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Entwicklung Expertenstudie zeigt: Produktentwicklung muss Unternehmensgrenzen überwinden

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Wie gestaltet man unternehmensübergreifende Zusammenarbeit? Was macht gute Kollaboration aus? Was erwartet die Entwicklungsverantwortlichen in der Zusammenarbeit mit externen Partnern? Diesen Fragen gehen das Fraunhofer IPK, Contact Software und der VDI in einer gemeinsamen Studie zur Zukunft der unternehmensübergreifenden Produktentwicklung auf den Grund.

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In der Produktentwicklung ist Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg vielschichtig und facettenreich.
In der Produktentwicklung ist Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg vielschichtig und facettenreich.
(Bild: Fraunhofer IPK )

Unternehmensgrenzen behindern die Zusammenarbeit in der Produktentwicklung maßgeblich, auch wenn Produktdaten längst digital in Entwicklungsnetzwerken ausgetauscht werden. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie (siehe Kasten). Anhand der systematischen Befragung von 40 PLM-Experten unterschiedlicher Branchen und Fachrichtungen haben das Fraunhofer IPK, Contact Software und der VDI die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Produktentwicklung analysiert. Die Erkenntnisse werden zusammenfassend auf ein Zukunftsbild der Kollaboration projiziert.

Mehr überbetriebliche Kollaboration

Zunächst bestätigt die neue Studie typische Erwartungen: Die überbetriebliche Kollaboration wird weiter zunehmen. Die Entwicklungsnetzwerke werden – wie die zu entwickelnden Produkte – komplexer, die funktionalen Umfänge nehmen zu und die resultierenden Anforderungen an die IT-Unterstützung werden anspruchsvoller.

Beteiligung in frühen Phasen

Signifikant sind darüber hinaus weitere Faktoren: Die Experten gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit zukünftig nicht mehr nur die Entwicklung selbst, sondern auch andere Phasen des Produktlebenszyklus viel stärker betreffen wird. In der Konsequenz müssen die Partner im Unternehmensnetzwerk etwa für Service-Leistungen während der Produktnutzung stärker als bisher in die frühen Phasen integriert und an den PLM-Prozess angebunden werden.

Auflösung der sachlichen Begrenztheit

Cyber-physische Systeme erfordern ein systemisches Denken der Partner und mehr Verantwortung der Systemlieferanten, die hinter sich Entwicklungsnetzwerke vereinen, um gegenüber Integratoren und OEM kompetent anbieten und liefern zu können. Beide Aspekte zusammengenommen führen zu einer realen Auflösung der „sachlichen, fachlichen und zeitlichen Begrenztheit“ von Verantwortung in der unternehmensübergreifenden Entwicklung, wie es in der Studie heißt, auch wenn dies dem PLM-Grundgedanken schon lange innewohnt. Die Auflösung der sachlichen Begrenztheit bestätigen mehr als 75 Prozent der Befragten.

Harmonisierung der Planungsprozesse

Die Autoren der Studie unterscheiden für ihre Analyse Koordination, Kommunikation, Wissensintegration und Informationslogistik. Den bisher üblichen IT-Lösungen wird trotz umfangreicher Funktionalität attestiert, dass die Informationslogistik für die Produktdaten unzureichend mit Funktionen zur Kommunikation und Koordination mit Dritten verzahnt sind. Ein Studienteilnehmer erläutert: „Um die zukünftige Produktentwicklung weiter zu stärken, müssen wir sicherstellen, dass alle betroffenen Geschäftsbereiche des Produktentstehungsprozesses miteinander kooperieren können. Dabei sehe ich […] eine Durchgängigkeit von Planungssystemen und den jeweiligen Prozessstandards als Grundlage an. Ziel muss hier eine Harmonisierung der Planungsprozesse inklusive Standardisierung der IT-Systeme sein.“ (mz)

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