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Erfassung des Konstruktionswissens
Die PTC-Lösung rechnet nicht nur, sondern fungiert zugleich als elektronisches Notizbuch, in dem der Anwender seine Konstruktionsabsicht in Form von textlichen Kommentaren oder Bildern festhalten kann. Was noch fehlt ist ein Zeichentool, um beispielsweise eine Skizze des Wirkprinzips machen zu können und mit der Geometrie zu verknüpfen. "Berechnung und Notizen sind Bestandteil der jeweiligen Bauteilversion und können dem Änderungs-Workflow unterworfen werden. Dadurch können sie nicht verloren gehen und sind leicht wieder zu finden ", erläutert Förster. Sofern der Workflow in PTC Windchill abgebildet wird, besteht die Möglichkeit, die Mathcad-Dokumente einzusehen ohne das CAD-System aufrufen zu müssen. Derzeit unterstützt die Software noch nicht die Indexierung von Dokumenten, wohl aber die Volltext-Recherche, wie Büttner sagt.
Vereinfachte Nachweispflicht
In Branchen mit strengen Compliance-Anforderungen erleichtert die Aufzeichnung von Konstruktionsabsicht, Berechnungsergebnissen, Änderungsgründen etc. zudem die Einhaltung der Nachweispflicht. Diesen Nachweis konnte man bislang nur über das PDM-System erbringen, was relativ zeitaufwendig war. Die automatisierte Aufzeichnung reduziert den damit verbundenen Aufwand.
PTC Mathcad Prime bietet nicht nur einzelnen Anwendern die Möglichkeit, ihr Know-how zu erfassen und bei ähnlichen Projekten wieder zu verwenden, sondern auch den Unternehmen. Mit Hilfe der Templates können sie beispielsweise firmenspezifische Berechnungs-Richtlinien definieren und allen Konstrukteuren bereitstellen, was den Wissenstransfer von älteren zu jüngeren Kollegen erleichtert. Darüber hinaus unterstützt die Berechnungssoftware die zentrale Bereitstellung von Berechnungs-Vorlagen auf einem Server, auf den die Anwender über Webbrowser zugreifen können, um ihre Bauteile auszulegen. Ein namhafter deutscher Kugellager-Hersteller hat auf diese Weise das Wissen für die Auslegung der Kugellager-Varianten gebündelt und seinen Konstrukteuren weltweit verfügbar gemacht.
Zeit- und Kosteneinsparungen im Konstruktionsprozess
Großunternehmen mit weltweit verteilten Entwicklungsstandorten treiben heute einen enormen Aufwand, um ihre Produkte abzusichern und zu dokumentieren, dass sie sie abgesichert haben. Die dafür erforderlichen Berechnungs-Richtlinien stecken oft in dicken Ordnern, die nicht immer auf dem aktuellen Stand sind. Die Integration des Berechnungs-Know-hows in den Konstruktionsprozess bzw. die in der Konstruktion eingesetzte CAD-Systeme eröffnet den Unternehmen erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen, dadurch dass die CAD-Modelle schneller und prozessdurchgängig ausgelegt werden können. (mz)
* Michael Wendenburg, Sevilla (www.wendenburg.net)
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