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Was möchten Sie im Bereich Hydraulik, in den kommenden Jahren erreichen?
Astrid Mozes: Gerade erst haben Wir den Abschluss der Übernahme von Internormen Technology Group, einer führenden Unternehmensgruppe im Bereich Hydraulikfilter und Messanlagen, bekannt gegeben. Diese Übernahme wird die Angebotspalette von Eaton im Bereich der Filtrationsprodukte um hochentwickelte Produkte und Systeme für Mobil-, Industriehydraulik und Prozessanwendungen erheblich erweitern.
Wenn ein Konstrukteur ein hydraulisches System entwickeln soll, kann er auf eine Vielzahl von Lösungen zurückgreifen. Am effektivsten aber lässt sich eine solche Anlage planen, wenn der Entwickler z.B. alle Rohrverbindungen, Schläuche und Schlauchverbindungen bei einem einzigen Hersteller beziehen kann. Inzwischen gehört auch Eaton zu diesen Systemanbietern für hydraulische Übertragungswege in der Fluidtechnik.
Hydraulik und Elektrohydraulik waren schon immer die erste Wahl für Anwendungen, die eine hohe Leistungsdichte erfordern. Neue Designlösungen, Werkstoffe und Fertigungstechnologien werten diesen Vorteil jetzt noch mehr auf. Weiterentwicklungen der kommenden Jahre werden aber nicht nur auf Komponenten ausgerichtet sein, sondern verstärkt auch auf integrierte Systemlösungen, die Hydraulik und Elektronik miteinander kombinieren.
Die Vorteile kombinierter elektro-hydraulischer Lösungen sind ein wichtiges Thema. Eaton ist heute in der Lage, Lösungen mit Frequenzumrichterantrieb anzubieten, die das Beste beider Technologien verbinden. Die Fusion dieser Technologien vereint Präzision und Effizienz mit Stabilität und Leistung. Wir wollen vorne mit dabei sein.
Gibt es neue Produkte?
Astrid Mozes: Ja, Die Eaton Hydraulics Group stellt eine neue Generation von Hydraulik-Produkten mit integrierter Elektronik und Software-Tools vor, die eine immer feinere Kontrolle ermöglichen, mehr Effizienz, mehr Sicherheit und verbesserte Diagnose-und Troubleshooting-Fähigkeiten. Interessant auch die LifeSense™ Technology: durch Echtzeit-Überwachung von Hochdruck-Schlauchleitungen können unmittelbar bevorstehende Ausfälle von Schläuchen in Hydrauliksystemen rechtzeitig gemeldet werden. Oder "Next Generation" Proportionalventile mit offener Architektur für kundenspezifische Anwendungen und integrierten Sensoren.
Außerdem stellt Eaton die aktuelle Palette der Quick-Disconnect-Kupplungen von der jüngsten Akquisition Hansen Couplings™ aus Berea, Ohio, und Gromelle™ aus Annemasse, Frankreich vor.
Nach der Übernahme der Produktlinien von Hansen® und Gromelle™ im Dezember 2010 nimmt Eaton nun die pneumatischen Schnellverschlusskupplungen der CC-Serie von Hansen ins Programm auf. Diese Verbindungselemente zeichnen sich durch extrem gute Durchflusswerte und einzigartige Sicherheitsmerkmale aus. Zudem sind sie für 200.000 Betätigungszyklen ausgelegt und erreichen damit eine sehr hohe Lebensdauer. Seit nahezu hundert Jahren sind Hansen-Kupplungen technisch führend, wenn es um die Verbindung von leitungsgebundenen Medien wie Druckluft und Hydraulikflüssigkeit geht.
1915 entwickelte Fred Hansen die erste Schnellverschlusskupplung. Heute sind Hansen und Gromelle Teil der Eaton Hydraulics Group, die damit ihr Programm an hochwertigen Verbindungselementen für Hydraulik und Pneumatik nochmals ausbaut – mit dem Ziel, den Kunden für jeden Anwendungsfall das optimale Verbindungselement zu bieten.
Was entwickelt Eaton in Sachen Hybridantriebe für den Mobilbereich?
