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Prozessvisualisierung

Zustand von Schleifscheiben sensorlos erfassen

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Frank Buchholz und Silke Brügel / Lilli Bähr

Eine Spezialität von BMR sind Abrichtsysteme. Mit ihnen können die Oberfläche und der Arbeitsbereich auf der Schleifscheibe regelmäßig in Form gebracht sowie Unebenheiten beseitigt werden. In der Praxis haben sie sich bereits bewährt.

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Die Dress-View-Systeme arbeiten sensorlos mit Standard-Spindeln ohne teure „Acoustic Emission Mikrofone“ und einer Erfassungsgenauigkeit von bis zu 2µm.
Die Dress-View-Systeme arbeiten sensorlos mit Standard-Spindeln ohne teure „Acoustic Emission Mikrofone“ und einer Erfassungsgenauigkeit von bis zu 2µm.
(Bild: BMR)

Seit über 40 Jahren fertigt BMR Frequenzumrichter mit einer Leistung von 150 VA bis 3,6 kVA für Werkzeugmaschinen. Die Umrichter werden abhängig von der Applikation wie Fräsen oder Schleifen sowie der benötigten Leistung ausgewählt, parametriert sowie individuell auf das Werkzeug und die Drehzahl abgestimmt. Auf Wunsch erhalten die Kunden ein, auf ihre individuelle Anwendung abgestimmtes „Ready-to-use“-System, in dem alle notwendigen Komponenten integriert sind. Das spart Zeit und Kosten.

Prozessvisualisierung groß geschrieben

Eine Spezialität von BMR sind Abrichtsysteme, mit denen in regelmäßigen Abständen die Oberfläche und der Arbeitsbereich auf der Schleifscheibe in Form gebracht sowie Unebenheiten beseitigt werden. Dies ist ein sensibler Prozess, der bei hochwertigen CBN-Schleifscheiben außerordentliche Präzision in der Mechanik und der Elektronik erfordert. Dem Unternehmen gelang es 2016 ein neues Verfahren zur Anschnitterkennung und zur Abrichtsteuerung zu entwickeln und dies in den Umrichter zu integrieren. Das ist laut Unternehmen weltweit einzigartig: Die Dress-View-Systeme arbeiten sensorlos mit Standard-Spindeln ohne teure „Acoustic-Emission-Mikrofone“ und einer Erfassungsgenauigkeit von bis zu 2 µm.

Neben dem System mit integriertem Display wird auf der SPS 2019 erstmals das „Dress-View-Lite“ mit Auswertung in der Maschinensteuerung (ohne Display mit hochgenauem Lastausgang und zur adaptiven Vorschubregelung) vorgestellt. Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit auf Motorsignale tragen beide Varianten zur Prozessüberwachung und Premaintenance Control bei. Zustandsdaten, wie z.B. der Schärfegrad des Werkzeugs oder der Lagerzustand der Spindel, werden zuverlässig erfasst, was zu einer Stabilisierung der Fertigungsprozesse führt; Wartungen und Instandhaltungen werden planbar und die Gefahr von unbeabsichtigtem Maschinen-Stillstand wird minimiert. Ein Kühlgerät in kompakter Baugröße als 19“-Einschub oder in nahezu gleichen Abmaßen als Tischgerät sowie eine Steuerung zum Nachlauf der Spindel-Sperrluft, um das Eindringen von Kühlflüssigkeit in die Spindellager zu verhindern, komplementieren das Angebot.

Multi-Netzwerklösungen

Zur Weitergabe der Daten steht mit dem 2018 entwickelten SFU-Communicator ein Gateway zur Verfügung, über das sämtliche Umrichter an übergeordnete Maschinensteuerungen angebunden werden können. Mit austauschbaren Modulen für alle Feldbusse und Industrial-Ethernet-Netzwerke wird eine Kommunikation mit dem Umrichter möglich.

Bewährt in der Praxis

Bei der Firma Henninger GmbH & Co. KG kam das Dress-View-Abrichtsystem in der Schaltschrankvariante mit dem externen Bedienpanel in einer CNC-gesteuerten Zentrum-Schleifmaschine zum Einsatz. Diese Maschine verfügt über zwei identische Schleif-Bearbeitungszentren mit jeweils zentrisch spannenden und elektrisch angetriebenen Spannfuttern. Vormals waren Körperschall-Systeme installiert, die sich gegenseitig störten und keine eindeutige Trennung und Zuordnung der Signale der Schleifzentren bei der Auswertung zuließen. Durch den Systemwechsel war es möglich, in beiden Zentren gleichzeitig zu schleifen. „Das ermöglichte bei korrekter Einstellung eine Taktzeitreduzierung bis zu 50 %, was zu einer schnellen Amortisation der Investition führte“, so Henninger-Geschäftsführer Jakob Kerres. Überzeugt haben den Maschinenbauspezialisten zudem die niedrige Störanfälligkeit des Systems sowie die leichte Umsetzbarkeit der Nachrüstung in eine bestehende Produktionsmaschine und deren Steuerung.

Um den Einbau in das Maschinenbedienfeld zu ermöglichen hat BMR das Dress-View-Display, das zur Parametrierung und Auswertung erforderlich ist, von einem Operating Terminal erfolgreich in ein „Panel Mounting Unit“ umkonstruiert.
BMR auf der SPS 2019: Halle 1, Stand 629

* Dipl.-Ing. Frank Buchholz, Entwicklung BMR und Silke Brügel, freie Journalistin, Ottobrunn

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