Kleben

Zeitreise: Vom Alleskleber zum Multitalent

< zurück

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Kleben – die Fügetechnik des 21. Jahrhunderts

Und wie werden sich die Fügetechnologien in Zukunft verändern? "Ich bin von zwei Dingen überzeugt: Vor dem Hintergrund der bereits genannten Werkstoffvielfalt wird die Bedeutung der Klebtechnik zunehmen – „Fügetechnik des 21. Jahrhunderts“ eben. Die anderen Verbindungstechniken wird man nach wie vor einsetzen, nur wird ihre Bedeutung weniger stark zunehmen als die der Klebtechnik, bzw. sie werden häufiger mit dem Kleben kombiniert", ist sich Ansgar van Halteren sicher. Die Verwendung von Hybridverfahren wird steigen. So werde es, laut Delo, zunehmend technisch sinnvoll kombinierte Fügetechniken geben, die die Möglichkeiten des Klebstoffeinsatzes wie Abdichtung der Fügestelle gleichzeitig nutzt, z. B. beim Klebpunktschweißen oder Klebreibschweißen, Klebschrauben oder Klebnieten, um zudem die ausgezeichnete Spannungsverteilung und damit verbesserte Lastabtragung zu nutzen. Ein weiteres viel diskutiertes Thema ist momentan das "bond-on-demand". "Dies wird bei zunehmend gewünschter Verkürzung der Topf- respektive Reaktions- oder Aushärtezeiten im Sinne von Optimierung der Zyklus- oder Fertigungszeiten, zu einer Klebstoffgeneration führen, die nach letztendlich fast beliebig freier Applikations- und Fügedauer (beispielsweise bei sehr großen Bauteilgeometrien) gezielt aktiviert werden", meint Dipl-Ing. Daniel Geier von Hilger und Kern.

Stirbt das Schrauben und Schweißen bald aus?

Kleben ist die Fügetechnik des 21. Jahrhunderts, so viel steht schon einmal fest. Doch was ist mit den Fügetechniken Schrauben und Schweißen?

(Bild:  Vogel Business Media)
(Bild: Vogel Business Media)

Werden diese nun vom riesigen Konkurrenten Kleben in den Schatten gestellt oder sterben gar aus? Nein, auf keinen Fall! Es gehe laut Ansgar van Halteren, geschäftsführendes Vorstandsmitglied IVK, schließlich immer um das herzustellende Produkt. Dem Kunden ist es doch zunächst egal, ob geschraubt, genietet, geschweißt oder geklebt wird. Hauptsache, die Erwartungen und die Anforderungen an das Produkt werden erfüllt. Dabei spielen die eingesetzten Werkstoffe eine wesentliche Rolle – wenn die konventionellen Verbindungstechniken beim eingesetzten Werkstoff an ihre Grenzen stoßen und nicht mehr werkstoffgerecht oder gar nicht mehr gefügt werden kann, dann muss eben geklebt werden. In Zukunft wird es auch Konstruktionen geben, die ausschließlich geklebt werden. Es wird aber auch Werkstoffpaarungen geben, bei denen die Fügetechnik Kleben ihre Grenzen erfährt, hier spielen Hybridverfahren​ dann die erste Geige.

Ein Kommentar von Juliana Pfeiffer Redaktion konstruktionspraxis

Klebtechnik ermöglicht Miniaturisierung von Bauteilen erst

Der Fügeprozess Kleben hat die Konstruktion in den vergangenen Jahren verändert, so hat die Klebtechnik die Miniaturisierung von Bauteilen und Geräten überhaupt erst ermöglicht. Die Entwicklung von hochpräzisen Kleinstdosiersystemen ist die Folge. Auch die rasante Entwicklung auf dem Gebiet des Leichtbaus wird erst dadurch möglich, dass Klebeverbindungen einen Ausgleich zwischen Fügepartnern mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten und Oberflächeneigenschaften ermöglichen, beispielsweise auch beim Thema Kontaktkorrosion.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

"Damit verändert sich das Kleben von einem reinen Verbindungsverfahren zu einem vollwertigen Konstruktionselement, das ganz neuartige Designs erlaubt", sagt Dr. Arno Maurer von Polytec PT. Zukünftig werden auch laut Hilger und Kern, lösbare Klebeverbindungen, die in der Medizintechnik schon länger genauer betrachtet werden, auch im Sinne von Recycling weiter entwicklet und zunehmend Anwendung finden. Klebstoffexperte Julius Weirauch von 3M bringt die Entwicklung des Klebstoffs auf den Punkt: "In der Tat ist Kleben in diesem Jahrhundert der Megatrend im Maschinenbau. Wer diese Entwicklung ignoriert und nicht klebt, der wird in ein paar Jahren nicht mehr konkurrenzfähig sein."

* *Redakteurin bei konstruktionspraxis

(ID:43499802)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung