Faserverbundkunststoffe Composites sind beim Flugzeugbau nicht mehr wegzudenken

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Der erfolgreiche Start des zweistrahligen Großraum-Passagierjets A350 XWB ist ein Meilenstein in der Geschichte von Airbus und ein Beweis für das enorme Entwicklungspotenzial von Verbundwerkstoffen als Leichtbaukomponenten.

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Der Rumpf des Airbus A350 XWB besteht zum Großteil aus CFK.
Der Rumpf des Airbus A350 XWB besteht zum Großteil aus CFK.
(Bild:Airbus)

Am 14. Juni 2013 Uhr hob im französischen Toulouse der neue Airbus A350 XWB zu seinem Jungfernflug ab. Nach Airbus-Angaben bestehen der Rumpf komplett und das gesamte Flugzeug zu 53 % aus Kohlefaserverbundwerkstoffen (CFK). So sind die 32 m langen und 6 m breiten Tragflächen inklusive der oberen und unteren Abdeckungen die größten jemals aus CFK hergestellten Flugzeugteile. Auch der beeindruckende Flügelmittelkasten des A350 XWB - 6,5 m lang, 5,5 m breit und 3,9 m hoch - besteht zu 40 % aus CFK. Die hochkomplexe Rumpfstruktur des Flugzeugs, die sich in drei Sektionen gliedert, wird ebenfalls zum Großteil aus Verbundwerkstoffen gefertigt. Für diese Leichtbau-Strukturen kommen modernste Verarbeitungstechnologien zum Einsatz. Die Herstellung der Außenhaut erledigen Harzfaser-Legemaschinen (Fiber-Placement-Anlagen), das Aushärten erfolgt in riesigen Drucköfen (Autoklaven). In einem tagelangen Prozess werden dabei millimeterdünne CFK-Bänder abgelegt und anschließend unter Druck und Hitze zusammengebacken. Auch bei anderen modernen Flugzeugen sind die Faserverbundwerkstoffe nicht mehr wegzudenken. So beträgt ihr Anteil beim großen A380, dem Giganten der Lüfte, immerhin 28 %. Die neue 787 von Konkurrent Boeing, Dreamliner genannt, besteht ebenfalls zur Hälfte aus diesen Strukturen.

Composites Europe zeigt neue Leichtbaukonzepte

Genau das haben die Veranstalter der internationale Fachmesse Composites Europe, die vom 17. bis 19. September 2013 in Stuttgart stattfindet, bereits vor Jahren erkannt und deshalb Leichtbaukonzepten für die Luftfahrt stets einen großen Stellenwert eingeräumt. Dies wird auch in diesem Jahr wieder so sein. Mit der Flugzeugunion Süd präsentiert sich beispielsweise eine andere Tochter der Airbus-Mutter EADS, die Vakuumhilfsmaterialien zur Herstellung von Glas- und Kohlefaserbauteilen (GFK und CFK) vertreibt. Neben den Verarbeitern von Faserverbundkunststoffen stellen auf der CE zudem zahlreiche Maschinen- und Anlagenhersteller ihr Können unter Beweis und zeigen an ihren Messeständen hochmoderne Fertigungstechnik für die Aerospace-Industrie. Und nicht zuletzt geben sich Rohstoff-Lieferanten ein Stelldichein. (qui)

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