Montagesysteme

Der Automatisierungpartner Pfuderer feiert 50-jähriges Firmenjubiläum

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Was würden Sie heute anders machen?Anspruchsvolle Technik ist für mich nach wie vor faszinierend. Ich sehe es als meine Berufung an, in diesem Bereich tätig zu sein. Deshalb würde ich dieses Thema immer wieder wählen. Allerdings würde ich heute nicht jedes Rad wieder neu erfinden wollen. In den ersten Jahren nachdem unsere Firma die Tore geöffnet hatte, haben wir ausschließlich nach den Konstruktionsvorgaben unserer Kunden Maschinen gefertigt. Standards wurden kaum genutzt. Aber das war damals so, auch wenn es heute kaum noch nachvollziehbar ist.

Inwieweit haben sich die Anforderungen an mittelständische Unternehmen, zu denen die Pfuderer Maschinenbau GmbH gehört, verändert?

Ein familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen ist im Jahr 2010 schon beachtlichen Herausforderungen ausgesetzt. Dabei meine ich gar nicht unbedingt so tiefgreifende Einschnitte wie die gesamtwirtschaftliche Situation im vergangenen Jahr. Ich spreche von Daueraufgaben, die stetig bewältigt werden wollen, wie Neuentwicklungen verfolgen, Produktionszeiträume einhalten, Fachkräfte anwerben und Know-how sichern, bestehende Kunden und Neukunden von dem Können der Firma überzeugen.

Ich bin außerdem der Meinung, dass besonders der Mittelstand bei Investitionen zu wenig unterstützt wird. Unterstützung wäre aber wichtig, denn um kontinuierlich technischen Fortschritt zu erzielen und Entwicklungen voran zu treiben, reicht die Eigenkapitalbasis meist nicht aus.

Wie sehr hat Sie der Standort Schwaben beeinflusst?

Ich liebe meine Heimat. Hier gab es Pioniere und Erfinder wie Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach, Robert Bosch, Ferdinand Porsche oder Fritz Leonhard. Wir sind das Land der Ingenieure. Wir sind hier im Stuttgarter Raum gut aufgestellt. Das wirtschaftliche Klima ist gut und bietet viele Chancen.

Wie definieren Sie als Konstrukteur den Begriff "Erfolg"?

Gelingt es einem Menschen, seine Idee mit beharrlichem Einsatz zu realisieren und für seine Anlagenkonzepte die Akzeptanz am Markt zu erreichen, hat er schon ein gutes Stück des Wegs geschafft. Reicht seine Energie aus, eine funktionale und wirtschaftliche Firma darum zu bauen, dann können wir sagen: "Das ist ein erfolgreicher Mann!".

Was hat sich für Sie als Unternehmer im Geschäftsleben verändert?

Der Zeitfaktor. Bis zum Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts arbeiteten wir weitgehend analog. Das galt für Konstruktionszeichnungen, für die Kommunikation und in der Steuerung. Dann begann das Informationszeitalter und unsere Arbeit erfährt seitdem eine Beschleunigung.

Wir streben derzeit in der Anlagenentwicklung eine durchschnittliche Projektlaufzeit von sieben bis acht Monaten an. Also ein dreiviertel Jahr für Planung und Umsetzung bis die Maschine einsatzbereit in der Halle des Kunden steht. Es ist noch nicht lange her, da wurde für solche Projekte doppelt so viel Zeit veranschlagt. Planungsvorgaben, Fertigungsablauf, Finanzierungsmodalitäten und die Zusammenarbeit aller an einem Projekt Beteiligten - alles muss heute in viel engerer Abstimmung stattfinden.

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