Handlingroboter Yaskawas Motoman GP8L greift tief und schnell in die Kiste

Redakteur: Peter Königsreuther

Wenig Platz beanspruche der neue Handlingroboter Motoman GP8L von Yaskawa – das schaffe Freiraum im Werk. Doch laut Hersteller ist das nicht der einzige Vorteil.

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Der von Yaskawa neu entwickelte Motoman GP8L ist laut Hersteller ideal dafür geeignet, Teilebehälter in der Logistikwelt schnell zu entleeren. Seine schlanke Bauweise und seine große Reichweite zeichneten ihn dafür besonders aus.
Der von Yaskawa neu entwickelte Motoman GP8L ist laut Hersteller ideal dafür geeignet, Teilebehälter in der Logistikwelt schnell zu entleeren. Seine schlanke Bauweise und seine große Reichweite zeichneten ihn dafür besonders aus.
(Bild: Yaskawa)

Industrieroboter übernehmen immer häufiger Aufgaben in der Logistik und im E-Commerce, heißt es. Nicht zuletzt wachsen beide Märkte deutlich. Yaskawa hat im Zuge dessen erkannt, dass zum Kommissionieren von nicht sortierter Ware (Piece Picking respektive „Griff in die Kiste“), in Verbindung mit intelligenten Bildverarbeitungssystemen, schlanke, auf Geschwindigkeit optimierte Roboterkinematiken mit großer Armlänge und sehr schmalen Handgelenken gefragt sind. Denn nur so kann der mechanische Helfer ausreichend tief in die Behälter greifen. Aus dieser Erkenntnis heraus, entstand der Motoman GP8L, der die bestehende GP-Serie (General Purpose) nun als Neuling ergänzt.

Robuster sowie hoch agiler Logistikhelfer

Was für technische Merkmale bringt der GP8L nun für das logistische Spielfeld mit? Nun, zunächst bewegt er sich auf sechs Achsen, erklärt Yaskawa. Das mache ihn besonders beweglich. Seine Reichweite hat der Hersteller auf 1.636 mm getrimmt. Mit einer ausreichenden Belastbarkeit, die mit 8 Kilogramm beziffert wird, könne er überall dort eingesetzt werden, wo andere Industrieroboter, wie der Motoman GP7 oder der GP12, um bei Yaskawa-Modellen zu bleiben, zu groß seien respektive die Armlänge nicht ausreiche.

Sein Gesamtgewicht beträgt laut Datenblatt rund 155 kg. Folgende Rotationsgeschwindigkeiten erreicht er in Grad pro Sekunde in seinen Drehachsen : S-Achse = 260, L-Achse = 230, B-Achse = 550 und T-Achse = 1.000, U-Achse = 260 und R-Achse = 470.

Er ist rund 372 mm breit, wenn man ihn von hinten respektive vorne betrachtet.

Auch in rauen Arbeitsumgebungen tue er zuverlässig seinen Dienst. Über Jahre hinweg kann man ihn deshalb im 24/7-Dauereinsatz hantieren lassen. Der Roboter können ohne Probleme oder Einschränkungen in jeder Einbaulage agieren. Die Medienversorgung hat Yaskawa in die Achsen verlegt, wie betont wird. Das erhöht die Zuverlässigkeit des Handlingroboters.

Der Hersteller weist aber darauf hin, dass der Roboter, wie andere auch, vor korrosiven Dämpfen, Flüssigkeiten, explosiven Gasen oder vor dem Eindringen von Wasser, Öl oder Staub geschützt werden sollte. Auch elektromagnetischen Einflüsse sollte er nicht ausgesetzt werden.

Besonders schnell kann er sich bewegen, weil er mit der Sigma7-Antriebstechnik versehen ist, wie es weiter heißt. So erreiche er außerdem eine Wiederholgenauigkeit von ± 0,02 mm.

Roboterprogrammierung wird über SPS möglich

Angesteuert wird der Motoman GP8L entweder mit der aktuellen Robotersteuerung YRC1000 oder über die Kompaktsteuerung YRC 1000 micro, sagt Yaskawa. Zum Bedienen und Programmieren könne man auf das klassische Programmierhandgerät zurückgreifen, oder das neue Smart Pendant, das für Neueinsteiger in die Robotik gedacht ist, verwenden. Aber, wie Yaskawa wissen lässt, gibt es in Sachen Automatisierung in der Logistik noch etwas ganz Besonderes: Man kann den Roboter nämlich auch direkt über SPS-Funktionsbausteine programmieren. Und zwar nach dem speziellen Yaskawa-Motologix-Konzept. Das schafft die Möglichkeit, den Roboter nahtlos in die SPS-Programmierumgebung zu integrieren – damit spart man sich in Zukunft den Roboterprogrammierer.

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