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Gleitlager „Kunststoffgleitlager sind ernst zu nehmende Maschinenbauteile“

Über 1 Mrd. Kunststoffgleitlager hat Igus im Jahr 2017 produziert. Geschäftsführer Frank Blase ist sich sicher, dass das Potenzial, herkömmliche Lager gegen Kunststofflager zu tauschen, weiterhin riesig bleibe. Seit fast 40 Jahren bietet das Unternehmen solche Kunststoffgleitlager an und es wird nicht müde, zu zeigen, wie man damit Techniken verbessern und Kosten senken kann.

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Lemken ist Hersteller von Anbaugeräten für den professionellen Pflanzenbau. Das Unternehmen setzt schmierfreie Iglidur-Gleitlager in den Geräten ein und erspart dem Anwender damit viele Schmierstellen.
Lemken ist Hersteller von Anbaugeräten für den professionellen Pflanzenbau. Das Unternehmen setzt schmierfreie Iglidur-Gleitlager in den Geräten ein und erspart dem Anwender damit viele Schmierstellen.
(Bild: S. Häuslein/konstruktionspraxis)

12.000 Tribo-Tests tätigt Igus im Jahr im hauseigenen Testlabor. Diese und viele weitere Versuche und Analysen ermöglichen dem Unternehmen genaue Lebensdauerberechnungen seiner Kunststoffgleitlager. Daher ist Igus auch von der Qualität seiner Produkte aus unterschiedlichsten Polymeren überzeugt. „Kunststoffgleitlager sind ernst zu nehmende Maschinenbauteile“, sagt Geschäftsführer Frank Blase. Daher hat das Unternehmen auch über 1 Mrd. Gleitlager im Jahr 2017 produziert. Der Wälzlagermarkt sei riesig. Daher auch das Potenzial sehr hoch, Wälzlager oder auch metallische Gleitlager gegen Kunststoffgleitlager zu tauschen, so die Prognose von Frank Blase. Natürlich komme es auch auf den Anwendungsfall an. Alle Lager seien nicht austauschbar. Aber Igus hat einige Anwendungsfälle im petto, bei denen der Austausch die Technik verbessert und Kosten gesenkt hat.

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Polymere in der Zylinderfertigung

Beispielsweise verwendet IMI Precision Engineering Polymere in der Zylinderfertigung. „Durch den Einsatz von Kunststoffbauteilen konnten wir konstruktive Verbesserungen realisieren und die Leistung unserer Produkte steigern“, erklärt Ralph Riedel, Leiter des Technikzentrums in Alpen. Das Unternehmen setzt bei zwei Zylinderbaureihen konstruktiv auf Kunststoffteile: dem IMI Norgren Lintra, Serie 146000 sowie dem IMI Norgren-Zylinder der Baureihe Isoline. Bei letzterem kommt bei Kolben und Kolbenstangenlagern Kunststoff zum Einsatz. Neben der Gewichtsersparnis und gesteigerten Leistung soll der Einsatz von Kunststoff zu effizienteren Montageprozessen beitragen. So werden besondere Werkzeuge oder weitere Betriebsmittel wie Pressen nicht mehr benötigt. Eine reduzierte Reibung, gesteigerte Laufruhe und ein minimierter Haftgleiteffekt der Kunststoffgleitlager brachten ebenfalls konstruktive Vorteile. „Es macht Spaß mit Igus solche Teile zu entwickeln“, bestätigt auch Dietmar Grün, Business Development Manager Actuator bei IMI Precision Engineering.

Kunststoffgleitlager in der Landwirtschaft

Auch der Landmaschinenhersteller Lemken hat gute Erfahrungen mit Igus´ Kunststoffgleitlagern gemacht. Vor allem die schmiermittelfreien Eigenschaften der Lager sind in der Landwirtschaft von Vorteil. „Der Mensch ist von Natur aus eher träge. Muss der Anwender einmal am Tag durch die Maschine klettern, um alle vorhandenen Schmierstellen zu schmieren, macht er das eben sehr ungern, da auch der Zeitfaktor eine Rolle spielt“, sagt Lars Heier, Produktmanager bei Lemken. Das Unternehmen ist Spezialanbieter für Anbaugeräte im professionellen Pflanzenbau. In einigen neuen Geräten wurden mittlerweile Lagerstellen mit Kunststoffgleitlagern von Igus ausgestattet – beispielsweise die Taschenlagerung der Scheiben einer Kurzscheibenegge. Dank der schmiermittelfreien Kunststoffgleitlager entfallen an einem Gerät 48 Schmierstellen. Auch die Einzelkornsaatmaschine für Mais und Soja, die Lemken für die Saison 2018 komplett neu entwickelt hat, ist an einigen Lagerstellen mit Kunststoffgleitlagern ausgestattet. An einer achtreihigen Maschine werden so 80 Schmierstellen eingespart. Die größte Herausforderung bei Geräten für die Landwirtschaft liege bei der Dichtung und den hohen Kräften, die in den Geräten wirken, so Heier. Dreck und Staub seien im Arbeitseinsatz alltäglich und Komponenten müssten diesbezüglich geschützt werden. Auch dabei stehe Igus mit Rat und Tat beiseite.

17 Standardwerkstoffe in 113 Abmessungen

Laut eigener Aussage hat Igus rund 17 Standardwerkstoffe in mindestens 113 Abmessungen ab Lager verfügbar. Aber auch kundenspezifische Teile gehören zum tagtäglichen Geschäft. „Metallische Technologien haben auch Ihre Daseinsberechtigung. Aber Kunststoff funktioniert eben auch. Seit den 80er-Jahren sind wir mit Kunststoffgleitlagern auf dem Markt. Sie haben sich schon lange bewährt. Das Thema ist also nicht neu. Wir fokussieren es dennoch wieder vermehrt, da das Potenzial so hoch ist und wir von den Vorteilen und Anwendungsmöglichkeiten überzeugt sind“, sagt René Achnitz, Head of Business Unit Iglidur Lager bei Igus. Das positive Feedback der beiden Anwender hat dies bestätigt.

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