Polymer-Gleitlager Wirtschaftliche Kunststoff-Gleitlager zeigen seit Jahrzehnten, was sie können
In Orgeln laufen sie 100 Jahre wartungsfrei, in Windkraftanlagen, der Gießereitechnik, oder der Automobiltechnik senken sie die Kosten. Die Rede ist von Kunststoff-, oder besser gesagt Polymer-Gleitlagern die eine lange Geschichte aufweisen. Das Unternehmen igus hat‘s geschafft, am Weltmarkt das breiteste Programm an tribo-optimierten Kunststoff-Gleit-, Gelenk- und Lineargleitlagern anbieten zu können.
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Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier ist Chefredakteur der konstruktionspraxis
Kunststoffe sind allgegenwärtig. Nach den sie ihr Plastik-Image losgeworden sind, haben sie ihren Siegeszug in fast alle Industriebereiche fortgesetzt. Ohne Polymere geht nichts: Die Bereiche, in denen sie sich durchsetzen lassen sich nicht einmale alle mehr aufzählen.
Anwendungen mit hohen Taktzahlen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen bei anspruchsvollen Betriebsbedingungen erfordern langlebige Maschinenelemente. Hier schlägt die Stunde des Polymer-Gleitlagers. Wenn sich zudem noch die Standzeiten erhöhen und die Kosten sinken, kommt der Konstrukteur an ihrem Einsatz kaum mehr vorbei. Polymer-Gleitlager bedeuten den Schritt von der Plastikbuchse zum getesteten, damit berechenbaren und schnell verfügbaren Konstruktionselement.
Gerhard Baus, Prokurist Kunststoff-Gleitlager bei igus in Köln: „Die damaligen Hersteller, wussten sicherlich von vornherein, worauf es bei Kunststoff-Gleitlagern ankommt - auf Präzision und auf Genauigkeit bezüglich des Rundlaufs, sowie bezüglich der Toleranzen. Der Begriff der Plastikbuchse kam da möglicherweise eher aus der Ecke der Hersteller von metallischen Lagern, die das noch ein bisschen belächelt haben und vielleicht die Zukunft in diesem Maschinenelement so nicht gesehen haben – zumindest nicht zu der damaligen Zeit“.
Die Geschichte des Kunststoff-Gleitlagers, die sich in jede Form bringen lassen
Wenn man sich die Geschichte des Gleitlagers einmal anschaut, dann hat alles irgendwie angefangen weit bevor es die Kunststoffgleitlager gab Es gibt zum Beispiel Illustrationen in Fachbüchern, die Windmühlenlager zeigen, auf der Basis von Holz und Stein, und in dieser Kombination gleitgelagertes System zu bezeichnen sind.
Das erste Mal, dass man sich überhaupt mit dem Kunststoff als Gleitlager beschäftigt hat, geht zeitlich einher mit der Entdeckung der Eigenschaften von Nylon („Plastic - The Making Of A Syntheitc Century von Stephen Fenichell“ (ISBN 0-88730-732-9). Hier ist zu lesen, dass bereits 1869 Daniel Spill den Kunststoff Xylonite als geeignet bezeichnet, daraus „Gears and Friction Wheels, and BEARINGS for MACHINERY“ herzustellen).
Der Name Nylon wurde von der E. I. duPont de Nemours für Fasern aus Polyamid 66 mit dem Ziel geprägt, ihn als Synonym für „Strümpfe“ zu etablieren. Er wurde jedoch aus firmenpolitischen Gründen nicht als Warenzeichen geschützt. Später wurde er vor allem im angelsächsischen Sprachraum als Gattungsname für lineare aliphatische Polyamide verwendet. Es wurde am 28. Februar 1935 von Dr. Wallace Hume Carothers bei E. I. du Pont de Nemours in Wilmington (Delaware, USA) patentiert. Es war damit die erste synthetische Faser, die vollständig aus anorganischen Stoffen (Kohlenstoff, Wasser, Luft) hergestellt wurde.
Zur Namensgebung des Nylons existiert die folgende Legende: Carothers soll erkannt haben, dass die hervorragenden Fasereigenschaften des von ihm entdeckten Polyamids das japanische Seidenmonopol bedrohen könnte. Aus seinem Ausruf „Now, you lousy old nipponese“ soll das Wort Nylon gebildet worden sein.
Nylon wurde zuerst für Zahnbürsten und nicht für Nylonstrümpfe verwendet. Doch die „Nylons“ sind jeden ein Begriff. Im Mai 1940 wurden innerhalb von vier Tagen vier Millionen Paar Nylonstrümpfe in den USA verkauft waren. Eine aus heutiger Sicht immer noch logistische und Marketing-Leistung. 1941 (Perl Harbor) wurde Nylon aufgrund seiner Reißfestigkeit zum militärisch bedeutsamen Material. (Weiterlesen auf den folgenden Seiten)
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