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Luftfedersystem

Digitales Luftfedersystem sorgt für Balance in der LKW-Kabine

| Redakteur: Jan Vollmuth

Das Technologieunternehmen Continental präsentierte auf der IAA Nutzfahrzeuge vom 20. bis 27. September 2018 in Hannover die digitale Luft-Feder-Dämpfer-Lösung Electronic Air Spring Damping für die Fahrerkabine in Lkw – eine Weltpremiere.

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Elektronische Niveauregulierung: Continental präsentiert die digitale Luft-Feder-Dämpfer-Lösung Electronic Air Spring Damping für die Fahrerkabine in Lkw.
Elektronische Niveauregulierung: Continental präsentiert die digitale Luft-Feder-Dämpfer-Lösung Electronic Air Spring Damping für die Fahrerkabine in Lkw.
(Bild: Continental)

Das ganzheitliche Kabinenfederungssystem ermöglicht die elektronische Niveauregulierung der Fahrerkabine und sorgt somit nicht nur für mehr Komfort für den Fahrer, sondern auch für mehr Effizienz, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit auf der Straße, erklärt Continental. Das System basiert auf vier Luft-Feder-Dämpfer-Modulen mit integrierten Ultraschall Höhen- und Luftdrucksensoren und einer Steuereinheit mit dazugehörigem Regelalgorithmus.

Mehr Komfort und Sicherheit

„Grundsätzlich haben wir dieses System als Antwort auf ungleichmäßige Fahrbahnen konzipiert, um den Komfort für den Fahrer und die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen“, sagt Holger Brüning, Leiter des Bereichs Luftfedern für Fahrersitze und Kabinenlagerungen bei Continental. Das Medium Luft sorgt für eine optimale Feder- und Dämpfungswirkung. Besonders die frequenzselektive Dämpfung und die automatische Anpassung der Dämpfungsleistung bei Gewichtsänderung sorgen für erhöhten Fahrkomfort. In Kombination mit der elektronischen Regelung ergibt sich ein Potenzial für die Optimierung des Kabinenverhaltens auf der Straße und im Ruhezustand, beispielsweise beim Parken.

„Wenn die Kabine nicht gerade ausgerichtet werden kann, ist das für den Fahrer belastend. Er muss darin schlafen und arbeiten. Mit unserem System kann er per Knopfdruck die Kabine in die Waagerechte bringen“, so Brüning. Weitere neue Funktionen wie Kneeling und Anheben, etwa beim Aufsatteln oder in der Werkstatt, werden möglich.

Software regelt elektronisch die Luftzufuhr

Beim Fahren auf der Autobahn ist neu, dass sich durch das Absenken der gesamten Kabine der Luftwiderstand reduzieren lässt. Beim „Electronic Air Spring Damping“ regelt eine intelligente Software elektronisch die Luftzufuhr, was sich im Fahrbetrieb ebenfalls positiv auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt, da weniger komprimierte Luft verbraucht wird. „Bis heute sind Luftfedern mit Hydraulikdämpfern kombiniert und wenig effizient mechanisch geregelt, gesteuerte Funktionen werden nicht unterstützt. Das verändern wir mit dem ‚Electronic Air Spring Damping‘ komplett“, sagt Brüning.

Auch die Geräuschreduktion spielt eine wesentliche Rolle. „In Testfahrten konnten wir mit dem ‚Electronic Air Spring Damping‘ den Geräuschpegel in der Kabine stark verringern. Das ist ein Riesenschritt – und für den Fahrer eine enorme Entlastung“, so Brüning.

Dämpfer arbeiten nur mit Luft

Fortschritte zeigt die neue Luft-Feder-Dämpfer-Lösung auch in Sachen Gewichtseinsparung, Lebensdauer und Umweltfreundlichkeit. Bislang kamen meist relativ schwere Dämpfer mit Hydrauliköl zum Einsatz. Die neuen Dämpfer arbeiten alleine mit Luft.

„Das Electronic Air Spring Damping ist ein Meilenstein in der Luftfeder- und Dämpfungstechnik“, so Brüning. Nach mehrjähriger Entwicklungszeit befindet sich Continental nun an der Schwelle zur Großserienentwicklung.

Datenschatz mit Potenzial

Mit der zugrundeliegenden Sensorik können zudem Daten für weitere Anwendungen bereitgestellt werden. „Es liegt noch viel Potenzial in diesem Datenschatz“, betont Brüning. Mögliche Szenarien ist etwa eine vorausschauende Instandhaltung, bei der Algorithmen etwa Information darüber liefern können, wann eine Wartung ansteht.

Mit den Daten kann der Spediteur auch sein Flottenmanagement optimal einstellen. Das reicht bis hin zur Routenoptimierung: Wie stark wird die Luftfeder auf den jeweiligen Strecken gefordert? Welche ist die beste Route mit dem wenigsten Verbrauch? Wo ist die Belastung des Fahrzeugs geringer? Basierend auf dem Datenpool der Sensorik kann all dies exakt berechnet werden. (jv)

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