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Gerhard Baus: „Es hat dann bis in die 50er-Jahre gedauert, bis endlich wieder Nylonstrümpfe hergestellt werden konnten. Das ist aber auch die Zeit, in der man angefangen hat, aus Nylon Materialien, Halbzeuge und Blöcke herzustellen, die man dann untersuchen konnte auf ihre Eigenschaften. Dabei merkte man schnell dass man hier einen Werkstoff gefunden hatte, der im Zweifelsfall auch ohne Schmierung in der Lage war, gegen eine Stahlwelle zu laufen, ohne dass es zum Fressen kam. Das war etwas, was es zu dem damaligen Zeitpunkt gar nicht gab. Denn es waren ja nur Metalle bekannt, die, wenn sie geschmiert wurden, als Lager eingesetzt wurden. Brach die Schmierung zusammen oder viel sie aus oder wurde sie vergessen, da gab es mindestens einen der Partner, der sofort angefangen hat zu fressen. Das bedeutete Verschleiß und ein Ausfall an dieser Lagerstelle.“
Der Gleitlager-Experte weiter: „Man erkannte so recht schnell, dass man mit Nylon in der Kombination Stahl/Kunststoff einen Werkstoff gefunden hat, der auch im so genannten Nut-Lauf in der Lage war, gegen Stahl zu laufen. Das war dann ein Riesendurchbruch. Anfang der 60er-/Mitte der 60er-Jahre sind dann sehr viele Firmen dazu über gegangen aus diesem neuen Werkstoff Lager herzustellen, doch mit einem fatalen Irrtum. Nämlich: Genau die Bearbeitungsvorschriften, die man vorher für die metallischen Lager aus Bronze, aus Messing, aufgestellt hatte wurden einfach übernommen, und das Problem nahm seinen Lauf. Man hat aus Nylon die gleichen Buchsen hergestellt wie aus Metall, diese dann in die Maschinen eingebaut und hat sich eben gar keine Gedanken darüber gemacht was passiert nun!
Doch im Betrieb wurden diese Dinge dann schnell klar. So wurden die neuen Kunststofflager teilweise nass. Wir wissen, Nylon ist ein Werkstoff, der sich wie jeder Kunststoff relativ stark ausdehnt bei Wärme, und relativ viel Feuchtigkeit aufnimmt. Was passierte also? All die schlechten Eigenschaften traten ein, und der Einsatz von Kunststofflager erlitt einen heute historisch nachweisbaren unglaublichen Rückschlag. Es geht eben nicht, einfach den einen Werkstoff gegen einen anderen zu ersetzen.“ (Mehr Informationen auf den kommenden Seiten)
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