Rollringgetriebe 60 Jahre Uhing-Rollringgetriebe
Davon dürften schon der Mathematiker Archimedes (278 bis 212 v. Chr.) und seine Zeitgenossen geträumt haben: ein Schraubentrieb, der mit Steigungswert und Steigungssinn variabel einsetzbar ist. Erfüllt hat ihn der Elektroingenieur Joachim Uhing mit der Erfindung des Rollringgetriebes. In diesem Jahr feiert die Joachim Uhing KG das 60-jährige Jubiläum ihres Renommee-Produktes.
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Es begann 1943 mit der Gründung eines Ingenieurbüros. Joachim Uhings erste Tätigkeiten als Selbständiger waren die Entwicklung von Kleinbildkameras und Wanduhren, aber auch die Konstruktion eines Vorläufers der heutigen 4. Achsen für die mehrseitige Bearbeitung in einer Aufspannung. Internationale Bedeutung erlangte der junge Unternehmer durch die Erfindung von Fadenführern für Industriemaschinen.
„Dies war auch der Zeitpunkt, zu dem Joachim Uhing den geistigen Grundstein für sein wachsendes Unternehmen legte“, berichtet Burkhard W. Bohn, als Geschäftsführer der Joachim Uhing KG für den Bereich Technik verantwortlich. „Die Idee, mit pfiffigen Eigenentwicklungen Marktnischen zu besetzen, prägt die Unternehmensphilosophie bis heute. Sie ist nach wie vor die Triebfeder für unseren Unternehmenserfolg.“
Rollringgetriebe automatisiert das Hin und Her das Strickschlittens
Der intensive Austausch mit Strickmaschinenherstellern war es dann auch, der zur bisher bedeutendsten Entwicklung des Hauses Uhing führte: Die Kunden äußerten den Wunsch, die manuell durchgeführte Hin- und Her-Bewegung der Strickschlitten zu automatisieren. Dies gab Joachim Uhing den Anstoß, über eine Innovation nachzudenken, die schließlich in die Konzeption und Produktion des ersten Rollringgetriebes mündete.
Bei den ersten Entwürfen erwiesen sich die Gewindegänge als hinderlich für die Variabilität, die die Anwendungen erforderten, in denen das Gerät zum Einsatz kommen sollte. Uhing trennte sich schnell von ihnen und setzte anstelle der Gewindestange eine glatte Welle ein. Statt der Mutter verwendete er ein Gehäuse mit Rollringen, die er mit veränderlichem Steigungswinkel auf der Welle abrollen ließ. Sicher – diese Erfindung kam zu spät für Archimedes, aber rechtzeitig für viele Anwendungen in unterschiedlichen industriellen Bereichen.
Einfach und preiswert: der Kreuzgewindetrieb
Eine der wichtigsten davon ist das Aufwickeln von bandförmigem Material auf Spulen. „Die Verteilung des Wickelgutes zwischen den Spulenflanschen erfolgte einst vorwiegend manuell“, erklärt Bohn. „Später wurde die Handarbeit durch Kreuzgewindespindeln abgelöst, die ein rechts- und ein linksgängiges Gewinde trugen. Mit den Gewinden wurde eine Mutter bewegt, deren Innengewinde lediglich auf ein kurzes Segment reduziert war. Der Wechsel der Bewegungsrichtung wurde durch eine Umlenkung an den Hubenden von der einen in die andere Steigungsrichtung erzielt. Dies erwies sich als einfache und preiswerte Lösung – solange der Breite des Wickelguts entsprechend gearbeitet wurde, was bedeutet: mit gleichem Vorschub pro Spulendrehung und mit gleicher Hublänge, also mit gleichem Abstand der Spulenflansche voneinander.“
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