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Rotorsegel Windenergie treibt Hybridfähre an

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Die deutsch-dänische Reederei Scandlines hat ein Rotorsegel auf der Hybridfähre „Copenhagen“ installiert. Die regenerative Antriebstechnik spart voraussichtlich 4 % bis 5 % CO2-Emissionen.

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Die Hybridfähre „Copenhagen“ wurde mit einem Rotorsegel ausgestattet, das das Schiff mit Windenergie vorantreibt.
Die Hybridfähre „Copenhagen“ wurde mit einem Rotorsegel ausgestattet, das das Schiff mit Windenergie vorantreibt.
(Bild: Michael Lemvig Olsen)

Die Hybridfähre „Copenhagen“, die zwischen Rostock und Gedser verkehrt, wurde im Mai 2020 mit einem Rotorsegel der Firma Norsepower Oy Ltd nachgerüstet. Das Segel ist 30 m hoch und hat einen Durchmesser von 5 m.

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CO2-Emissionen reduzieren

Das Norsepower-Rotorsegel ist eine moderne Version eines Flettner-Rotors, einem rotierenden Zylinder, dessen Technologie auf dem Magnus-Effekt basiert und das Schiff durch Windenergie vorantreibt. „Durch die Installation des Rotorsegels können die CO2-Emissionen um voraussichtlich 4 % bis 5 % reduziert werden, ohne dabei die Geschwindigkeit und Reisezeit der Hybridfähre zu beeinträchtigen“, berichtet Heiko Kähler, Geschäftsführer der Scandlines Deutschland GmbH.

Mit den grünen Investitionen konnte Scandlines bereits im Betriebsergebnis 2019 eine stabile und solide wirtschaftliche Leistung an den Tag legen und man geht davon aus, dass auch diese dem Geschäft zugutekommen wird.

Die Funktionsweise des Rotorsegels im Detail finden Sie in folgendem Beitrag:

Eingeschränkter Fährbetrieb in der Corona-Zeit

In den ersten Monaten des Jahres 2020 war das Geschäft noch relativ stabil, der Ausbruch von Covid-19 innerhalb Europas und die anschließenden Reisebeschränkungen führten jedoch zu einem starken Rückgang des Passagierverkehrs. „Bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt können wir einen Verlust von mehr als 70.000 Pkw auf der Route Rostock-Gedser verzeichnen und wir erwarten, dass die Verkehrszahlen leider auch für den Rest des Jahres negativ durch die Corona-Krise beeinflusst werden“, sagt Heiko Kähler. Scandlines‘ Bordershops in Rostock und in Puttgarden, die drei Monate geschlossen waren, sind wieder geöffnet und in beiden Geschäften ist der Verkauf gut angelaufen.

Auch während der Corona-Krise hielt Scandlines den Betrieb auf beiden Routen Puttgarden-Rødby und Rostock-Gedser aufrecht, um Frachtkunden zu bedienen und somit kritische Lieferketten mit beispielsweise Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Waren zu gewährleisten. „Bei Scandlines nehmen wir unsere Aufgabe als maßgeblicher Teil der Infrastruktur, die das europäische Festland mit Skandinavien in einer schwierigen Phase verbindet, sehr ernst“, erklärt Heiko Kähler. Die Anzahl der transportierten Lkw war während des Lockdowns nur leicht rückläufig, auf Rostock-Gedser transportierte Scandlines ca. 90 % der Lkw-Mengen verglichen zum Vorjahr.

Negative Auswirkungen auf wirtschaftliches Ergebnis erwartet

Obwohl Scandlines optimistisch ist und sich darauf freut, seinen Passagieren eine maritim inspirierte Überfahrt zu bieten, wird erwartet, dass der Ausbruch von Covid-19 erhebliche negative Auswirkungen auf die Verkehrszahlen und das wirtschaftliche Ergebnis dieses Jahres haben wird. Scandlines arbeitet zielgerichtet daran, die negativen Einflüsse durch Kostenkontrolle und weiteren Effizienzsteigerungen zu vermindern

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