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Bioklebstoff Klebstoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt

| Redakteur: Dorothee Quitter

Forscher vom Fraunhofer UMSICHT haben gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie einen neuartigen Haftschmelzklebstoff auf Pflanzenbasis entwickelt, der sich auch im großen Maßstab produzieren lässt.

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Haftklebstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter Raumtemperatur permanent klebrig bleiben. Mögliches Einsatzgebiet des neuen Bio-Haftklebstoffs können Klebebänder sein.
Haftklebstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter Raumtemperatur permanent klebrig bleiben. Mögliches Einsatzgebiet des neuen Bio-Haftklebstoffs können Klebebänder sein.
(Bild: Fraunhofer Umsicht)

Als Haftschmelzklebstoff wird ein Haftklebstoff (eng. Pressure Sensitive Adhesives, PSA) bezeichnet, der aus einer Schmelze verarbeitet wird. Sie bestehen im Wesentlichen aus den drei Basis-Komponenten: Rückgratpolymer, Klebrigmacher, Weichmacher und weiteren Additiven. Rückgratpolymere – auch Basispolymere genannt – sind für den Zusammenhalt der gesamten Formulierung und für die Klebkraft verantwortlich. Für die Herstellung von Haftklebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ist die Wahl des Rückgratpolymers von großer Bedeutung. Unter dem Aspekt der Verfügbarkeit, der Kosten, der Modifizierungsmöglichkeiten, der Nachhaltigkeit und der Verträglichkeit mit Trägersubstraten ist die Wahl im Projekt „Bio PSA“ auf Poly-L-Milchsäure (PLA) gefallen. Dieses Polymer aus nachwachsenden Rohstoffen ist im world-scale Maßstab und zu vergleichbaren Preisen wie fossil basierte Rückgratpolymere verfügbar. Den Partnern des Projekts ist es gelungen, das Rückgratpolymer chemisch so zu verändern, dass daraus ein auf PLA-basierender Klebstoff formuliert werden kann, der ähnliche Klebeigenschaften wie kommerzielle Klebstoffe erzielt. Für den Bioklebstoff haben sich aus etwa 300 Formulierungen zwei als geeignet erwiesen, die schließlich im kleinen Technikumsmaßstab erfolgreich hergestellt und getestet wurden. Eine Übertragung in die industrielle Praxis ist möglich. Die Rezeptur des neuen Bioklebstoffs wurde an der Westfälischen Hochschule, Standort Recklinghausen, gemeinsam mit den Industriepartnern Jowat SE und Henkel entwickelt und optimiert. (qui)

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