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Corona-Pandemie Baumaschinenbranche sieht Hoffnungsschimmer

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die wirtschaftlichen Konsequenzen durch die Corona-Pandemie sind auch in der Baumaschinenbranche zu spüren. Laut dem VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen rechnet die Branche mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 % zum Jahresende. Das ist einschneidend, aber bei weitem nicht so dramatisch wie in den Jahren 2008 und 2009.

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Die Baumaschinenbranche rechnet mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 % zum Jahresende, dieser sei aber nicht so dramatisch wie in den Jahren 2008/2009.
Die Baumaschinenbranche rechnet mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 % zum Jahresende, dieser sei aber nicht so dramatisch wie in den Jahren 2008/2009.
(Bild: Messe München )

In der Baumaschinenindustrie machen sich die positiven Nachwirkungen der Boomjahre 2018 und 2019 bemerkbar. Das erste Quartal 2020 erzielte in den meisten Unternehmen noch unbeeinflusst von der Krise akzeptable Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang lag bei Baumaschinen mit 6 % im Plus über dem Vorjahresniveau, vor allem durch die starken Monate Januar und Februar. Die Baustoffanlagen drehten im selben Zeitraum mit 22 % ins Minus im Vergleich zum Vorjahr. Letzteres ist eine reine Momentaufnahme, da dieser Bereich durch langfristige Großprojekte bestimmt wird. Ab April erwartet der Verband insgesamt einen signifikanten Rückgang. Insgesamt rechnet die Baumaschinenbranche laut einer gemeinsamen Pressekonferenz von VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen und Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 % zum Jahresende.

Stornierungen sind nicht das Problem – Neubestellungen schon

So zeigten sich bereits Ende März negative Tendenzen in den Ergebnissen der zweiten VDMA-Blitzumfrage zur Corona Krise. 57 % der Unternehmen, die aus dem Baumaschinen- und Baustoffanlagenbereich teilnahmen, gaben an, dass sie signifikante oder starke Rückgänge beim Auftragseingang hinnehmen mussten. In der im April darauf folgenden Runde waren es bereits 72 %. Bemerkenswert ist, dass es kaum Stornierungen von Aufträgen gab, sondern mehrheitlich fehlende neue Bestellungen.

Störungen in der Lieferkette blieben weitestgehend stabil, von Ende März bis Mitte April waren diese sogar leicht rückläufig. Das zeigt, dass es den Unternehmen gelingt, Prozesse anzupassen und Alternativen einzusetzen. Die vierte Umfrage vom 7. bis 8. Mai zeigt an dieser Stelle weitere positive Tendenzen. Anders sieht es beim Auftragseingang aus. 87 % der Unternehmen gaben an, gravierende oder signifikante Einbußen zu haben – vorwiegend in Europa und den USA, China spielt dabei kaum eine Rolle.

Zügiger Aufschwung in 2021 erwartet

„Als Branche sind wir sehr heterogen aufgestellt, das erschwert natürlich allgemeine Aussagen. Trotzdem können wir insgesamt feststellen, dass wir die Krise bis heute recht gut meistern konnten. Wir erwarten im Laufe des Jahres für unsere Branche deutliche Rückgänge, die aber nicht so schwer wie 2009 ausfallen werden“, bekräftigt Franz Josef Paus, Vorsitzender des VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen. Für 2021 sehe die Branche sogar die Chance für einen zügigen Aufschwung. Dieser sei aber auch abhängen von kurzen Planungszeiträumen für gegebenenfalls neu aufgelegte oder bereits laufende Infrastrukturprojekte.

„Die aktuelle Krisensituation gibt zusätzliche Impulse, die Automatisierung beispielsweise im Bereich des modularen und seriellen Bauens ebenso rascher voranzutreiben wie auch die Bestrebungen zur Standardisierung der Maschinendaten, der Schnittstellen und der Maschinenkommunikation. Schon heute können wir feststellen, dass diese Faktoren die Aufrechterhaltung unseres Baugeschäftes auch in solchen schwierigen Zeiten positiv beeinflussen“, ergänzt Ralf Lüddemann, Vorsitzender des Geräteausschusses der Bauindustrie.

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