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3D-Druck Begehbare Raumskulptur gedruckt

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Für ihr Projekt „Digitale Grotte“ schufen die Architekten Michael Hansmeyer und Benjamin Dillenburger den ersten begehbaren Raum komplett im 3D-Druck. Das (3000 x 600 x 2500) mm große und 3200 kg schwere Kunstwerk aus lackiertem Sand wurde im Dienstleistungszentrum von Voxeljet gedrukt und ist derzeit auf der Euromold zu sehen.

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Auf der Euromold 2013 am Stand von Voxeljet (Halle 11/C132) zu sehen: Die begehbare Grotte der Architekten Michael Hansmeyer und Benjamin Dillenburger besteht aus lackiertem Sand und ist im 3D-Druckverfahren hergestellt.
Auf der Euromold 2013 am Stand von Voxeljet (Halle 11/C132) zu sehen: Die begehbare Grotte der Architekten Michael Hansmeyer und Benjamin Dillenburger besteht aus lackiertem Sand und ist im 3D-Druckverfahren hergestellt.
(Bild: konstruktionspraxis, D. Quitter)

Einfach nur einen konventionellen Raum im Dienstleistungszentrum von voxeljet ausdrucken zu lassen, wäre den Architekten Michael Hansmeyer und Benjamin Dillenburger wohl zu wenig gewesen. Beide sind auf Computational Design spezialisiert und arbeiten als Dozenten an der Professur CAAD des Eidgenössischen Instituts für Technologie (ETH) in Zürich, einer der renommiertesten Architekturfakultäten Europas. Ihre Forschung untersucht das Potential von Informationtechnologie für Architektur: Anstatt zu Zeichnen, entwerfen beide durch Programmieren.

Hochauflösende 3D-Printer mit großen Bauraum gefragt

Die hochauflösende Detaillierung ist ausschließlich über Algorithmen berechnet worden und veranschaulicht die Komplexität, die heutzutage im Bauprozess machbar ist. Das Projekt reizt die Möglichkeiten einer digitalen Kette in der Architektur aus und bleibt vom Entwurf bis zur Herstellung konsistent im Computer. Der Blick auf die Grotte zeigt, was die Architekten mit hochauflösender Detaillierung meinen. Der faszinierende Lebensraum offeriert auf einer Grundfläche von rund 16 Quadratmetern eine unglaubliche Detailverliebtheit mit einer sensationellen Vielfalt an filigransten Elementen. Als die CAD-Daten im Dienstleistungszentrum von Voxeljet vorlagen, ging das bislang einmalige Projekt „in Druck“. Der Hochleistungsdrucker VX4000 baute alle Einzelteile der Grotte in wenigen Tagen auf. Die Formen entstehen vollautomatisch exakt nach CAD-Daten im sogenannten Schichtbauverfahren durch den wiederholten Auftrag von feinsten Quarzsandschichten, die über den Druckkopf der Anlage selektiv mit einen Binder verklebt werden. Ein Video zeigt die Funktionsweise dieses 3D-Druckers:

Bildergalerie

Noch vor nicht allzu langer Zeit wäre die Durchführung eines solchen Projektes im 3D-Druck zwar theoretisch möglich gewesen, aber am verfügbaren Equipment gescheitert.

Druckpräzision sorgt für perfekte Passungen

Nach dem Entpacken, ein Vorgang bei dem nicht gebundener Quarzsand vom fertigen Bauteil entfernt wird, stand die Infiltrierung der einzelnen Komponenten mit Epoxidharz auf dem Programm. Danach machten sich die rund 80 blitzblanken Bauteile auf den Weg nach Zürich zur ETH. Hier fand die abschließende Lackierung statt sowie die Montage aller Einzelteile.

Dabei zeigte sich neben der hervorragenden Belastbarkeit der Teile auch deren Präzision. Trotz des unglaublichen Detailreichtums passte jedes Teil perfekt ins nächste, so dass die Montage der Grotte schnell und problemlos vonstatten ging. Die einzelnen Bauteile lassen sich mit Kernmarken und Eisenstangen einfach verbinden und bei Bedarf wieder demontieren. Das verleiht der Grotte eine gewisse Mobilität, was die Teilnahme an Ausstellungen erheblich erleichtert. (qui)

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