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Industrie 4.0

Innovative Instandhaltung mit Cloud-basierten Software- und Analyselösungen

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Workflow bei Alarmierung

Während typische Muster sicher vom Smart Check-System erkannt und zugeordnet werden können, gibt es auch Schwingungsmuster und Trendverläufe, für deren Beurteilung und Ursachenklärung mehr Erfahrung, mehr Vergleichsdaten und besondere Analysetools erforderlich sind. Mit dem beschriebenen Log-in auf den einzelnen Smart Check oder über die Leitstelle können Condition-Monitoring-Experten die Daten neu bewerten und analysieren. Zusammen mit weiteren Daten wie Prozessparametern und Temperaturen sind in der Regel präzise Aussagen zum Schadensverlauf und Rückschlüsse auf den Ausfallgrund möglich.

Nachteile dieses Verfahrens, insbesondere bei großen Anlagen: Für die Analyse muss ein Auftrag manuell per Mail oder Telefon erteilt werden. Die Abwicklung des Auftrages kann deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als es die betrieblichen Belange erlauben. Außerdem setzt der Auftrag voraus, dass der Kunde bereits erkannt haben muss, dass es einen Schaden an einer Maschine geben könnte.

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Cloud-Lösung optional

„Die Lösung dieses vielschichtigen Problems haben wir in einer Cloud-Lösung gefunden“, erklärt Dr.-Ing. H.-W. Keßler, Leiter Service Products. „Mit der Anbindung der CM-Systeme an eine Cloud werden die Service-Prozesse zwischen unseren Kunden und Schaeffler digitalisiert und damit sehr viel schneller und intelligenter“.

Für die Anbindung des Condition Monitoring an die Cloud erhielt der Smart Check in der Firmware eine Schnittstelle, die die Daten für die Schaeffler-Cloud bereitstellt. Der Anbieter von Wälzlagerlösungen spricht hier bewusst von einer Schaeffler-Cloud, weil dort nicht nur Daten und allgemeine Software, sondern auch sehr spezielle Services des Unternehmens „gehostet“ werden.

In die Schaeffler-Cloud sind die Restlaufzeitberechnung von Wälzlagern auf Basis realer Lastkollektive, die Fernwartung bzw. das Condition Monitoring mittels Smart Check-System und ganz neu auch die sogenannte automatisierte Wälzlagerdiagnose implementiert. Diese Diagnose läuft während des Betriebes automatisiert mit. Keßler erklärt dazu: „Wir haben eine Möglichkeit gefunden, sehr große Datenmengen hinsichtlich der Bewertung automatisiert zu einer Wälzlagerdiagnose verarbeiten.“

Die Verarbeitung der Schwingungsdaten findet nun also nicht mehr im Smart Check selbst statt, sondern automatisiert in der Cloud. Dort stehen eine größere Rechenleistung und mehr Analyse-Möglichkeiten aufgrund der Verknüpfung mit weiteren Maschinen- und Sensordaten zur Verfügung. Da der Kunde seine Endgeräte in dieser IT-Architektur als Client nutzt, stehen ihm über die Online-Verbindung zur Cloud immer die neuesten Berechnungs- und Analysealgorithmen ohne jede Software-Installation zur Verfügung.

Die Cloud-Lösung bietet eine Reihe weiterer Vorteile. So erkennt die Software in der Cloud selbständig Veränderungen in den Schwingungsmustern von beliebig vielen Smart Check-Geräten und ermöglicht so

  • die sofortige Alarmierung und
  • leitet umgehend Instandhaltungsmaßnahmen ohne den Einsatz von Condition Monitoring-Experten ein.

So werden Wartezeiten und Terminabsprachen per Telefon bzw. E-Mail zwischen Kunden, CM-Experten und Instandhaltungsteam vermieden. Auch neue Services wie die automatisierte Wälzlagerdiagnose werden damit möglich.

Doch damit nicht genug: Im Rahmen der Sonderschau „Predictive Maintenance 4.0“ präsentiert Schaeffler auf der Hannover Messe den Smart-QB, ein System, das dem Anwender detaillierte Vorort-Handlungsempfehlungen gibt – ganz automatisiert. (ud)

Hannover Messe 2016: Halle 17, Stand A37

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