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EN ISO 14119 Ein praxisorientierter Ansatz bei der Auswahl einer Schutztürabsicherung nach der EN ISO 14119

| Autor: Ute Drescher

Über die Absicherung von Schutztüren ist in der Theorie viel geschrieben worden. Doch wie sieht die Praxis aus? Ein Leitfaden für die Suche nach der geeigneten Verriegelungslösung.

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Das Sicherheitssystem MGB ist eine praxisnahe Umsetzung der Norm und bietet ein rund um sorglos Paket für die Absicherung einer Schutztüre.
Das Sicherheitssystem MGB ist eine praxisnahe Umsetzung der Norm und bietet ein rund um sorglos Paket für die Absicherung einer Schutztüre.
(Bild: Euchner)

Die EN ISO 14119 ist die Nachfolgenorm der bisherigen EN 1088 „Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen – Leitsätze für Gestaltung und Auswahl“. In ihr ist die Rede von einer verriegelten trennenden Schutzeinrichtung, die im folgenden Artikel zur einfacheren Übersicht als Schutztür bezeichnet wird. Die entsprechenden Überlegungen lassen sich jedoch auf jeden Deckel, jedes Schutzverdeck oder jede andere Einrichtung übertragen, die geeignet ist, den Maschinenbediener vor den Gefährdungen einer Maschine zu schützen.

Im Deutschen ist der Begriff Verriegelung immer noch ein wenig irreführend, denn die Verriegelung beziehungsweise die Verriegelungseinrichtung betrifft nicht die Schutztür an sich, sondern die Verriegelung der Steuerung gegen Anlaufen der Maschine. Dies bedeutet: ein Starten der Maschine darf erst dann erfolgen, wenn die Schutztür geschlossen ist. Beim Öffnen wird die Maschine automatisch angehalten. Dagegen spricht die Norm von zugehalten, wenn das Öffnen der Tür durch einen Benutzer mittels eines Sperrmittels verhindert wird.

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Die geeignete Verriegelung auswählen

Die Auswahl einer Verriegelungseinrichtung ist ein wesentlicher Abschnitt in der EN ISO 14119. Jedoch stehen vor der normativen Betrachtung immer erst die praktischen Aspekte, die die Gegebenheiten an einer Maschine abbilden. Ein sehr wichtiges Kriterium ist häufig der vorhandene Einbauraum rund um die Schutztür. In der Praxis ergibt sich in vielen Fällen der Einsatz einer Zuhaltung anstelle einer Verriegelung, da ein Arbeitsprozess nicht unterbrochen werden darf – wie beispielsweise bei einer Klebung. In diesem Fall kann direkt mit der Auswahl einer Zuhaltung begonnen werden, obwohl diese im ersten Schritt gar nicht zum Personenschutz – etwa wenn eine Maschine länger nachläuft - sondern zum Schutz des Prozesses verwendet werden soll.

Ein weiterer Aspekt ist die Art der Schutztür. Eine automatisch betätigte Schutztür z.B. an einer Werkzeugmaschine erfordert eine andere Lösung als eine manuell zu betätigende Tür an einem Schutzzaun.

Eine Lösung, bei der die Schutztür von Hand betätigt wird, ist beispielsweise die Multifunctional Gate Box (MGB) von Euchner. Sie beinhaltet die Möglichkeit einer Verriegelung, einer Zuhaltung für den Prozessschutz oder auch einer Zuhaltung für den Personenschutz. Zudem sind bereits ein Türgriff sowie ein Anschlag für die Tür beinhaltet. Darüber hinaus besteht die Option, Funktionen wie Wahlschalter, Not-Halt-Einrichtungen, Drucktaster oder Schlüsselschalter zu integrieren. Bei einer automatisch betätigten Tür dagegen bietet sich ein transpondercodierter Sicherheitsschalter mit Zuhaltung oder auch als Verriegelung an wie beispielsweise die Produkte CET und CES von Euchner.

Eine weitere Überlegung, die sich nicht aus der EN ISO 14119 sondern aus der EN ISO 13849-1 heraus ergibt, ist die Einstufung der Sicherheitstechnik in einen entsprechenden Performance Level (PL).Einzusetzen sind entweder Sicherheitssysteme die von sich aus bereits einen entsprechenden PL aufweisen, oder Sicherheitsbauteile die in der Gesamtbewertung den geforderten PL ergeben. Ein Beispiel für ein Sicherheitssystem ist die Multifunctional Gate Box MGB die einen PL e gewährleistet. Vielfach können auch elektromechanische Sicherheitsschalter mit Zuhaltungen die ideale Lösung sein. Diese sind seit vielen Jahren bewährt und ermöglichen ebenso die Realisierung beliebiger PL-Werte.

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Über den Autor

 Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht