Produktentwicklung Jenseits der Vision: Unternehmen testen KI-Einsatz im Konstruktionsalltag

Quelle: it's OWL 3 min Lesedauer

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Mit dem Projekt „Engage-KI“ starten das Technologienetzwerk it’s OWL und das Fraunhofer IEM eine Leistungsoffensive für den Ingenieursalltag: Bis Ende 2026 testen Unternehmen, welche KI-Anwendungen in der Produktentwicklung, Konstruktion und im Engineering verlässlich unterstützen können.

Reality-Check für das Engineering: Welche KI-Anwendungen bestehen den Test?(Bild:  Fraunhofer IEM)
Reality-Check für das Engineering: Welche KI-Anwendungen bestehen den Test?
(Bild: Fraunhofer IEM)

Der nächste KI-Wettbewerb der Industrie entscheidet sich nicht an der Qualität eines Chatbots. Er beginnt im Engineering – dort, wo Maschinen, Anlagen und technische Produkte entwickelt, simuliert und für die Produktion vorbereitet werden. Während US-Start-ups bereits an „Artificial General Engineers“ arbeiten, die komplexe physische Objekte wie Roboter oder Raketenantriebe entwerfen sollen, setzt das Projekt Engage-KI auf den Praxistest im deutschen Mittelstand.

KI wird künftig weit mehr leisten als Texte zu schreiben: Sie wird Aufgaben planen, Werkzeuge nutzen, Varianten vorbereiten und Entscheidungen absichern. „Entscheidend ist, wer KI in die Entwicklung von Maschinen, Anlagen und technischen Systemen bringt“, erklärt Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer von it’s OWL und Direktor am Fraunhofer IEM. „Wenn der deutsche Mittelstand dort nur Anwender fremder Systeme bleibt, verliert er Einfluss auf einen zentralen Teil seiner Wertschöpfung.“

Vom Ausprobieren zum produktiven Engineering

Für Maschinenbauer und industrielle Mittelständler stellt sich die Frage: Wie lässt sich KI so einsetzen, dass sie im Entwicklungsalltag belastbar hilft? Das Projekt Engage-KI setzt hier an:

  • KI-Sprints: In drei- bis viermonatigen Phasen bearbeiten Unternehmen konkrete Engineering-Herausforderungen.
  • Ergebnisse: Es entstehen Proofs-of-Concept, Demonstratoren und Lösungsbausteine, die als Orientierung für die gesamte Branche dienen.
  • Ziel: Technisches Wissen aus Lastenheften, Modellen und Datenbanken nutzbar zu machen, um Entwicklungszyklen trotz Fachkräftemangel zu verkürzen.
Der Mittelstand braucht Antworten auf die Frage, welche Anwendungen im Engineering wirklich funktionieren, welche Daten und Schnittstellen dafür nötig sind und wie Beschäftigte damit arbeiten können.

Günter Korder, Geschäftsführer von it’s OWL

Das Event für Konstruktions- und Entwicklungsleiter

Herausforderungen in der Produktentwicklung effizient lösen

Schraubtec Regionalmesse
(Bild: VCG)

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Das Konstruktionsleiter-Forum sensibilisiert für die Herausforderungen der Produktentwicklung des 21. Jahrhunderts, und zeigt praxisorientierte Lösungen auf. Dazu zählen Tools und Methoden, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess schlank und effizient zu gestalten.

Konkrete Einsatzfelder in der Konstruktion

Die Anwendungsfelder für KI im Engineering reichen von der frühen Planung bis zum Test. Konkret kann KI heute schon:
 

  • Markt- und Technologiedaten auswerten.
  • Anforderungen aus Lastenheften strukturieren.
  • CAD- und CAE-nahe Aufgaben vorbereiten.
  • Technisches Wissen aus früheren Projekten auffindbar machen.
  • Zusammenhänge im Systems Engineering schneller sichtbar machen.

Damit dies funktioniert, untersucht das Projekt auch die notwendige technische Infrastruktur – von Datenräumen über Schnittstellen zu vorhandenen PLM- oder Dokumentationssystemen bis hin zu Rechenleistung und Regeln für sensible Unternehmensdaten.

Physische KI statt Showeffekte

Ein weiterer Schwerpunkt ist die „physische KI“. In einer speziellen Robotikzelle erproben Unternehmen, wie humanoide Roboter und KI-Systeme für konkrete Aufgaben befähigt werden. Dabei geht es nicht um Showeffekte, sondern um die Frage, welche Aufgaben sich eignen, wie die Mensch-KI-Zusammenarbeit sicher funktioniert und wo echte Entlastung im Prozess entsteht.

Hintergrund zum Projekt

ENGAGE-KI – Leistungsoffensive für KI im Ingenieursalltag des Mittelstands wird von it’s OWL, dem Fraunhofer IEM sowie dem Leistungszentrum Engineering Automation umgesetzt. 
Laufzeit: 01.06.2026 bis 31.12.2026
Projektvolumen: 1.482.975 Euro, das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung“ vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert.
Projektpartner: Fraunhofer IEM, it’s OWL Clustermanagement GmbH
Themenschwerpunkte: KI im Engineering, Daten- und Wissensmanagement, Copiloten, KI-Agenten, humanoide Robotik, Mensch-KI-Zusammenarbeit, Qualifizierung und Transfer
https://engage-ki.de/

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