müssen vermieden werden. Da die Bauteile im Allgemeinen an speziellen Vorrichtungen aufgehängt oder aufgesteckt werden, um sie zu tauchen, sollte sich bereits der Konstrukteur Gedanken um entsprechende Aufnahmepunkte am Bauteil machen.

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