Dichtung Hochleistungs-Dichtungswerkstoffe für Temperaturen bis -50 °C

Redakteur: Jan Vollmuth

Damit hydraulisch betriebene Maschinen und Anlagen auch unter Extrembedingungen leckagefrei bleiben und störungsfrei arbeiten können, bietet Stauff für einen Großteil der Produkte auf Anfrage spezielle Dichtungswerkstoffe an.

Firmen zum Thema

Niveauanzeiger zeigen neben dem Behälterfüllstand auch die Medientemperatur an.
Niveauanzeiger zeigen neben dem Behälterfüllstand auch die Medientemperatur an.
(Bild: Walter Stauffenberg)

Diese Dichtungswerkstoffe ermöglichen einen Einsatz in statischen Anwendungen bis –50 °C. Die damit ausgestatteten Bauteile des Werdohler Fluidtechnik-Herstellers werden beispielsweise an Pistenfahrzeugen und anderen Mobilmaschinen in Polargebieten und im Hochgebirge sowie an Flurfördergeräten in industriellen Kühlhäusern eingesetzt.

Zu den mit Tieftemperatur-Dichtungen verfügbaren Artikeln aus dem Produktprogramm von Stauff zählen unter anderem optische und optisch-elektrische Niveauanzeiger der Baureihen SNA, SNK und SNKK, über die sich mit einem Blick der Füllstand von Hydraulikbehältern ermitteln lässt.

Bildergalerie

Ebenfalls für den Einsatz unter Extrembedingungen geeignet sind Einschraub-Messkupplungen aus der Produktfamilie Stauff-Test, die zur leckagefreien Überwachung des Betriebsdrucks in fluidtechnischen Anlagen dienen, sowie Verschmutzungsanzeigen des Typs HI. Diese ermitteln als Zubehörteil für Hydraulikfilter den Zustand von Filterelementen auf Basis des Differenzdrucks zwischen Schmutz- und Reinseite.

Je nach Temperatur-Einsatzbereich, den verwendeten Medien und der Art der Anwendung (statische oder dynamische Belastung der Dichtungen) stehen verschiedene Tieftemperatur-Materialien zur Auswahl. Bei der Auswahl eines passenden Dichtungswerkstoffes und der Bewertung des Dichtverhaltens gilt der Temperatur-Retraktionswert TR10 entsprechend ASTM D 1329 bzw. ISO 2921 aus Sicht des Anwenders als aussagekräftigster Richtwert.

Der TR10-Wert beschreibt das Rückstellvermögen von Elastomeren und gibt einen konkreten Temperaturwert an, bei der sich eine um 100 % gedehnte Probe nach dem Einfrieren wieder um 10% zurückverformt hat. So besagt ein TR10-Wert von –40 °C, dass der Probekörper bei dieser Temperatur noch 90 % seiner ursprünglichen Dehnung besitzt.

In die Praxis übertragen bedeutet dies, dass auch dynamisch eingesetzte Dichtungen, die bei extremen Temperaturen mit Druck beaufschlagt werden, bis zum TR10-Wert zuverlässig und sicher abdichten. Für statische Anwendungen erfüllen O-Ringe erfahrungsgemäß noch deutlich unterhalb dieses Temperaturwerts ihren Zweck.

Neben der Ermittlung des TR10-Wertes, der üblicherweise anhand eines Normprobekörpers definiert wird, setzt Stauff auf weitere, praxisorientierte Prüfroutinen: Im hauseigenen Technologiezentrum am Standort Werdohl verfügt das Unternehmen über die Möglichkeit, ganze Baugruppen und deren Funktion im Langzeitverfahren unter extremen Temperaturbelastungen zu testen. Diese können bei Bedarf auch deutlich unterhalb von -50 °C liegen. (jv)

(ID:38692450)