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Motivation Work-Life-Balance im Süden wichtiger als im Norden Deutschlands

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Joblift erkennt unterschiedliche Motivationstreiber bei deutschen Arbeitnehmern: Im Süden Deutschlands wurde 57 % mehr als in Restdeutschland nach Begriffen gesucht, die ein Interesse an einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben vermuten lassen. Im Norden hingegen scheint das Gehalt wichtiger zu sein.

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Berufstätige in Deutschland scheinen unterschiedliche Vorzüge stärker wertzuschätzen, je nachdem, ob sie im Süden oder Norden der Republik wohnhaft sind - dies ist das Eregebnis einer Analyse von Joblift.
Berufstätige in Deutschland scheinen unterschiedliche Vorzüge stärker wertzuschätzen, je nachdem, ob sie im Süden oder Norden der Republik wohnhaft sind - dies ist das Eregebnis einer Analyse von Joblift.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Berufstätige in Deutschland scheinen unterschiedliche Vorzüge stärker wertzuschätzen, je nachdem, ob sie im Süden oder Norden der Republik wohnhaft sind. So lässt sich ein vergleichsweise größeres Interesse an Work-Life-Balance in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erkennen. In diesen Bundesländern wurde 57 % mehr als in Restdeutschland nach Begriffen gesucht, die ein Interesse an einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben vermuten lassen, so etwa Sabbatical oder Homeoffice. In Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und den hanseatischen Stadtstaaten scheint hingegen das Thema Gehalt in den Vordergrund zu treten: Hierzu gingen dort 19 % mehr Suchanfragen ein als im Rest der Republik.

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Gesunde Ausgangslage im Süden führt zu mehr Nachfrage nach Work-Life-Balance

Joblift, die unabhängige Metasuche für Stellenanzeigen, untersuchte unter anderem das Suchvolumen der Begriffe Sabbatical und Homeoffice im deutschlandweiten Vergleich über die letzten zwei Jahre. Die südlichen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen liegen im Ranking des Begriffes Homeoffice vorne. Auch bei Sabbatical führen Bayern und Hessen die Rangliste an, Baden-Württemberg rückt hier etwas weiter nach hinten auf den sechsten Platz. Insgesamt kann man jedoch ein deutliches Interesse an Work-Life-Balance in diesen Ländern feststellen. Dies mag damit zusammenhängen, dass die dortige wirtschaftliche Situation bei einer mittleren Arbeitslosigkeit von 4,3 % und einem Durchschnittsgehalt von 3.181 Euro vergleichsweise positiv ist. Die Ausgangslage ist also so gut, um nicht-monetäre Anreize einzufordern, etwa in Form einer längeren Auszeit oder der Möglichkeit, flexibel von zuhause aus zu arbeiten.

Im Norden existiert ein bis zu 20 % höheres Interesse an Gehaltserhöhung

Anders ist es um die norddeutschen Bundesländer bestellt: Wie Joblift feststellte, sind Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Spitzenreiter, was das Suchvolumen des Begriffs Gehaltserhöhung angeht. Auffällig ist jedoch, dass Hamburg auch beim Thema Work-Life-Balance relativ weit vorne liegt – dies lässt vermuten, dass der Arbeitsmarkt in der Hansestadt ein höheres Gehalt mit einem ausgeglichenen Arbeits- und Privatleben vereinbart – oder beides vermissen lässt.

Global betrachtet ist ein Sabbatical zunehmend attraktiv

Ein weiterer Trend ist erstaunlich: Im weltweiten Vergleich ist das Interesse am Suchbegriff Homeoffice in den letzten zehn Jahren kontinuierlich um 83 % gesunken, wohingegen Sabbatical einem unaufhaltsamen Erfolgskurs zu folgen scheint. Hier ist das Suchvolumen im selben Zeitraum um 40 % angestiegen. Dies entspricht dem immer lauter werdenden Vorwurf, dass flexibles Arbeiten zuhause in häufigen Fällen weniger zu einer Entlastung führt, sondern vielmehr zu einer Dauerbeschäftigung - ständig und von überall aus.

Besonders hoch ist der Wunsch nach einer Auszeit augenscheinlich in Singapur, Österreich und der Schweiz, wohingegen die Briten und Deutschen weiterhin verstärkt im Homeoffice arbeiten möchten. Die deutsche Personalpraxis scheint im internationalen Vergleich also noch etwas hinterherzuhinken. Das entspricht auch einer semantischen Analyse der Stellenanzeigen, die aktuell auf Joblift zu finden sind: Nur 506 Ausschreibungen bieten explizit die Möglichkeit eines Sabbaticals an, Homeoffice hingegen 3.063.

Sabbatical vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnologie möglich

Die Jobs, die eine längere Auszeit ermöglichen, findet man vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT, 271 Ausschreibungen) sowie im Gesundheitswesen (54 Ausschreibungen) bei Arbeitgebern wie AutoScout24 und der Diakonie Sachsen. Homeoffice wird vor allem im Verkauf und Handel (938 Ausschreibungen) sowie ebenfalls der IKT (755 Ausschreibungen) von Unternehmen wie Michael Page International und Sennheiser electronic angeboten. (mz)

Quellen

joblift.de, google.de/trends, statista.de (Die Daten zur Arbeitslosigkeit wurden 05/2016 für die genannten Bundesländer erhoben)

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