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Lineartechnik Aus Lkw wird Offroad-Camper

| Autor/ Redakteur: Klaus-J. Hermes / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Mit Wohneinheiten versehene Lkw verwandeln sich zu originellen Campingfahrzeugen, die als vollwertige Expeditionsfahrzeuge konzipiert sind. Auch eine Quad-Garage ist integriert. Robuste Linearführungen von Rollon bewegen deren Verladerampe.

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Ein komplettes Quad oder ein Motorrad kann als Begleitfahrzeug mit auf große Offroad-Reise gehen.
Ein komplettes Quad oder ein Motorrad kann als Begleitfahrzeug mit auf große Offroad-Reise gehen.
(Bilder: Rollon)

Die Entwicklung unserer ersten Bliss-Einheit hat etwa ein Jahr gedauert“, berichtet Bart Thijssen, Marketing-Manager bei Bliss Mobil. „Den robusten Stahlrahmen haben wir so entworfen, dass er als Basis für die anderen Modelle dienen kann. Wir arbeiten mit Ingenieuren aus verschiedenen Disziplinen und so konnten wir komplexe Herausforderungen, z. B. die Wiederverwendung von Frischwasser und das einzigartige Energiekonzept, auf eine hochwertige Weise lösen. Die Bliss-Einheiten sind dadurch weitgehend autonom. Daneben kann bei unseren großen Einheiten eine spezielle Garage eingebaut werden, dessen Tragebühne mit einem linearen System von Rollon ein- und ausgefahren wird.“

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Da viele Kunden von Bliss Mobil ein Quad oder ein Motorrad mit auf Reisen nehmen möchten, um vor Ort mit einem kleineren Fahrzeug mobil zu sein, kamen die Bliss-Ingenieure auf die Idee eine Innengarage einzubauen. Sie befindet sich am Heck der Bliss-Einheit und ist mit einem automatischen Lift ausgestattet. Auf Knopfdruck fährt die Plattform über Teleskopführungen waagerecht aus und wird anschließend mit dem Motorrad oder Quad abgesenkt. Für diese Lift-Vollauszüge setzt das Unternehmen Teleskopführungen der Serie Telescopic Rail der Rollon GmbH ein.

Hoch belastbares Teleskop-System

„Wir haben die Führung ausgiebig getestet, und die Tragfähigkeit ist besonders hoch. Erst nachdem wir viel mehr Gewicht als zulässig auf der Führung hatten, hat sie begonnen sich durchzubiegen. Dadurch eignet sich das Teleskop-System ideal für die Bliss-Einheit, die schließlich unter extremen Bedingungen eingesetzt werden soll“, sagt Pieter van de Wouw, Produktentwicklungsmanager bei Bliss Mobil.

Die Telescopic Rail DSS mit einseitigem Auszug kommt paarweise in der Baugröße 43 zum Einsatz. Der Vollauszug besteht aus zwei Führungsschienen als festes und bewegliches Element und einem S-förmigen Zwischenelement, das ein besonders hohes Flächenträgheitsmoment und eine hohe Steifigkeit mit einer schlanken Bauweise vereint. Daraus resultiert eine hohe Belastbarkeit mit geringer Durchbiegung im ausgefahrenen Zustand. Die Teleskopführung ist deshalb stark genug, die Verladerampe mitsamt eines kompletten Quads oder Motorrads zu halten.

Autarke Energie- und Wasserversorgung

Die DSS überzeugte die Bliss-Ingenieure auch aufgrund ihrer Leichtgängigkeit und hohen Zuverlässigkeit. In freier Wildbahn muss sämtliches Equipment auch unter rauen Umgebungsbedingungen zuverlässig funktionieren, denn Ersatzteile sind dort nicht zu bekommen. Das ist neben der robusten Konstruktion auch durch die Materialwahl gesichert: Die Laufflächen sind induktiv gehärtet, Schienen und Läufer bestehen aus kaltgezogenem Kohlenstoffstahl und die Kugeln in den Kugelkäfigen der Läufer aus Wälzlagerstahl.

Alle Bliss-Einheiten verfügen über Lithium-Ionen-Batterien, die Elektrizität für eine Woche speichern können. Über Sonnenkollektoren auf dem Dach können die Batterien innerhalb weniger Stunden vollständig aufgeladen werden. Dadurch kann der Reisende warm duschen, er kocht per Induktion, kann Lebensmittel kühlen und einfrieren, und die Einheit kann unter allen Verhältnissen beheizt oder gekühlt werden. Unter extremen Umständen – wenn z. B. bereits seit einer Woche Schnee auf dem Dach liegt – lädt der Eigner den Akku innerhalb von 1,5 Stunden wieder auf, indem er den Motor des LKW laufen lässt.

Ein mehrstufiges Filtersystem sorgt in der Bliss-Einheit für sicheres Trinkwasser. Mit einem kompakten Aufbereitungsgerät kann Wasser aus dem Meer oder einem Fluss gepumpt und zu sauberem Trinkwasser aufbereitet werden.

Kein Mangel an Komfort

Auch für den Komfort der Reisenden, die häufig monatelang unterwegs sind, haben die Ingenieure von Bliss Mobil gesorgt. Neben einer kompakten, vollständig ausgestatteten Küche, einer Dusche mit einem 40-Liter-Warmwassergerät und einer elektrischen Toilette mit Zerkleinerer ist auch viel Sorgfalt auf Wartung und Isolierung verwandt worden. Die Entwickler haben hierfür ein spezielles Isoliermaterial eingesetzt, um Wärmebrücken im Stahlrahmen maximal zu isolieren. Der gesamte Raum ist effizient unterteilt. Selbst in der kleinsten Bliss-Einheit mit 11 Fuß (3,35 m) können vier Personen komfortabel schlafen. Die Essecke kann zu einem Doppelbett umgebaut werden und von der Decke kann ein zweites Doppelbett herabgelassen werden. Wenn das Fahrzeug auf einem unebenen Untergrund steht, kann das Bett mit Hilfe von Stelleinrichtungen horizontal ausgerichtet werden.

Bleibt ein Bliss Mobil längere Zeit an einem Ort, können die Eigentümer die Einheit vom Fahrzeug lösen und auf einem Stahlrahmen absetzen. So entsteht eine Art Mobilheim.

Individuelle Zusatzmodule

Ausgiebig haben die Ingenieure von Bliss Mobil untersucht wie die Einheit am besten funktioniert. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bilden die Grundlage jeder Einheit. Zusätzliche Module ermöglichen, die Bliss-Einheit weiter an die Wünsche des Kunden anzupassen. Sie sind von 11 Fuß bis 23 Fuß (7,01 m) lieferbar und können praktisch auf jedem LKW oder Geländefahrzeug montiert werden. (sh)

* Klaus-J. Hermes ist Marketingleiter bei der Rollon GmbH in Düsseldorf

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