Suchen

Elektro-Segler Elektrisches Segelflieger-Konzept hebt erstmals ab

Redakteur: Katharina Juschkat

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach zeigte auf der Aero 2015 in Friedrichshafen erstmals einen Elektroantrieb für ein Segelflugzeug in einem Mockup. Nun hob der Prototyp erfolgreich ab.

Firmen zum Thema

Der Segler ist mit einem Elektromotor ausgestattet, damit der Pilot bei ungünstigen Wetterbedingungen oder schlechter Thermik einen Flughafen ansteuern und landen kann.
Der Segler ist mit einem Elektromotor ausgestattet, damit der Pilot bei ungünstigen Wetterbedingungen oder schlechter Thermik einen Flughafen ansteuern und landen kann.
(Bild: DHBW Mosbach/Manfred Münch)

Das doppelsitzige Segelflugzeug ASG 32 EL mit einer Spannweite von 20 m ist das erste Flugzeug der Alexander Schleicher GmbH, das mit einem Elektroantrieb ausgerüstet ist. Ein ausklappbarer, elektrischer Antrieb dient dem Piloten als „Heimkehrhilfe“: Bei ungünstigen Wetterbedingungen oder nachlassender Thermik kann der Pilot so über 100 km zurücklegen und den nächsten Flugplatz oder den Heimatflugplatz erreichen. Dieses Antriebskonzept wurde im Rahmen der „Hessen Modell-Projekte“ aus Mitteln der Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, kurz „Loewe“, gefördert.

Erfolgreicher Testflug bestätigt Leistungsdaten

Beim ersten Testflug des Elektro-Seglers bestätigte sich die errechnete Reichweite von 100 km bei doppelter Besatzung.
Beim ersten Testflug des Elektro-Seglers bestätigte sich die errechnete Reichweite von 100 km bei doppelter Besatzung.
(Bild: DHBW Mosbach/Manfred Münch)

Für die Entwicklung bildete man unter der Leitung der Firma Schleicher ein Konsortium mit der DHBW Mosbach, der Universität Kassel sowie mit Unternehmen, die sich auf anspruchsvolle Batterielösungen spezialisiert haben. Propeller und Bediengerät entstanden ebenfalls in Zusammenarbeit mit Spezialfirmen. Der Studiengang Mechatronik mit dem Schwerpunkt Elektromobilität der DHBW Mosbach hatte das Projekt bei Schleicher angestoßen und mitentwickelt.

Nach ausgiebigen Testläufen am Boden erwarteten die Entwickler mit Spannung, ob sich auch in der Luft die rechnerischen Leistungsdaten bestätigen. Angepeilt waren 20 Minuten Laufzeit unter Volllast. Zusammen mit Steigwerten von 1,3 m/s ergibt das eine Reichweite von 100 Kilometer – und das doppelsitzig besetzt.

Die ASG 32 El hob im F-Schlepp ab, um dann in ausreichender Höhe zunächst alle Funktionen des Elektroantriebs zu überprüfen. Der anschließende erste ausgiebige Steigflug unter Volllast bestätigte alle zuvor theoretisch ermittelten Werte in der Praxis. Innerhalb von 20 Minuten Motorlaufzeit gewann der Flieger rund 1500 m an Höhe. (kj)

(ID:44247140)