XXL auf dem Acker

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Riesen-Traktoren mit 16 Zylinder, Allradantrieb, die Agrarwirtschaft wächs auch heute mit der Leistungsfähigkeit ihrer Gerätschaften.

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Auf dem acker machen Alle eine gute Figur
Auf dem acker machen Alle eine gute Figur
(Bild: Claas)

Unter den bulligen Hüllen sind die Riesentrecker vollgestopft mit Hightech: drehbare Fahrerkabinen, Common-Rail-Diesel und hydropneumatische Radaufhängungen. Beispielsweise der allradangetriebe Claas Xerion wird von einem Caterpillar-Turbodiesel mit 12,5 Litern Hubraum angetrieben, hat zwei lenkbare Achsen und schafft eine Leistung von 500 PS.

Der Deutz-Fahr Agrotron X 720 ist der größte Traktor aus dem Portfolio des schwäbischen Traditionshauses. Die stärksten haben bis zu 275 PS. Interessant, die 1996 präsentierte Fendt 900 Vario-Serie setzte damals schon neue Maßstäbe. Auch heute noch handelt es sich bei der Serie um die erfolgreichsten Großtraktoren Europas. Das Topmodell Vario 939 leistet knapp 390 PS. Dagegen ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten alles etwas größer. Auch die Traktoren, der amerikanische Case Steiger 535 bringt es auf 433 PS.

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Noch einige der Größten ihrer Zunft

Der John Deere 9630 wird von einem Sechszylinder-Dieselmotor mit 13,5 Litern Hubraum angetrieben. Das Flaggschiff des Landtechnik-Konzerns wiegt 16,7 Tonnen und leistet bis zu 543 PS.

Schlüter-Traktoren genießen unter Trecker-Fans noch heute Kultstatus. Der Profi-Gigant bringt es auf die erstaunlichen Kennzahlen von 12,5 Liter Hubraum und 650 PS.

Ein Klassiker auf dem Feld: Der größte Standard-Traktor im John Deere-Sortiment, der 8R - serienmäßig mit Multimedia-Ausstattung und Luftfederung. Unter der grünen Haube steckt ordentlich Power. Je nach Ausführung schafft er eine Spitzenleistung von 260 bis zu 380 PS.

Der Big Bud 16-V 747 ist ein rein auf Zugarbeiten ausgelegter Knicklenker-Großtraktor, der mit seiner maximalen Motorleistung von 662 kW (900 PS) als leistungsstärkster Schlepper des 20. Jahrhunderts gilt. Sein Einsatzgewicht kann, je nach Umfang der Nutzung, bis zu 50 Tonnen betragen. Eine Tankfüllung umfasst 3750 Liter Schiffsdiesel und bringt eine Leistung von bis zu 760 PS. Kostenpunkt: 300.000 US-Dollar.

Körnerfresser mit 500 PS

Auf sommerlichen Überlandfahrten Sonntags, an schönen sonnigen Tagen sehen wir die brüllenden Boliden bei der Feldarbeit. Riesige Schneidwerke fräsen fünf bis zwölf Meter breite Schneisen ins Kornfeld. Betäubender Lärm kündet von der Getreide-Verarbeitung im Bauch der Giganten. Denn dort leistet der Mähdrescher erst recht ganze Arbeit: Durch Schlagbewegungen werden in der Dreschtrommel die Körner aus den Ähren herausgeprügelt. Das gedroschene Korn wird auf einem Schüttel-Förderband von Stroh und Spreu getrennt. Letzteres wird in einem Häcksler geschrotet und fein auf dem Acker verteilt.

Die stärksten Mähdrescher erreichen auf der Straße 40 km/h, in der Mittelklasse sind kaum mehr als 25 km/h drin. Die breiten Schnittwerke sind im Straßenverkehr natürlich eingeklappt.

Einige der Größten

  • Claas Lexion 770: Zwölf Meter breite Bahnen frisst der 18-Tonner in den Acker, angetrieben von einem 586 PS starken 16-Liter-V8.
  • Dagegen drischt der AF 7088 von Case IH mit einem Längs-Rotor in einer gewaltigen Trommel, in die das Dreschgut axial eingeleitet und stark beschleunigt wird. Der AF 7088 leistet maximal 366 PS aus einem 9-Liter-Sechszylinder.
  • Das Topmodell aus dem Hause John Deere ist grün, hört auf den Namen S 690i und besitzt einen 13,5-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel. Dessen 530 PS bieten genug Reserve, um den Korntank mit 120 Litern pro Sekunde zu leeren, ohne dass der Mähdrusch-Durchsatz dabei zurückgeht.
  • Bei der Erntearbeit leistet der New Holland CR 9090 volle 591 PS.
  • Auch der deutsche Traditionshersteller Deutz-Fahr mäht und drischt kräftig mit. Wie das Modell 7545 RTS, angetrieben von einem Common-Rail-Turbodiesel mit 11,9 Litern Hubraum und 450 PS. Gedroschen wird mit einem über drei Meter langen Single-Rotor.

Appetit auf einen Acker-Giganten?

Einen Großtraktor oder einen Mähdrescher hat nicht jeder in der Garage. Neu können die Preise z.B. für einen John Deere bei 160.000 Euro oder dem Claas Xerion bei über 365.000 Euro liegen. Kleinere Gebrauchtgeräte gibt es schon ab etwa 2000 Euro, zu finden beispielsweise im Internet auf der Technikbörse, oder versuchen Sie es doch mal bei Ebay.

Sie meinen, für Sie als Stadtbewohner ist ein Mähdrescher eher unpraktisch, viel zu groß und einfach sinnlos? Naja, das trifft für einen Hummer oder einen der große SUVs bestimmt genauso zu und die werden trotzdem gekauft. Unterschied: Sie können damit nicht einmal mähdreschen.

Special Landtechnik im Detail

Die Agritechnica ist weltweit das wichtigste Forum zur Präsentation neuer Maschinen und Geräte in der Landtechnik. Diesem Anspruch wird sie in diesem Jahr mehr als gerecht: 393 Neuheitenanmeldungen liegen dem Veranstalter DLG vor. Dies ist ein neuer Höchststand und zugleich als deutliches Signal zu werten, dass die Hersteller mit einer Innovationsoffensive in die kommenden Jahre starten.

Ein Highlight wird dabei das Special „Landtechnik im Detail“ sein: Ein Traktor wird erstmals auf einer Ausstellung live in seine Baugruppen zerlegt und wieder zusammengebaut. Flankiert wird das Special durch ein Fachprogramm mit aktuellen technischen Themen.

So sind auf der gröten Landtechnikmesse unter anderem Impulsvorträge zu den Themen „Werttreibender Einkauf“ und „Beschaffungsmarktstrategien“ vorgesehen. Das Special ist eingebettet in eine „Systems & Components Lounge“, die von der DLG als zentraler Marktplatz mit einem breiten Angebot für Aussteller und Besucher in Halle 1 eingerichtet wird. (hö)

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