Hydrauliksystem Hydraulik erkennt Fahrerwunsch

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Die aktuelle Weiterentwicklung des Load-Sensing-Systems von Linde Hydraulics bietet zusätzliche Intelligenz und ein adaptives Verhalten: Die Hydraulik erkennt automatisch den Bedienerwunsch und stellt Pumpe und Ventile entsprechend ein.

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Live auf der bauma: Ein mit LSC+ ausgerüsteter Bagger-Demonstrator arbeitet je nach Aufgabenstellung und Fahrerwunsch lastfühlig oder lastunabhängig.
Live auf der bauma: Ein mit LSC+ ausgerüsteter Bagger-Demonstrator arbeitet je nach Aufgabenstellung und Fahrerwunsch lastfühlig oder lastunabhängig.
(Bild: Linde Hydraulics)

Ein Demonstrator mit Baggerarm, der Kunststoffgranulat förderte, war die zentrale Attraktion des Linde Hydraulics-Messestandes auf der Bauma 2013. Bei den regelmäßigen Vorführungen war das Gerät regelrecht umlagert, und das mit gutem Grund. Konventionelle Bagger reagieren entweder eher dynamisch und eignen sich damit für hohe Grableistungen. Oder aber sie sind feinfühlig manövrierbar, um beispielsweise Leitungen nicht zu beschädigen. Der Demonstrator zeigt, dass beide Fahrprofile in einem Gerät vereint werden können, denn die Arbeitshydraulik passt sich dem jeweiligen Fahrerwunsch und den Gegebenheiten an. Das sorgt in der Praxis für eine bisher nicht mögliche Vielseitigkeit und Flexibilität.

Load-Sensing-System mit „Social Flow“

Basis des Hydrauliksystems, das diese Funktionen ermöglicht, ist die bewährte Linde Synchron Control (LSC). Dieses Load-Sensing-System für offene Kreisläufe schafft die Voraussetzung für hohe Produktivität von mobilen Arbeitsmaschinen und spart im Vergleich zu anderen Systemen bis zu 10% Kraftstoff.

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Darüber hinaus zeichnet sich das LSC-System durch eine nachgeschaltete Druckwaage aus, die eine so genannte soziale Volumenstromverteilung („Social Flow“) ermöglicht. Das heißt: Wenn mehrere Verbraucher von mobilen Arbeitsmaschinen gleichzeitig betätigt werden, teilt sich die Ölmenge gemäß deren Ansteuerung zueinander auf. Wenn die betätigten Verbraucher zusammen mehr Volumenstrom anfordern als die Pumpe bereitstellen kann, werden alle Verbraucher gleichermaßen reduziert. Dabei bleibt ihr Mengenverhältnis zueinander erhalten, so dass kein Verbraucher unerwartet stehen bleibt und der vom Fahrer gewünschte Bewegungsablauf höchstens langsamer ausgeführt wird. Das ist, wenn man so will, die „soziale“ Komponente dieser Art von Load Sensing.

Elektronische Ansteuerung macht LSC+ intelligent

Beim aktuellen System mit der Bezeichnung LSC+ verbindet Linde Hydraulics die Eigenschaften der bewährten LSC mit den zusätzlichen Vorteilen einer elektronischen Ansteuerung, und erst diese Kombination ermöglicht die intelligenten Zusatzfunktionen, die im Demonstrator verwirklicht wurden.

Sowohl die hydraulische als auch die elektrohydraulische Ausführung des LSC+-Systems zeichnen sich durch kurze Ansprechzeit bei gleichzeitig harmonischem Steuerverhalten aus. Dabei erkennt die Elektronik den Bedienerwunsch anhand der Auslenkungsamplitude und –geschwindigkeit der Geber. Auf der Basis dieser Daten stellt sie Pumpe und Ventile entsprechend der Anforderung bedarfsgerecht entweder im Hochdynamik- oder im Feinsteuerbereich ein.

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