Messtechnik und Sensorik „Die Branche ist für 2021 vorsichtig optimistisch“

Redakteur: Hendrik Härter

Nach einem turbulenten Corona-Jahr 2020 brach der Umsatz der Messtechnik- und Sensorikbranche um minus zwei Prozent ein. Die Umsätze und Auftragseingänge zogen im zweiten Halbjahr wieder an.

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Dr. C. Thomas Simmons präsentierte auf dem AMA-Fachpressetag die aktuellen Zahlen aus der Messetechnik- und Sensorikbranche.
Dr. C. Thomas Simmons präsentierte auf dem AMA-Fachpressetag die aktuellen Zahlen aus der Messetechnik- und Sensorikbranche.
(Bild: AMA Verband)

Die Messtechnik- und Sensorikbranche erlebte im Jahr 2020 ein Umsatzminus von zwei Prozent. Betroffen waren vor allem die Automobilbranche und deren Zulieferer sowie der Maschinenbau und die Elektrotechnik. Hingegen ist die Medizinbranche gut durch die Pandemie gekommen. Auf die Umsätze bezogen: In den ersten beiden Quartalen sanken die Umsätze, im dritten Quartal kam es zu einem leichten, und im vierten Quartal schließlich zu einem deutlichen Umsatzwachstum. Das vierte Quartal schloss die Branche mit einem deutlichen Umsatzplus von zehn Prozent ab, verglichen mit dem Vorquartal. Im Blick auf das aktuelle Jahr 2021 erwarten die AMA-Mitglieder ein plus von neun Prozent.

Galt die Branche bisher als besonders investitionsfreudig, so wurden viele Investitionen im vergangenen Jahr zurückgefahren. Insbesondere große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter investierten zögerlich. Kleine und mittelgroße AMA-Mitglieder investierten mehr als im Vorjahr. Insgesamt plant die Branche für das laufende Jahr 2021 die Investitionen wieder um elf Prozent zu steigern, nachdem sich der Auftragseingang Mitte des Jahres 2020 erholt hatte.

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Deutlicher Exportanstieg, weniger Kurzarbeit

Die traditionell starke Exportquote der Branche verzeichnete einen weiteren Anstieg. Seit 2016 gehen die Exportquoten ins europäische Ausland allerdings zurück, während die Exportquote ins nicht europäische Ausland kontinuierlich weiter ansteigt. Insgesamt lag die Exportquote im Jahr 2020 bei 61 Prozent. Die Exportquote ins europäische Ausland lag im zurückliegenden Jahr bei 24 Prozentpunkten.

Pandemiebedingt führte auch die Sensorik und Messtechnik Kurzarbeit ein. Setzten im dritten Quartal noch 58 Prozent der Unternehmen auf Kurzarbeit, reduzierte sich die Anzahl im vierten Quartal auf 52 Prozent. Nachdem im zweiten Quartal rund 38 Prozent aller Arbeitsplätze der Branche in Kurzarbeit waren, betrug der Anteil der betroffenen Arbeitsplätze zum Ende des Jahres 2020 nur noch elf Prozent.

Interessant an dieser Stelle ist die Zahl, um wie viel sich die Zahl der Mitarbeiter 2020 gegenüber 2019 verändert hatte. Hier lag der Wert bei minus zwei Prozent. Auf die Frage, wie sich die Zahl der Mitarbeiter von 2020 auf 2021 verändern wird, gaben die AMA-Mitglieder ein plus von einem Prozent an.

Verstärkte Digitalisierung der Branche

Der AMA-Verband befragte seine Mitglieder, ob und auf welchen Gebieten pandemiebedingt digitalisiert wird. Mit einem Wert gaben 86 Prozent der AMA-Mitglieder an, dass die COVID-19-Pandemie zu einer verstärkten Digitalisierung in den Unternehmen führt. Große wie auch kleine und mittelständige Unternehmen gaben an insbesondere den eigenen Vertrieb zu digitalisieren.

„Das Jahr 2020 war auch für unsere Branche kein gutes Jahr. In der ersten Jahreshälfte sanken Umsätze, Investitionen und die Anzahl der Arbeitsplätze. Dank Kurzarbeit konnten spezialisierte Fachkräfte unserer Mitglieder gehalten werden“, sagt Thomas Simmons, Geschäftsführer AMA-Verband für Sensorik und Messtechnik.

„Im zweiten Halbjahr zogen die Umsätze und Auftragseingänge wieder an und die Investitionsbereitschaft wächst. Das stimmt die Branche insgesamt positiv, sie erwartet ein Umsatzplus von neun Prozent für das Geschäftsjahr 2021.“

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