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Industrie 4.0 Innovative Instandhaltung mit Cloud-basierten Software- und Analyselösungen

| Redakteur: Ute Drescher

Zur Hannover Messe 2016 präsentiert Schaeffler die nächste Evolutionsstufe des Condition Monitoring: Das Unternehmen verbindet Schwingungsanalyse-Systeme mit dem Cloud-Computing.

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Das Condition Monitoring mittels Smart Check-System ist neben weiteren Prozessen jetzt in die Schaeffler-Cloud implementiert.
Das Condition Monitoring mittels Smart Check-System ist neben weiteren Prozessen jetzt in die Schaeffler-Cloud implementiert.
(Bild: Schaeffler)

Er ist eigentlich ein alter Bekannter: Seit vielen Jahren bietet Schaeffler mit dem FAG Smart Check ein flexibel erweiterbares Online-Überwachungssystem zur permanenten Maschinen- und Prozessparameterüberwachung. Auf Basis der Schwingungsanalyse detektiert das System Lagerschäden, Verschleiß, Unwuchten, Ausrichtfehler und nicht zuordenbare Auffälligkeiten aufgrund von Veränderungen in den Schwingungsmustern.

Das Messsystem ist in drei Stufen modular erweiterbar. In der ersten Stufe überwachen ein oder mehrere Smart Check-Geräte einzelne Aggregate, Antriebe oder auch Komponenten dezentral. Wählt der Anwender die zweite Stufe, werden die Geräte mit einer RS485-Schnittstelle sowie analogen und digitalen Ein- und Ausgängen in die Maschinensteuerung integriert und mittels Ethernet-Schnittstelle mit dem Leitstand des Kunden verbunden. In der dritten Stufe erfolgt das gesamte Condition Monitoring per Fernzugriff über eine Internet-Verbindung außerhalb des Kunden-Intranet oder neu über eine Cloud-Lösung.

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Bereits in der kleinsten Ausbaustufe ist der Smart Check ein komplettes Condition Monitoring System und enthält:

  • ein Linux-Betriebssystem,
  • einen Programm- und Datenspeicher mit Komprimierungsalgorithmus,
  • die Konfigurations-Software,
  • eine Wälzlagerdatenbank mit Daten von FAG- und INA-Standardwälzlagern,
  • 10 Bauteilvorlagen für die frequenzselektive Mustererkennung der Aggregate (z. B. Pumpe, Lüfter, Motor, Getriebe, Riementrieb) und
  • einen kleinen Webserver für den Zugriff über das Internet.

Der integrierte Webserver des FAG Smart Check erlaubt grundsätzlich den Zugriff auf die Messdaten über eine Internet-Verbindung unabhängig von der gewählten IT-Architektur. Der Kunde kann sich mit jedem Standardbrowser direkt auf ein einzelnes Smart-Check-Gerät lokal im eigenen Netzwerk oder im Leitstand einloggen und sowohl die erfassten Daten als auch die errechneten Kennwerte anzeigen lassen.

Für die Zuordnung von erkannten Schwingungsmustern zu konkreten Bauteilen dienen die erwähnten Bauteilvorlagen. Insgesamt zehn verschiedene Vorlagen für E-Motoren, Lüfter, Pumpen, Getriebe, Riemenantriebe, Kupplungen, Wälzlager etc. sind in den Smart Check integriert und mit den bauteilspezifischen Daten wie beispielsweise Anzahl der Lüfterschaufeln, Riemenlängen, Lagertyp usw. konfigurierbar.

Für Wälzlager steht die im Gerät integrierte Wälzlagerdatenbank mit Daten von FAG- und INA-Standardprodukten zur Verfügung. Diese Datenbank kann jederzeit vom Anwender um weitere Wälzlager ergänzt werden. Nach der Konfiguration mittels Bauteilvorlagen und nach Abschluss des Lernmodus ist der Smart Check sofort einsatzbereit. Der Lernmodus ist erforderlich, um im Neuzustand oder im „Gut-Zustand“ der Anlage

  • aus der gewählten Bauteilvorlage die relevanten Kennwerte zu berechnen, zu überwachen,
  • die Schwingpegel für alle Betriebszustände, z. B. die Drehzahlen, zu analysieren und
  • um die Alarmschwellen in Abhängigkeit von der Betriebslast/Drehzahl automatisch festzulegen (automatische Alarmschwellenanpassung, erfordert keinerlei Eingaben).

Derartig konfiguriert, erlaubt das Smart Check-System eine sehr präzise Überwachung von Maschinen und Aggregaten.

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