Kupplung Auf die richtigen Schlitze kommt es an

Autor / Redakteur: Christoph Hasenstab / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

VMA Antriebstechnik hat 1985 ihre erste Wellenkupplung auf den Markt gebracht. Der Clou daran ist eine besondere Schlitzgeometrie. An ihr hält das Unternehmen bis heute fest – aus guten Gründen.

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Grundlage des VMA-Portfolios ist die ASK Ausgleichskupplung. An der Schlitzkonstruktion hält das Unternehmen bis heute fest.
Grundlage des VMA-Portfolios ist die ASK Ausgleichskupplung. An der Schlitzkonstruktion hält das Unternehmen bis heute fest.
(Bild: VMA)

Ein weißes Blatt Papier, ein Bleistift, ein junger Ingenieur mit Visionen – der Beginn einer 30jährigen Firmengeschichte. In kurzer Zeit entstand bei VMA ein Lieferprogramm mit patentierten Produkten – allesamt untereinander kombinierbar. Grundstein dieser Produktpalette war die ASK Ausgleichskupplung, welche auch als Federstegkupplung bekannt ist. Diese geschlitzte Wellenkupplung ist bis heute die einzige Kupplung, die das VMA-Schlitzmuster hat.

Einzelne Einfräsungen statt durchgehender Schlitze

Ausgangspunkt war der Gedanke, eine flexible Wellenkupplung zu entwickeln, welche aus einem Stück besteht, um so hohe Rundlaufgenauigkeiten zu gewährleisten. Daneben sollte diese Kupplung auch Versätze ausgleichen können. Dies wird über die spezielle Schlitzgeometrie erfüllt. Im Gegensatz zur Beam-Kupplung wird bei der Ausgleichskupplung kein durchgehender Schlitz eingefräst, sondern einzelne Einfräsungen werden am Umfang in symmetrischen Abständen verteilt. Wichtig dabei ist, dass auf die Stege immer von beiden Seiten dieselbe Belastung wirkt. Dies ist bei Produkten von Marktbegleitern oftmals nicht der Fall. Dadurch wird jedoch die Lebensdauer stark beeinträchtigt.

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Schlitzkonstruktion wird nach Einsatzfall optimiert

Darüber hinaus bietet diese auf dem Markt einzigartige Schlitzstruktur hervorragende Federeigenschaften, was beim Einsatz als Kupplung einen positiven Einfluss auf das Resonanzverhalten des Antriebsstrangs hat. Bewusst hält das Unternehmen an dieser Schlitzkonstruktion bis heute fest und optimiert je nach Einsatzfall die Geometrie, um die Kundenanforderungen zu 100 % abdecken zu können. Dabei ist die qualitative Aussage simpel: Mehr Schlitze und tiefere Schlitze ergeben eine flexiblere Kupplung.

Oldham-Kupplungspatent im Jahr 1987

Wer eine Kupplung aus einem Stück fertigt, beschränkt sich dabei naturgemäß auf ein Material, dabei können verschiedenste Materialien zum Einsatz kommen. VMA Antriebstechnik hat über die Jahre Kupplungen aus Aluminium bis Titan hergestellt, aber auch Kunststoffe wie PEEK stellen keine Herausforderung für den Problemlöser vom Untermain mehr da. Bei den Standardgrößen reicht die Spannweite bei Wellendurchmessern von 3 bis 60 mm und bei den Außenlängen von 12 bis 720 mm und ebenso sind Außendurchmesser von 9,5 bis zu 140 mm möglich.

Kreuzschieberkupplung erhöht Lebensdauer

Als zweite Wellenkupplung entwickelte die VMA Antriebstechnik eine Kreuzschieberkupplung, welche sich von der ursprünglichen Oldham-Kupplung dadurch unterscheidet, dass das Zwischenstück vorgespannt in die Führungsnuten der Nabenteile eingespannt wird. Das führt dazu, dass durch Schwingungen im System kein Mikroverschleiß an den Zwischenstücken auftritt und somit eine längere Lebensdauer möglich ist. Als weiteres Merkmal ist bei den VMA-Kreuzschieberkupplungen das Zwischenstück immer mit einer Durchgangsbohrung versehen, sodass die Wellenenden ohne Abstand zueinander positioniert werden können.

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