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Bei der Entwicklung immer einen Schritt voraus sein

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Das Startup Accelerated Innovation hat eine Plattform entwickelt, die Unternehmen eine vollständig digitalisierte Prozesskette anbietet. So lässt sich die time-to-market enorm reduzieren.

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„Mit unserer Plattform können wir die time-to-market drastisch reduzieren
„Mit unserer Plattform können wir die time-to-market drastisch reduzieren", sagt Christian Ludwig, Geschäftsleiter Marketing bei der Accelerated Innovation GmbH.
(Bild: Accelerated Innovation)

Mit der Plattform sind Unternehmen bei der Entwicklung immer einen Schritt voraus, da sie Ergebnisse aus Simulationen oder Optimierungen sofort wieder direkt auf die Plattform zurückspielen können und dort – auch für Partner – unternehmensübergreifend abrufbar sind. Das Optimierungspotential kann so von Anfang an voll ausgeschöpft werden, da sich dank einer vollständig digitalisierten Prozesskette auch Wechselwirkungen von einzelnen Leichtbaumaßnahmen in mehreren Iterationsschleifen für weitere Verbesserungsschritte mit einbeziehen lassen. „Wir bieten mit unserer Plattform eine Art Zeitmaschine an, mit der man in der Entwicklung immer einen Schritt voraus ist und verschiedene zukünftige Szenarien durchspielen kann. Denn wenn man das zukünftige Ergebnis kennt, kann man dies bei seiner Entscheidung im Jetzt bereits berücksichtigen“, sagt Christian Ludwig, Geschäftsleiter Marketing bei Accelerated Innovation. Mit der Plattform stellt das Startup aus Hechingen anderen Unternehmen eine Möglichkeit bereit, um die Potentiale einer vollständig digitalisierten Prozesskette für sich zu nutzen. Am Ende des Tages geht es dabei vor allem um eines: Schnelligkeit. „Durch die Nutzung unserer Plattform können unsere Kunden Zeit und dadurch Kosten einsparen, ihre Produktivität steigern und ihren Kunden wiederum auch bessere Produkte anbieten – so kann man es als kleines Unternehmen auch mit den Großen aufnehmen“, meint Ludwig. Wie das funktionieren soll, erklärt er an einem Beispiel: „Ein Bauteil wird als digitaler Zwilling in der Plattform hinterlegt. Mit diesem Abbild des realen Bauteils bieten wir dann verschieden Simulationen und Optimierungen an – das geht viel schneller als mit Test am echten Bauteil und der Prototypenbau und das Hin- und Herschicken des Teils entfällt auch“, sagt Ludwig.

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Schneller am Markt – mit besseren Produkten

Die Ergebnisse fließen danach direkt als neue Daten sicher zurück auf die Plattform, so Ludwig weiter. „Das hat den Vorteil, dass der langwierige und zeitraubende Datenaustausch zwischen verschiedenen Unternehmen ebenfalls hinfällig ist, da alles standardisiert über die Plattform abläuft,“ erklärt Ludwig. Die klassische Wartezeit auf die Daten würde so entfallen und durch die Plattform sei auch sichergestellt, dass rechtssicher alle Zwischenschritte in der Entwicklung dokumentiert seien und man diese jederzeit einfach nachvollziehen könne. „Egal ob es um das Erfassen von Daten aus unterschiedlichen Quellen, die Weiterverarbeitung mittels Simulation und Optimierungen, die Rückführung der aktualisierten Konstruktionsdaten nach der Simulation oder deren Analyse mithilfe von Big-Data-Methoden geht – mit unserer Plattform können wir Kunden alle Prozesse entlang der digitalen Entwicklungskette anbieten“; sagt Ludwig. Dabei gehe es auch um die Verbesserung des Herstellungsprozesses, da die Rahmenbedingungen bei der Herstellung ebenfalls in die Simulation mit einfließen würden, so Ludwig. Ein weiterer Vorteil der Arbeit mit den digitalen Zwillingen sei außerdem auch die Möglichkeit, einen hohen Grad an Individualisierung für die herzustellenden Produkte anbieten zu können. So seien etwa auch Ein-Stück-Serien kostengünstig realisierbar.

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Leichtbaupotentiale ausschöpfen

„Die komplexen Simulationen und Rückkopplungsschleifen im Leichtbau gehen nur digital. Mit einer komplett digitalisierten Prozesskette kann man das volle Optimierungspotential bei der Produktentwicklung heben – vor allem, wenn der Leichtbau von Anfang an berücksichtigt wird“, sagt Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW. So könne man beispielsweise eben nicht nur drei Iterationsschleifen in sechs Wochen, sondern 20 Schleifen in zwei Tagen realisieren. Der Leichtbau mache Produkte nicht nur leichter, sondern auch besser und effizienter, so Seeliger weiter. „Als Kunde profitiert man bei leichtbauoptimierten Produkten vom geringeren Gewicht, da etwa in einer Maschine die Motoren kleiner dimensioniert werden können und im Betrieb weniger Energie verbrauchen, weil sie weniger Masse bewegen müssen“, führt Seeliger aus.

Die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg präsentiert diese Innovation mit ihrem ThinKing im Januar 2019. Mit diesem Label gibt die Leichtbau BW GmbH monatlich innovativen Produkten oder Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg eine Plattform.

Für viele Anwendungsbereiche ist der Leichtbau auch ein enormer Möglichmacher. Ein Beispiel ist etwa der smarte Elektroflitzer ILO1 der Emm! solutions – denn ohne Leichtbau hätte das Fahrzeug keine Straßenzulassung für die Leichtbauklasse L7e bekommen, weil dort die magische Gewichtsgrenze bei 450 Kilogramm liegt. Die neueste Version des Konzeptleichtbaufahrzeug wird erstmals bei der Hannover Messe am Gemeinschaftsstand „Leichtbau aus Baden-Württemberg“ in Halle 5, C18 zu sehen sein. Bei der Entwicklung des ILO kam das PLM von Cassini Systems Europe GmbH zum Einsatz, welche eines der drei Gründungsunternehmen hinter der Accelerated Innovation GmbH ist. (jup)

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