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Technik Made in Germany
Die digitale Antriebstechnik der Kabelzuschneider besteht aus Elektroservomotoren mit geregelten Frequenzumrichtern. Die Trommel wird dabei nicht wie oft üblich am Flansch sondern über die Mitte angetrieben. Das gestattet einen besseren Rundlauf. In einer Anlage sind bis zu zehn Antriebsregler mit Profinet-Schnittstellen für die Fernwartung eingebaut. Übers Internet lässt sich so der Maschinenzustand analysieren, so dass Wartungsmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können. In beiden Maschinen befinden sich Ultraschallsensoren, die den Trommeldurchmesser erfassen und an die Steuerung weitergeben. „Hohe Geschwindigkeiten bei optimaler Zugkraftsteuerung ist neben der Sicherheit das zweitwichtigste Merkmal“, sagt Wößner. „Wir fahren hier Geschwindigkeiten bis zu 250 Meter pro Minute.“
Geeichtes Messsystem für Europa
Ein weiterer Vorteil ist die Zugkraftregelung mit dem eingebauten Kabelspeicher. Eine spezielle Funktion in dieser Speichertechnik reguliert die Zugkraft beim Wickeln von empfindlichen Kabeln. Der Speicher fungiert als Puffer; er synchronisiert Abwickler und Aufwickler, um die Zugkräfte gering zu halten. „Hier haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, so Wößner. „Bei den neuen Maschinen haben wir die digitale Antriebstechnik noch mal verbessert, um die Zugkräfte auf die Kabel, speziell bei direktem Umwickeln noch genauer auf die Abwicklung abzustimmen.“
Eine Verschiebetechnik gestattet zudem das Wegfahren des Speichers für direktes Umwickeln, was bei dickeren und steiferen Kabel erforderlich ist. Aufgewickelt wird auf sogenannte Ringwickler für kleinere Längen oder Trommelwickler für größere Kommissionierungen. „Unsere Maschinen verfügen über ein nach PTB- (Physikalisch Technische Bundesanstalt) Vorgaben geeichtes Längenmesssystem und zwar mit europaweiter Gültigkeit“, so der Vertriebsleiter stolz. Das sei bei anderen Anbietern nicht ganz selbstverständlich. Hier gebe es viele schwarze Schafe und schließlich möchte der Kunde ja genau die Länge geliefert bekommen, die er auch bestellt hat.
Einfacher Datenaustausch
Alle relevanten Daten wie Konfektionslänge oder Restschnittlänge werden per Datenaustausch zwischen Maschine und Logistikwarehouse-System übermittelt. „Wichtig ist auch die Datenübergabe von der Trommelförderstrecke anderer Hersteller zu den Maschinen. „Hier haben wir alle nötigen Schnittstellen für den Datenaustausch geschaffen“, so Wößner. „Wir schätzen sehr die Möglichkeit, alle Datensysteme miteinander koppeln zu können, so dass unsere EDV mit dem Lagersystem unserer Kunden kommuniziert.“, betont Posadzy. „All diese Schnittstellen lassen sich zudem sehr einfach steuern.“
Kleine Zuschnitte in der Überzahl
„Je effizienter die Maschinen arbeiten, desto besser, schneller und mit weniger Personalaufwand können wir unsere Kunden betreuen, die natürlich auf den Preis gucken“, erläutert Posadzy die Gründe, welche für die Auswahl von Kabelmat sprechen: „Die Schnitte dürfen also nicht zu teuer werden, was einen möglichst hohen Automatisierungsgrad erfordert. Außerdem haben wir mit diesen Maschinen einen sehr hohen Verfügungsgrad. Sie sind sehr sicher, wir erfreuen uns eines guten Services und verzeichnen somit wenig Ausfall, obwohl die Anlagen rund um die Uhr im Einsatz sind. So können wir Kundenwünsche schneller als unsere Mitbewerber erfüllen.“
Produktivität gesteigert
Die Produktivität der neuen Anlagen liegt sechs bis sieben Mal höher als bei den alten Anlagen. Bezüglich des breiten am nächsten Tag lieferbaren Angebots ist TIM in Polen bereits heute konkurrenzlos. Der COO sieht das Geschäft hin zu kleineren, genaueren Kommissionierungen auch künftig wachsen. Am Tag werden bis zu 800 Schnitte vorgenommen. Schon heute werden etwa 80 Prozent der Zuschnitte in Ringen ausgeliefert. „Das ist ein sehr hohes Verhältnis, bei uns in Deutschland liegen wir bei etwa 60 Prozent“, kommentiert Wößner anerkennungsvoll die Zahl. Im nächsten Jahr werden wir anbauen und neben eines aktuell laufenden Auftrags drei weitere Kabelzuschneideanlagen bei Kabelmat bestellen, die 2016 in Betrieb gehen sollen“, schließt Posadzy seine Ausführungen. (mz)
* Angela Struck ist freie Journalistin und Geschäftsführerin der Presse Service Büro GbR, Langenpreising
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