KI, Daten und Systemverständnis Fünf Thesen für das Engineering der Zukunft

Quelle: Dassault Systèmes 3 min Lesedauer

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Softwaredefinierte Produkte und Künstliche Intelligenz verändern die Produktentwicklung. Ein neues Thesenpapier von Dassault Systèmes und der WiGeP zeigt: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht die Industrie ein neues Level an Engineering-Kompetenz. KI wird den Ingenieur dabei nicht ersetzen – aber seine Rolle verändern.

Ein neues Thesenpapier zeigt auf, welche Voraussetzungen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam schaffen müssen, um die industrielle Handlungsfähigkeit in Deutschland und Europa langfristig zu sichern. (Bild:  © Gorodenkoff – stock.adobe.com)
Ein neues Thesenpapier zeigt auf, welche Voraussetzungen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam schaffen müssen, um die industrielle Handlungsfähigkeit in Deutschland und Europa langfristig zu sichern.
(Bild: © Gorodenkoff – stock.adobe.com)

Deutschland und Europa blicken auf eine lange Tradition exzellenter Ingenieurskunst zurück. Doch die Spielregeln der industriellen Wertschöpfung ändern sich rapide. Künstliche Intelligenz, geopolitische Abhängigkeiten und der Trend hin zu immer komplexeren, softwaredefinierten Systemen stellen völlig neue Anforderungen an die Produktentwicklung.Zu diesem Schluss kommen Dassault Systèmes und die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktentwicklung (WiGeP). Im Rahmen einer gemeinsamen Fachtagung mit Experten aus Wissenschaft und Industrie haben sie die künftigen Herausforderungen diskutiert und nun ein gemeinsames Thesenpapier veröffentlicht. Die Kernbotschaft: Engineering-Kompetenz wird zur absoluten strategischen Voraussetzung – nicht nur für die Innovationskraft, sondern auch für die technologische Souveränität Europas.

 Engineering-Kompetenz wird zur absoluten strategischen Voraussetzung – nicht nur für die Innovationskraft, sondern auch für die technologische Souveränität Europas.

Fünf Thesen und Handlungsempfehlungen 

Um künftig komplexe Produkte und Produktionssysteme schneller und effizienter als andere Wirtschaftsregionen entwickeln zu können, formulieren die Initiatoren fünf zentrale Thesen und Handlungsempfehlungen:

  1. Systemverständnis wird zur ultimativen Schlüsselkompetenz
    Die Zeiten, in denen Mechanik, Elektronik und Software isoliert betrachtet werden konnten, sind vorbei. Moderne Produkte wachsen zu integrierten technischen Systemen zusammen, angetrieben durch Daten und KI. Ingenieure müssen künftig in der Lage sein, diese enorme Komplexität über Disziplinen und den gesamten Lebenszyklus hinweg zu verstehen, um Zielkonflikte abzuwägen und tragfähige Entscheidungen zu treffen.
  2.  KI verändert das Engineering – aber sie ersetzt es nicht
    Die gute Nachricht für Konstrukteure: Künstliche Intelligenz wird die Entwicklungsprozesse zwar grundlegend verändern und Zeiten drastisch verkürzen, sie ist aber kein Ersatz für den Menschen. Weder das physikalische Grundverständnis noch die technische Verantwortung können an eine KI ausgelagert werden. Im Gegenteil: Mit zunehmendem KI-Einsatz werden die menschliche Bewertungsfähigkeit und fundierte Systemkenntnisse nur noch wichtiger.
  3. Ohne Daten und Modelle kein digitaler Zwilling
    Das Grundgerüst der modernen Produktentwicklung besteht aus strukturierten, vertrauenswürdigen und interoperablen Daten. Nur auf Basis konsistenter Modelle lassen sich Virtuelle und Digitale Zwillinge erschaffen, die Entwicklung, Fertigung und Betrieb nahtlos verbinden. Diese Datenqualität ist der Flaschenhals: Sie entscheidet künftig maßgeblich über die Innovationsgeschwindigkeit.
  4. Innovation braucht den Schulterschluss von Forschung und Industrie
    Klassische Ausbildungs- und Innovationszyklen sind oft zu langsam für die heutige Dynamik. Die geforderte Engineering-Kompetenz kann laut dem Thesenpapier nur im engen, kontinuierlichen Zusammenspiel von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie entstehen. Ein intensiver Wissenstransfer ist nötig, um neue Methoden schnell in die industrielle Praxis zu überführen.
  5. Produktentwicklung muss Chefsache in der Politik werden
    Die Weiterentwicklung der Produktentwicklung ist keine reine Industrieaufgabe, sondern von nationaler und europäischer Tragweite. Die Autoren fordern die Politik auf, Produktentwicklung als strategisches Handlungsfeld zu begreifen. Nötig seien langfristige Initiativen zur Stärkung digitaler Infrastrukturen, Forschungskooperationen und moderner Ausbildungskonzepte.
Die industrielle Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas steht auf dem Spiel. Um komplexe Innovationen marktfähig zu machen, braucht es jetzt gemeinschaftliche Investitionen in die Zukunft des Engineerings.

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