Innovationsprozess Deutschland zwischen Innovationsanspruch und fehlenden Strukturen 

Quelle: Pressemitteilung Fraunhofer IAO 2 min Lesedauer

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Eine Studie des Fraunhofer‑Verbunds Innovationsforschung zeigt: Unternehmen treiben Innovation voran, doch bei Prozessen und Daten bestehen Defizite. Das „German Innovation Spotlight 2026“ benennt zentrale Hebel zur Stärkung der Innovationsfähigkeit.

Deutsche Unternehmen messen Innovation große Bedeutung bei, sehen jedoch Verbesserungsbedarf bei Prozessen und Rahmenbedingungen.(Bild:  Vilkasss /  Pixabay)
Deutsche Unternehmen messen Innovation große Bedeutung bei, sehen jedoch Verbesserungsbedarf bei Prozessen und Rahmenbedingungen.
(Bild: Vilkasss / Pixabay)

Die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen ist hoch, weist jedoch strukturelle Defizite auf. Das zeigt die Studie „German Innovation Spotlight 2026“, die auf einer Online-Befragung von rund 200 Teilnehmern aus dem verarbeitenden Gewerbe, der IT- und Softwarebranche sowie dem Dienstleistungssektor basiert. Untersucht werden zentrale Stellhebel wie Strategie und Kultur, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Nachhaltigkeit, Fachkräfte und Standortbedingungen. Die Studie entstand in Kooperation mit dem German Innovation Award des German Design Council.

Strategische Relevanz hoch, Umsetzung oft unsystematisch

Der Stellenwert von Innovation ist in deutschen Unternehmen hoch: Fast 85 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen Innovation als „wichtig“ oder „überlebenswichtig“, knapp drei Viertel haben sie in der Unternehmensstrategie verankert. Gleichzeitig ist der Wille häufig stärker ausgeprägt als die Systeme, die ihn tragen. Nur knapp über die Hälfte steuert Innovationen über klar definierte Prozesse, rund ein Drittel nutzt Kennzahlen. Häufig fehlen etablierte Prozesse, belastbare Daten und systematische Methoden, um Innovationspotenziale dauerhaft wirksam zu machen – insbesondere beim Einsatz von KI im Innovationsprozess.

Digitalisierung weit verbreitet, Datenbasis bleibt Schwachstelle

Die zunehmende Digitalisierung sowie der Einsatz von maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz prägen die Innovationsfähigkeit maßgeblich. Mit 94 Prozent haben nahezu alle Unternehmen Digitalisierungsprozesse zumindest teilweise umgesetzt. KI wird von fast 70 Prozent bereits in der Ideengenerierung und Konzeption eingesetzt. Gleichzeitig bestehen Defizite bei Datenqualität, Standards und Zugänglichkeit: Nur rund ein Drittel der Befragten bewertet die eigene Datenbasis als ausreichend.

Die Datenbasis ist Grundlage für den Aufbau und die Nutzung KI-basierter Wettbewerbsvorteile: „Viele Unternehmen wissen sehr genau, wo Potenziale liegen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, aus einzelnen Innovationsinitiativen belastbare Systeme zu entwickeln, die Geschwindigkeit, Technologien, Daten und Nutzerorientierung dauerhaft zusammenführen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Sven Schimpf, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung.

Nachhaltigkeit und Strukturen als zentrale Hebel

Weitere Entwicklungspotenziale zeigen sich bei Nachhaltigkeit, Qualifizierung und Entscheidungsgeschwindigkeit. Nur 28 Prozent der befragten Unternehmen haben Nachhaltigkeit fest in ihrer Innovationsstrategie verankert. Zudem fehlen in vielen Organisationen Strukturen, die Orientierung geben und schnelle Entscheidungen ermöglichen. Innovationsfähigkeit entsteht nicht allein durch Ideen, sondern durch Systeme, die Strategie, Daten, Prozesse, Kompetenzen und Design miteinander verbinden.

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