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Bremskraft-Messsystem Bremskraft-Messsystem überwacht Zustand des Bremssystems

| Redakteur: Jan Vollmuth

Der Geschäftsbereich Rail Technology von Kistler positioniert sich mit einem neuen Bremskraft-Messsystem. Das System soll Schienenfahrzeugherstellern und besonders Wartungsbetrieben (ECMs) den Übergang von der periodischen zur zustandsbasierten Instandhaltung ermöglichen. Dies soll die Sicherheit erhöhen, Kosten sparen und die Fahrzeugverfügbarkeit verbessern.

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Das Bremskraft-Messelement Typ 9305A1B von Kistler für Klotzbremsen ermöglicht das Überwachen von Bremssystemen in Schienenfahrzeugen.
Das Bremskraft-Messelement Typ 9305A1B von Kistler für Klotzbremsen ermöglicht das Überwachen von Bremssystemen in Schienenfahrzeugen.
(Bild: Kistler )

Gerade im Nahverkehrsbereich (Metro, Straßenbahn) mit häufigem Stop-and-go und festgelegten Haltepositionen, aber auch im Fernverkehr spielen Bremssysteme von Schienenfahrzeugen eine kritische Rolle für die Verkehrssicherheit und den Komfort der Passagiere. Im Güterverkehr kommt es dagegen aufgrund der variablen Beladung vor allem darauf an, Bremswege korrekt zu berechnen – Basis hierfür ist eine präzise Bestimmung des verfügbaren Bremsvermögens, das entscheidend von der (noch) vorhandenen Bremskraft abhängt.

Präzise Kennwerte zum Zustand des Bremssystems

Eine Lösung für diese Aufgabe präsentiert der Geschäftsbereich Rail Technology des Schweizer Sensorik-Spezialisten mit seinem Bremskraft-Messsystem. Die mobile und flexibel konfigurierbare Komplettlösung im praktischen Werkzeugkoffer funktioniert mit zahlreichen Schienenfahrzeugen, die mit Klotz- oder Scheibenbremsen ausgestattet sind. Das System liefert laut Kistler zuverlässig Kennwerte wie Aufbauverzögerung, Aufbauzeit, Endkraft, Lösezeit etc.

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Die Sensoren werden anstelle des Bremsklotzes bzw. der Bremsbeläge eingebaut und sollen so eine direkte und präzise Messung der entsprechenden Parameter erlauben. Durch die Bestimmung der Bremskraft in Abhängigkeit vom Bremsdruck lässt sich mit der speziellen Analysesoftware von Kistler die Hysteresekurve errechnen, die konkrete Rückschlüsse auf den bisherigen und zukünftigen Verschleiß erlaubt, erklärt der Anbieter. Alle bremsspezifischen Kennwerte werden sowohl numerisch als auch grafisch aufbereitet, analysiert und dokumentiert.

Langlebig und robust

Das Bremskraft-Messsystem kann mit bis zu acht Kraftsensoren sowie optional weiteren Druck- und Triggersensoren ausgestattet werden. Die piezoelektrischen Kraftsensoren sind mechanisch besonders robust aufgebaut, UIC-konform und ab Werk vorkalibriert, erläutert Kistler; die erzeugten linearen und absoluten Ladungssignale sollen dank der hochohmigen Verstärkereingänge unempfindlich sein gegen elektromagnetische Störfelder. Besonderes Augenmerk sei nach Angaben des Unternehmens außerdem auf die konsequente Trennung von Schienen- und Werkstattmasse gelegt werden, um schädliche Ausgleichsströme zu vermeiden.

Alle Komponenten – Sensorik, Signalaufbereitung, Datenerfassung und anwendungsspezifische Software – finden Platz in einem kompakten Rollen-Koffer, der zusätzlich über eine Batterieversorgung für den mobilen Einsatz des Messsystems verfügt. Die Bremskraft-Messelemente sind kompatibel mit verschiedenen Raddurchmessern und decken unterschiedliche Kraftbereiche bis 60 kN ab.

Von der reglementierten zur vorausschauenden Wartung

Das neue Bremskraft-Messsystem von Kistler bietet Schienenfahrzeugherstellern und Wartungsbetrieben (ECMs) die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit von Rail-Bremssystemen zu überwachen und zusätzlich Kosten bei der Instandhaltung zu sparen. Insbesondere ECMs erhalten damit die Chance, sich von Reglementierungen seitens der Bremsenhersteller zu emanzipieren und nach und nach – auf Basis der gesammelten Daten – die Kompetenz für Predictive Maintenance aufzubauen. Durch die mögliche Reduzierung der aufwändigen dynamischen Bremsproben werden Kosten gespart, was den Investitionsaufwand für das Messsystem rechtfertigt, teilt Kistler mit. (jv)

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