Sensorik Intelligente Ampel berücksichtigt auch Fußgänger

Quelle: DLR 2 min Lesedauer

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Das DLR hat eine Ampelsteuerung entwickelt, die Menschen zu Fuß erkennt und bei der Schaltung berücksichtigt. Die Erfassung von motorisierten und nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern in Echtzeit sorgt dafür, dass die Ampel ihre Phasen besonders flexibel am aktuellen Verkehrsgeschehen ausrichten kann.

Das DLR hat im Projekt LTSA+ eine Ampelsteuerung entwickelt, die Menschen zu Fuß erkennt und bei der Schaltung berücksichtigt.(Bild:   DLR / Regina Sablotny)
Das DLR hat im Projekt LTSA+ eine Ampelsteuerung entwickelt, die Menschen zu Fuß erkennt und bei der Schaltung berücksichtigt.
(Bild: DLR / Regina Sablotny)

Intelligente Verkehrssteuerung hat viele Vorteile: Sie kann den Verkehr sicherer und effizienter lenken, Emissionen reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr unterstützen. Besonders die positiven Auswirkungen auf den Autoverkehr sind gut belegt. Menschen, die sich zu Fuß durch die Stadt bewegen, profitieren aber zurzeit noch nicht in gleichem Maße. Im Projekt LTSA+ hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Unterstützung des Unternehmens Vitronic in den vergangenen zwei Jahren ein System zur Verkehrssteuerung an Ampeln weiterentwickelt, das Fußgänger berücksichtigt. „Mit unserem sogenannten Local Traffic Safety Analyzer (LTSA) können Ampelschaltungen jetzt an Fußgängerinnen und Fußgängern ausgerichtet werden. Das hilft dabei, die Überquerung von Straßenkreuzungen auch für die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden zu verbessern. Ziel ist, dass sie sicher, bedarfsgerecht und ohne lange Wartezeiten über die Straße kommen“, erklärt Dr. Tobias Hesse, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. 

Steuerung in Echtzeit

Im Projekt LTSA+ haben die Forschenden die Steuerung so angepasst, dass sie auch Menschen zu Fuß automatisch erkennt.
(Bild: DLR / Regina Sablotny)

Die Verkehrssteuerung basiert auf einer von Vitronic entwickelten Sensorplattform, die Verkehrsobjekte datenschutzkonform erkennt. Die Daten werden in Echtzeit mit Hilfe von KI verarbeitet, um die Verkehrssituation zu interpretieren. Die Verkehrsobjekte werden klassifiziert und ihre vermutlichen Wege bestimmt. Die Forschenden konnten die Steuerung so anpassen, dass sie auch Menschen zu Fuß automatisch erkennt. So weiß die Ampel jeder Zeit, wie viele zu Fuß gehende Personen die Kreuzung überqueren wollen oder gerade dabei sind.
Außerdem misst sie die Wartezeiten und berechnet die Zeit, die die Menschen benötigen, um die Straße zu überqueren. „Personen, die langsam über die Straße gehen, können von einer angepassten Ampelschaltung besonders profitieren, also ältere Menschen und Kinder zum Beispiel“, beschreibt Hesse. Die Steuerung kann zusätzlich so konfiguriert werden, dass sie auf die Anzahl der wartenden Personen reagiert. Oder es werden Ampelphasen weggelassen, wenn niemand die Straße zu Fuß überqueren will. Das kann dann sogar positive Effekte für den Autoverkehr haben.

Genauerer Blick auf den Fußgängerweg

Erprobt wurde das LTSA-System im Frühjahr 2026 an der Kreuzung Kiepenheuerallee und Georg-Hermann-Allee in Potsdam. Hier weiteten die Forschenden die Bereiche zur Verkehrserfassung so auf die Gehwege aus, dass auch Fußgänger rechtzeitig erkannt wurden. Sie mussten dafür keinen Ampeltaster drücken. Unterstützend nutzten die Forschenden die DLR-Simulationssoftware Sumo, um verschiedene Strategien zur Ampelschaltung zu erproben und ihre Auswirkungen zu testen. 

Unser Ziel ist es, den Verkehr über eine Kreuzung so zu steuern, dass alle Verkehrsteilnehmenden ausgewogen berücksichtigt werden. Aber wir schaffen mit dem LTSA auch die Möglichkeit für Kommunen ihre Prioritäten selbst zu wählen. So kann die Steuerung zum Beispiel bewusst umweltfreundliche Fortbewegungsarten fördern.

Dr. Tobias Hesse, DLR

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