Roboter

Ein Roboterhund sucht Arbeit

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der autonome Roboterhund Anymal kann sehen, hören und Türen öffnen.
Der autonome Roboterhund Anymal kann sehen, hören und Türen öffnen. (Bild: Anybotics)

Ein hundeähnlicher, selbstständiger Roboter sucht nach Arbeit – das junge Unternehmen Anybotics stellt industrielle Anwendungsfelder für ihren Roboter Anymal vor. Sein Spezialgebiet: autonome Wartungsarbeiten auf Offshore-Plattformen, in Kanalisationen und Co.

Er kann Türen öffnen, sehen und hören, läuft auch auf unebenem Untergrund zügig und selbstständig voran, ohne mit Hindernissen zu kollidieren. Und erinnert entfernt an einen Hund. Die Rede ist von dem Roboter Anymal, konstruiert von dem ETH-Zürich-Spin-off Anybotics, der jetzt auf der Suche nach Arbeit ist. Auch wenn Anymal auf Youtube bereits ein Filmstar ist und sogar in der Mystery-Serie Akte X mitspielte, so ist seine eigentliche Aufgabe, Wartungsarbeiten an schwer zugänglichen Orten durchzuführen.

Roboterhund in der Kanalisation

Getestet wurde er bereits von den Forschern des ETH Zürich in der Kanalisation von Zürich. Dort könnte er zukünftig Kanalarbeiter entlasten, denn für diese ist die Wartungsarbeit beschwerlich: Regelmäßig müssen sie durch die begehbaren Schächte gehen oder kriechen, um sie auf Beschädigungen zu überprüfen. Das kann auch gefährlich werden, denn binnen kürzester Zeit können sich die Schächte mit Wasser füllen. Ein weiterer Vorteil des Roboters ist, dass er Kanäle erreicht, die derzeit für Menschen gar nicht zugänglich sind.

Die gelenkigen Beine des Roboters geben ihm auch auf unebenem Untergrund einen sicheren Stand, der Kopf besteht aus einer Kamera und verschiedenen Sensoren. Man kann den Roboter je nach Anwendung mit verschiedenen Teilen ausrüsten und modular einsetzen. Zudem kann sich Anymal autonom bewegen oder über Joy-Stick gesteuert werden. Getestet wurde er in der Kanalisation auch in kompletter Dunkelheit – dabei scannt er mit Lasersensoren und Kameras seine Umgebung ab und stellt anhand von Unregelmäßigkeiten im Beton fest, wo er gerade ist.

Die Forscher haben Anymal auch auf einer Offshore-Plattform getestet. Hier soll der Roboter Inspektionsaufgaben erledigen – im ersten Test hat Anymal mehrere Inspektionsrouten erfolgreich autonom absolviert.

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Ein Roboter, der Türen öffnet und Müll rausbringt

Bereits seit 2009 wird an der ETH an vierbeinigen Robotern geforscht. Der Protoyp des Anymal entstand 2015, ein Jahr später wurde das Spin-off Anybotics gegründet, das sich zum Ziel gesetzt hat, Roboter in allen Geländen einsatzfähig zu machen. Nach fast zehn Jahren Forschungsarbeit kann Anymal so einiges: Er bewegt sich nicht nur autonom fort, sondern ist auch mit mehreren Sinnen ausgestattet: Er kann sehen, hören oder spüren. Dadurch kann der Roboter beispielsweise die Luftdruckanzeige einer Maschine ablesen, Geräusche einordnen oder auch Objekte erkennen – etwa, um zu überprüfen, ob der Feuerlöscher am richtigen Platz ist.

Auch ist er in der Lage, bestimmte Handgriffe selbst zu erledigen: Mit Hilfe eines zusätzlichen Greifarms kann er eine Tür öffnen, Abfall entsorgen oder einen Liftknopf drücken. Zudem liefert er Daten, die in vielen Belangen präziser sind als jene, die unsere Augen, Ohren oder Nasen liefern: etwa für Temperatur, Gase in der Luft oder seit Neustem auch für die Beschaffenheit des Bodens.

Anymal auf Arbeitssuche

Die Forscher des ETH haben sich mit Kollegen aus Edinburgh, Pisa, Oxford und Poznan für das Forschungsprojekt „Thing“ – „Sub Terranean Haptic Investigator“ – zusammengetan. Das Projekt bezweckt, dass Roboter ihre Umgebung besser wahrnehmen können und fähig sind, sich autonom darin fortzubewegen. Dazu forschen alle Hochschulen mit einem Anymal-Roboter. In der Regel orientieren sich Roboter mit 3D-Kameras und Lasersensoren, diese sind allerdings anfällig für anspruchsvolle Bedingungen – zum Beispiel Wasser am Boden oder Staub in der Luft. Deswegen sehen die Forschenden die Lösung in einer verbesserten haptischen Wahrnehmung – also die Orientierung über den Tastsinn.

Als nächste Herausforderung sucht Anybotics potentielle Kunden für ihren Roboter. Dass Anymal autonome Wartungsarbeiten in gefährlichen und schelcht zugänglichen Gebieten durchführen kann, hat er bereits unter Beweis gestellt. Im Podcast des ETH Zürich sprechen der CEO Hanspeter Fässler und Mitgründer Péter Fankhauser über die Herausforderungen, für Anymal einen passenden Besitzer zu finden.

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