Oberflächenbeschichten

Lackiergerecht konstruieren

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Enge Spalten vermeiden

An Hinterschneidungen, engen Spalten sowie kleinen Übergangsradien (<2 mm) an Hohlkehlen, Nuten und Querschnittsübergängen entstehen Kapillare, aus denen Verschmutzungen wie Öle und Fette bei der Vorbehandlung nur schlecht entfernt werden können. Auch Chemikalien, die im Vorbehandlungsprozess eingesetzt werden, lassen sich nur schwer wieder entfernen. Treten in diesen Bereichen bei der Beschichtung Fehler auf, ist hier eine Nachbearbeitung sehr aufwendig und teuer. Die Entlackungsmedien setzen sich hier fest, was dazu führt, dass eine qualitätsgerechte Beschichtung nicht mehr möglich ist. Beim Einbrennen des KTL-Lacks treten an diesen Stellen häufig Lackstörungen auf und der erzielte Korrosionsschutz ist nicht gegeben.

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Ablauf aus Hohlräumen sicherstellen

Grundsätzlich ist bei Bauteilen eine Geometrie zu vermeiden, die das vollständige Ablaufen der Flüssigkeiten verhindert. Das bedeutet, in vorhandene Hohlräume eindringende Flüssigkeiten müssen ungestört und rasch abfließen können. Es müssen Ablaufspalten oder Bohrungen vorgesehen werden. Das jeweilige Hohlraumvolumen gibt die Größe der Ablaufbohrungen vor. Sie sollten zur Vermeidung von Kapillarwirkungen einen Mindestdurchmesser von 4 mm aufweisen. Eine weitere Problematik von Hohlräumen ist die Verunreinigung der Prozessmedien. Die Bauteile werden beim Tauchprozess nacheinander in verschiedene Bäder getaucht. Damit die Flüssigkeit aus dem einen Bad nicht in das nächste „verschleppt“ wird und die Beschichtungsqualität nachhaltig auch für nachfolgende Bauteile mindert, muss die Flüssigkeit optimal ablaufen können. Wichtig ist hier auch, dass der Konstrukteur die Bauteilpositionierung beim Beschichtungsprozess bedenkt. Wie kann bzw. muss das Bauteil im Gehänge aufgehängt werden, damit das gewünschte Auslaufverhalten sichergestellt wird?

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