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Virtuelle Realität

Künstliche Welten in der Entwicklung sinnvoll einsetzen

| Redakteur: Jan Vollmuth

Von der Produktentwicklung bis zu Wartung und Services: Virtuelle Realitäten eröffnen Unternehmen neue Welten. Gleichzeitig helfen sie ihnen, Zeit und Kosten zu sparen. Beim „AR & VR Experience Day“ Mitte Juni 2017 am Fraunhofer IEM waren aktuellen Entwicklungen im Einsatz zu sehen.

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AR in der Entwicklung: Ein Prototyp wird virtuell über eine AR-Brille an seinen späteren Einsatzort projiziert.
AR in der Entwicklung: Ein Prototyp wird virtuell über eine AR-Brille an seinen späteren Einsatzort projiziert.
(Bild: Fraunhofer IEM)

Axel Schwarz streift die Brille über den Kopf, die ihn wenige Sekunden später in virtuelle Welten entführen wird, und rückt die breiten Gummibänder zurecht, die sie auf seinem Kopf halten. In der Brille, die wie eine Taucherbrille aussieht, die vorne vollkommen geschlossen ist, befinden sich Displays, auf die Axel Schwarz nun wie auf eine Kinoleinwand blickt. Sie zeigen dem Gruppenleiter Digitale Produktvisualisierung bei Miele den sogenannten Miele Professional Sterilisator. Mithilfe zweier Joysticks navigiert er sich digital durch die großformatige Anlage, kann Prozesse simulieren und Arbeitsabläufe planen.

Prototypen virtuell testen

William Neufeld vom Fraunhofer IEM trägt ebenfalls eine Brille, in diesem Fall mit der Technologie Augmented Reality. Sie projiziert dem Wissenschaftler den Entwurf einer Industriezentrifuge ins Blickfeld. Der Prototyp wird virtuell an seinem späteren Einsatzort eingeblendet. William Neufeld prüft Größe und Anschlüsse der Zentrifuge, die am für sie geplanten realen Einsatzort zu stehen scheint, und konfiguriert sie. Anschließend leitet er diese Konstruktionsinformationen über Internet an sein Büro weiter. Das spart Zeit und vermeidet Korrekturschleifen.

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Dieses Beispiel des Miele Professional Sterilisators zeigt, wie der Maschinenhersteller bereits heute mittels Augmented Reality (Erweiterte Realität, AR) Produkte entwickelt. Dabei wird das Unternehmen vom Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik und Mechatronik IEM mit Sitz in Paderborn tatkräftig unterstützt. Zu sehen war diese Anwendung anlässlich des „AR & VR Experience Day“ Mitte Juni 2017 in den Räumen des Fraunhofer IEM.

Technologien auf dem Siegeszug

„Augmented Reality und Virtual Reality sind aktuell auf dem Siegeszug“, so Dr.-Ing. Harald Anacker, Abteilungsleiter Produktentwicklung am Fraunhofer IEM. „Die benötigten Endgeräte – Brillen oder Tablets – sind technologisch ausgereift und inzwischen bezahlbar. Für Unternehmen werden AR und VR also immer interessanter.“

Die beiden Technologien bieten faszinierende Möglichkeiten: Bei Virtual Reality (Virtuelle Realität, VR) werden am Computer Bilder oder ganze Welten simuliert, in die der Nutzer mithilfe einer VR-Brille vollständig eintaucht, sich darin bewegen und handeln kann. Bei Augmented Reality werden virtuelle Bilder in die reale Welt eingeblendet, aktuell ebenfalls über Brille oder Tablet. Aus der Wirklichkeit wird eine interaktive Umgebung.

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