Kunststoff Bakterien produzieren Biokunststoff

Von Fraunhofer IPA 2 min Lesedauer

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Der Biotechnologe Moritz Bross hat den Stoffwechsel von Cyanobakterien so verändert, dass sie den Biokunststoff Polyhydroxybutyrat bilden. Dafür hat er beim dritten Biointelligenz-Kongress den Wittenstein Biointelligenz Preis in der Kategorie „Einzelperson“ erhalten.

Verleihung des Wittenstein Biointelligenz Preises, von links: Thomas Bauernhansl, Moritz Bross, Daniel Tanneberg (er nahm die Auszeichnung für Cortical Labs entgegen) und Benedikt Hofmann.(Bild:  Fraunhofer IPA)
Verleihung des Wittenstein Biointelligenz Preises, von links: Thomas Bauernhansl, Moritz Bross, Daniel Tanneberg (er nahm die Auszeichnung für Cortical Labs entgegen) und Benedikt Hofmann.
(Bild: Fraunhofer IPA)

Um aus Kohlendioxid und Sonnenlicht einen biologisch abbaubaren Kunststoff aus Cyanobakterien herzustellen, hat der Biotechnologe Moritz Bross im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Eberhard Karls Universität Tübingen den Stoffwechsel der Bakterien so verändert, dass sie den Biokunststoff Polyhydroxybutyrat bilden. Der Ansatz soll eine Alternative zu Kunststoffen schaffen, die auf fossilen Rohstoffen basieren und nicht biologisch abbaubar sind. Für seine Arbeit ist Bross mit dem Wittenstein Biointelligenz Preis in der Kategorie „Einzelperson“ ausgezeichnet worden.„Sein Ansatz verbindet Biotechnologie, Nachhaltigkeit und intelligente Prozessanpassung auf überzeugende Weise und bietet einen vielversprechenden Weg hin zu einer fossilfreien Materialproduktion“, begründet Professor Thomas Bauernhansl die Wahl der Jury. Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat den Wittenstein Biointelligenz Preis zusammen mit Benedikt Hofmann, dem Innovations- und Entwicklungsvorstand der Wittenstein SE, überreicht. In der Kategorie „Einzelperson“ ist die Auszeichnung mit 10.000 Euro dotiert.

Wittenstein Biointelligenz Preis zeichnet interdisziplinäre Ansätze aus

Der Wittenstein Biointelligenz Preis richtet sich an Unternehmen und Einzelpersonen, die verschiedene Wissensgebiete miteinander verbinden. Unternehmen müssen Kompetenzen aus mindestens zwei der Bereiche Biotechnologie, Künstliche Intelligenz, Produktionstechnik und Nachhaltigkeit zusammenführen. Einzelpersonen können sich mit interdisziplinären Forschungsarbeiten bewerben, deren Schwerpunkt auf Biotechnologie, Künstlicher Intelligenz oder Nachhaltigkeit liegt.

Rechnen mit lebenden Nervenzellen

Die Kategorie „Unternehmen“ hat Cortical Labs für sich entschieden. Das Unternehmen aus Melbourne entwickelt biologische Computer, in denen lebende Nervenzellen mit elektronischen Bauteilen zusammenarbeiten. Anders als herkömmliche Systeme bildet die Plattform CL1 sie nicht nur softwarebasiert nach, sondern nutzt sie direkt zur Verarbeitung von Informationen. Cortical Labs will damit lern- und anpassungsfähige Rechner entwickeln, die deutlich weniger Energie benötigen könnten als heutige KI-Anwendungen.„Cortical Labs erschließt neue Wege für adaptives und energieeffizientes Rechnen. Durch die Kombination lebender neuronaler Netzwerke mit Siliziumtechnologie zeigt das Unternehmen, wie Biointelligenz die zukünftigen KI- und Rechnerarchitekturen neu gestalten könnte“, begründet Bauernhansl die Wahl der Jury. Der Wittenstein Biointelligenz Preis ist in der Kategorie „Unternehmen“ mit 20.000 Euro dotiert.

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