Astrid Mozes: Vor zwanzig Jahren begann Eaton mit der Entwicklung hybrider Antriebssysteme – heute bietet das Unternehmen einsatzbereite elektrische und hydraulische Hybridsysteme für Nutzfahrzeuge und Busse. Module und Infrastruktur-Lösungen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb (EV) und Plug-in-Hybrid-Elektroantrieb (PHEV) ergänzen das Programm.
Eaton bietet das weltweit umfassendste Sortiment von Hybridsystemen für Nutzfahrzeug-Anwendungen sowie die Lade- und vernetzte Ladeinfrastruktur für gewerbliche und private Anwendungen. Hybrid-elektrische, Plugin hybrid-elektrische und hybrid- hydraulische Energiesysteme von Eaton sind bereits für eine Reihe von LKW- und Autobusmodellen erhältlich oder in Entwicklung. Der Parallelhybrid von Eaton z.B. reduziert - neben Emissionen und Lärm - den Kraftstoffverbrauch um bis zu 35 Prozent. Er wurde weltweit bereits auf mehr als 32 Millionen Kilometer getestet. Zudem verlängern Eaton Hybrid-Antriebe die Lebensdauer der Bremsen und verkürzen darüber hinaus die Leerlaufzeiten des Verbrennungsmotors um bis zu 87 Prozent.
Was tut Eaton in Sachen Nachhaltigkeit?
Astrid Mozes: Höchste Priorität bei Eaton hat der Umweltschutz und die Verbesserung der Qualität der Umwelt. Eaton engagiert sich für die Unterstützung nachhaltiger Produkte, wie zum Beispiel Biodieselkraftstoffe und biologisch abbaubare Öle. Das Unternehmen ist in diesem Markt mit einem umfassenden Sortiment von Schlauchprodukten vertreten, welches für den Tank-Tank-Transfer von Biodiesel oder in Hochtemperatur-Motoranwendungen zugelassen ist.
Unsere Hydrauliksysteme mit Lasterkennung (Load Sense Hydraulic Systems) sind in der Lage, die Effizienz von Nebenaggregatsystemen um bis zu zehn Prozent zu erhöhen und Energieverluste zu verringern, indem sie bei niedriger Lastanforderung in Stand-by-Modus übergehen. Zudem wird bei geringer Anforderung der Geräuschpegel verringert.
Wo liegen weitere Forschungsschwerpunkte bei Eaton?
Astrid Mozes: Zum einen sind das elektrohydraulische Systeme. Denn die Elektrohydraulik wird neben den herkömmlichen mechanischen, elektrischen, elektronischen und hydraulischen Systemen immer wichtiger.
Des weiteren arbeiten wir mit der Eatonite-Laserbeschichtungstechnologie für eine längere Lebensdauer von Kolbenstangen, die in hydraulischen Spannsystemen für Steigleitungen auf Offshore-Plattformen verwendet werden. Eaton ist der erste und bisher einzige Zylinderhersteller, der die JIP-Prüfanforderungen bestanden hat, was für die upstream Offshore-Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie einen entscheidenden Durchbruch darstellt.
Ein weiteres Thema ist PLCopen. Dies ist eine Organisation im Bereich industrieller Steuerungstechnik. Es werden Standards entwickelt die als Ziel der Umsetzung die Steigerung der Effizienz bei der Entwicklung von Applikationen und die Senkung der Kosten für die Wartung solcher Software vorsehen. An der Standardisierung der Schnittstellen arbeitet auch Eaton mit, weil wir die Vorteile standardbasierter Lösungen erkannt haben.
Was liegt in der Zukunft?
Astrid Mozes: Die Nachfrage nach zuverlässigen, effizienten und nachhaltigen Energieformen war nie zuvor größer als jetzt. Eaton kann Lösungen anbieten, welche die Kunden weltweit brauchen. Unsere Fähigkeit, sich den Industrien, die höhere Wachstumsraten erzielen, anzupassen und sich auf diese zu konzentrieren, hat uns selbst Wachstum ermöglicht. So werden wir auch weiterhin offensiv in die Entwicklung neuer Energiespartechnologien, Innovationen und Potenziale investieren.
* Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier, Chefredakteur der konstruktionspraxis
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